«Nina sieht es» Träumen mit Mina Tander

In der TV-Fantasy-Komödie Nina sieht es plagen Mina Tander Zukunftsvisionen und Albträume. Im Interview mit news.de erzählt die Schauspielerin wovon sie tatsächlich träumt und wie sie als Vegetarierin den EHEC-Bakterien zu Leibe rückt.     

«Nina sieht es» (Foto)
Nina (Mina Tander) hat Visionen. Bild: HR/Bettina Müller

In Nina sieht es geht es um Träume und Visionen. Wovon träumen Sie tatsächlich?

Mina Tander: Ich träume schon recht viel, kann mich aber später kaum daran erinnern. An den Traum von letzter Nacht, konnte ich mich am Morgen noch erinnern, jetzt aber nicht mehr. Das war irgendetwas Lustig-Wirres.

Falls Sie sich doch einmal an einen Traum erinnern. Beeinflusst der ihr tägliches Leben?

Tander: Wenn ich von einer Person träume, habe ich manchmal das Gefühl, mit diesem Menschen einen ganzen Tag verbracht zu haben. Bei einer Person aus dem näheren Freundes- und Bekanntenkreis kann das schon zu einem veränderten Gefühl führen.

«Nina sieht es»: Visionen und Explosionen
zurück Weiter Nina sieht es (Foto) Zur Fotostrecke Foto: HR/Bettina Müller

Haben Sie keine Albträume?

Tander: Doch, klar. Habe ich aber schon länger nicht mehr gehabt.

Wahrscheinlich geht es Ihnen einfach zu gut?

Tander: Ja, wahrscheinlich (lacht). Vielleicht sind aber auch nur ein paar unerledigte Dinge, die sich früher im Unterbewusstsein gemeldet haben, nun abgehakt.

Ihre Filmfigur kann in die Zukunft sehen und erspielt sich so in einem Casino viel Geld. Wenn Sie diese Eigenschaft hätten, würden Sie es auch auf der Rennbahn oder dem Casino probieren?

Tander: Ich würde es schon Mal probieren, alles andere wäre gelogen. Darauf würde ich aber nicht mein ganzes Glück aufbauen wollen und es vor allem nicht überstrapazieren. Wenn die materiellen Bedürfnisse gedeckt sind, kehrt wahrscheinlich die Langeweile ein. Das sieht man ja häufig bei den Superreichen. Bei Nina ist ja auch eher aus der Not geboren. Sie selbst, ihr Bruder und ihr Freund haben Geldprobleme, also gehen sie einmal ins Casino, um Ninas Eigenschaft zu nutzen. Bei einer Notlage würde ich das wahrscheinlich auch machen.

In Vorbereitung zu dieser Rolle mussten Sie sich mit Esoterik und Anomalistik auseinandersetzen. Glauben Sie nun an Übersinnliches?

Tander: Zumindest die Gabe, Dinge vorherzusehen, in irgendeiner Form, halte ich nicht für unvorstellbar. Nina nimmt außer ihren eigenen Träumen und Visionen die Anomalistik und die Esoterik nicht wirklich ernst. Viel wichtiger an Ninas Figur ist aber der permanente Wille, ihr Leben neu zu ordnen, obwohl sie immer wieder genau daran scheitert. Damit einher geht eine gewisse Einsamkeit und der Selbstvorwurf, am Tod der eigenen Eltern Schuld gewesen zu sein. Darauf habe ich mich eher in der Vorbereitung konzentriert.

Als sie sechs Jahre alt waren, ist ihr Vater verstorben. Inwiefern spielte diese Erfahrung eine wichtige Rolle bei der Darstellung der Nina, die ebenfalls als Kind ihre Eltern verliert?

Tander: Natürlich hatte ich ein grundsätzliches Verständnis für ihre Situation. Anders als bei mir spielt bei Nina aber die vermeintliche Schuld am Tod ihrer Eltern eine wichtige Rolle. Ich glaube aber, dass der Verlustschmerz, den ich als Kind empfunden habe, ein gewisses Repertoire an Gefühlen ermöglicht, eben weil ich das schon einmal erlebt habe. Für mich ist das nicht das erste Mal, dass ich eine Frau spiele, die mit Tod konfrontiert wird. Man kann das dann schon etwas anders nachvollziehen. Ein solches Gefühl ist schon in einem gespeichert.

EHEC: Erreger ist auf dem Vormarsch

Im Film werden sie hypnotisiert. Könnten Sie sich vorstellen, tatsächlich einem fremden Menschen die totale Kontrolle über sich zu gewähren?

Tander: Ich habe es tatsächlich noch nicht gemacht, finde das aber interessant. Nur bei einem ganz großen Vertrauen könnte ich mir das vorstellen. Da geht es natürlich ans Unbewusste und da können Dinge ans Tageslicht kommen, die man vielleicht gar nicht sehen will.

Sie haben einen leichten Silberblick. Wie froh sind Sie darüber, dass der nie korrigiert wurde, weil der doch zu ihrem Markenzeichen geworden ist?

Tander: Ich mag den Silberblick eigentlich gar nicht. Mein linkes Auge ist nicht so gut wie mein rechtes. Das Problem ist, wenn mir jemand sehr nah gegenüber steht, kann ich manchmal nicht gerade gucken. Bei Nahaufnahmen und wenn ich müde bin, bekomme ich dann den leichten Silberblick. Manchmal weiche ich auch Menschen aus, weil es für mich dann einfacher ist, den Blick zu halten.

Wissen Ihre Kollegen davon?

Tander: Meistens vergesse ich meine Kollegen einzuweihen (lacht). Mir selber wäre das gar nicht aufgefallen, wenn ich nicht immer ein Auge zugekniffen hätte. Inzwischen habe ich auch eine Brille, die ich aber nie trage. Vielleicht sollte ich es wegen der Nahaufnahmen doch einmal mit Kontaktlinsen versuchen.

Es heißt auch, Sie seien gerade morgens sehr aktiv...

Tander: Ich springe nicht aus dem Bett, aber morgens viel reden und über komplexe Dinge nachdenken, das kann ich sehr gut. Kürzlich habe ich morgens eine Rechnung für die Renovierung unseres Hauses aufgestellt. Das kann für die Mitmenschen schon mal anstrengend sein, wenn man sie mit so einer komplizierten Rechnung morgens um zehn nach sechs konfrontiert. So etwas kann ich ganz gut.

Vielleicht liegt es an der kölschen Herkunft?

Tander: Eher nicht, denn meine Schwester ist auch in Köln geboren, ist aber ganz anders als ich. Meine Mutter und meine Schwester sind immer total genervt, wenn ich morgens loslege.

Sie sind auch afghanischer Abstammung. Haben Sie einen Bezug zu Afghanistan?

Tander: Ja, allerdings durch meine Verwandten, die in Europa leben. In Afghanistan selbst war ich leider noch nicht. Meine näheren Verwandten leben alle nicht mehr dort. Der Kontakt zu den Verwandten, die in den vergangenen zehn Jahren häufiger nach Afghanistan gereist sind, besteht aber. Ich habe den Schritt noch nicht gewagt. Das steht aber mal an.

Wie sieht es denn familientechnisch bei ihnen aus?

Tander: Ich habe einen Mann (Regisseur Elmar Fischer, Anm. d. Red.). Ein heimliches Kind, das ich seit Jahren vor der Öffentlichkeit verstecke, habe ich nicht (lacht).

Was machen Sie denn, wenn gerade kein Dreh ansteht?

Tander: Ich treibe viel Sport, zumindest zyklisch. Gerade ist es wieder etwas eingeschlafen. Das kenne ich aber bei mir. Das geht schon wieder. Ich laufe und mache Yoga. Das Tanzen habe ich jetzt wieder vernachlässigt, weil mir das Tanzstudio, in dem ich letztens war, überhaupt nicht gefallen hat.

Was tanzen sie denn dann?

Tander: Ballett habe ich ja richtig gelernt und ansonsten noch Klassisch und Modern Dance.

Ernähren Sie sich eigentlich gesund und wenn ja, wie machen Sie das in Zeiten von EHEC?

Tander: Ja und das nervt mich wirklich, weil ich sehr gerne esse, vor allem Obst und Gemüse. Das ist ein bisschen blöd gerade. Für mich als Vegetarierin ist das natürlich doppelt schwer. Meine Mutter hat mir den Tipp gegeben, das Gemüse abzukochen und danach ins Eiswasser zu tun. Danach kann man das dann wie einen Salat anmachen. Das ist meine momentane Strategie. Mal schnell ein Brot machen mit Tomate drauf, ist im Moment leider nicht drin. Der Rinderwahnsinn ist ja an mir vorbeigegangen, weil ich eben Vegetarierin bin, aber dass ich jetzt auch als Gemüseesser in Gefahr gerate, ist schon blöd.

Wo sehen wir Sie denn demnächst noch außer in Nina sieht es?

Tander: Aktuell läuft der Film Schenk mir dein Herz mit Peter Lohmeyer, Paul Kuhn und mir in den Kinos. Am 22. September ist Kinostart von Männerherzen 2. Da spiele ich in einer Episode mit.

Titel: Nina sieht es
Regie: Rolf Silber
Darsteller: Mina Tander, Stephan Kampwirth, Lucas Gregorowicz
Sendetermin: Mittwoch, 8. Juni 2011, 20.15 Uhr, Das Erste

krc/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig