Kino im Ersten Mit Hollywood durchs Sommerloch

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
Zwölf Filme, davon sieben Free-TV-Premieren: Mit seiner diesjährigen Sommerkino-Reihe lässt sich Das Erste nicht lumpen. Von Juni bis August zeigt es jeden Donnerstagabend preisgekrönte Kinofilme. Actionliebhaber und Romantiker kommen dabei auf ihre Kosten.

Testosterongeladene Boxer, sich streitende Frischvermählte und überehrgeizige Anwälte: Wer in den nächsten drei Monaten nach ein wenig Fernseh-Abwechslung am Donnerstagabend sucht, wird im Ersten fündig werden.

Dort flimmern beim ARD-Sommerkino jede Woche pünktlich um 22.45 Uhr die Kinohöhepunkte der vergangenen Jahre über die Mattscheibe. Mit dabei sind Hollywood-Lieblinge wie George Clooney und Emma Thompson, aber auch deutsche Stars wie Benno Führmann und Nina Hoss. News.de stellt die Top 3 der jeweiligen Monate vor.

Kampf der Sportler, Gangster und Eheleute im Juni

Den Anfang macht der in die Jahre gekommene Mickey Rourke mit seinem Comeback-Film The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz (9. Juni), der zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Rourke, der in den 1990er Jahren selbst als Profiboxer unterwegs war, spielt darin den Wrestler Randy «The Ram» Robinson, der dem Sport auf seine alten Tage abschwören und sein Leben neu ordnen will. Hin- und hergerissen zwischen Neuanfang und alten Gewohnheiten - Kämpfe, Drogen, Affären - legt das Drama deutliche Parallelen zu Rourkes Leben offen. Der Schauspieler wurde für seine Leistung unter anderem mit einem Golden Globe als Bester Hauptdarsteller in einem Drama und einer Oscar-Nominierung geehrt.

ARD-Sommerkino
Von Kämpfern und Liebenden

Auch Sylvester Stallone schlägt im Ersten zu (16. Juni). 30 Jahre nach seinem ersten Auftritt als Robert «Rocky» Balboa kehrte er 2006 für den sechsten Teil der Filmreihe auf die Leinwand zurück, um sich seinem letzten Kampf zu stellen. Bei den Dreharbeiten hat sich der Schauspieler wahrlich verausgabt: Er brach sich mehrere Rippen und einen Fuß. Einen Gastauftritt im Film hat Mike Tyson, der - wie sollte es anders ein - sich selbst spielt.

Leichtere Kost gibt es mit Nach 7 Tagen ausgeflittert (30. Juni). In der Komödie von 2007 mimt Ben Stiller einen Frischvermählten, der sich - genervt von seiner Angetrauten - in den Flitterwochen neu verliebt. Kein Wunder, hat er sie doch erst vor sechs Wochen kennengelernt. Ärger ist also programmiert, genauso wie die Trennung und die Flucht der Geliebten. Vor zu viel Herzschmerz retten die Gags, die die Regie-Brüder Peter und Robert Farrelly zünden.

Lesen Sie auf Seite 2, ob auch im Juli geflirtet wird

 Der Juli im Zeichen der Liebe

Die Liebe auf den zweiten Blick (07. Juli) erlebt Dustin Hoffmann im gleichnamigen Film von 2008. Als geschiedener Jingle-Komponist Harvey Smith hat er mit so einigen Problemen zu kämpfen: Er schaut zu oft zu tief ins Glas und keiner aus seiner Familie kann ihn leiden, seine Tochter schon gar nicht. Deshalb führt auch nicht er, sondern der Stiefvater sie in London zum Altar.

Trost findet Harvey bei der alleinstehenden Kate (Emma Thompson), die er in einem Flughafencafé kennenlernt. Es kommt, wie es kommen muss: Die beiden verlieben sich ineinander. Kitsch as Kitsch can. Doch die Starbesetzung tröstet darüber hinweg. Hoffmann und Thompsom erhielten jeweils eine Golden-Globe-Nominierung für den besten Hauptdarsteller in der Kategorie Comedy/Musical.

Mehr Ecken und Kanten hat Faith Akins Drama Auf der anderen Seite (14. Juli). Es ist Teil der Triologie Liebe, Tod und Teufel und schließt an Gegen die Wand an, der 2004 für Furore sorgte. In drei Episoden wird die Geschichte von sechs Menschen erzählt, die zwischen Deutschland und der Türkei oszillieren. Was mit Eltern-Kind-Konflikten beginnt, geht schließlich weit darüber hinaus - endet in Tod, Vergebung und Neubeginn. Die Figuren, von der militanten Türkin über einen deutsch-türkischen Germanistikprofessor bis hin zur besorgten Mutter, eint vor allem die Suche nach einem Zuhause, der Wille, anzukommen, irgendwo.

Um Sehnsüchte geht es auch im Drama Wolke 9 (21. Juli), das sich einem Tabuthema widmet: Liebe und Sex im Alter. Die Mittsechzigern Inge (Ursula Werner) ist seit 30 Jahren verheiratet. Der Alltag verläuft in gewohnten Bahnen, aber sie ist glücklich - glaubt sie. Bis Inge den 76-jährigen Klaus kennenlernt. Regisseur Andreas Dresen beweist mit seinem Film Gespür für ein aktuelles Thema, schließlich wird die Gesellschaft immer älter. Für seine sensibel erzählte Romanze erhielt er den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste Regie.

Lesen sie auf Seite 3, warum der August Nerven kostet

Als bester Film der deutschen Filmkritik schickt Das Erste die deutsche Produktion Jerichow (4. August) ins Rennen. Die klassische Ménage à trois entwickelt sich darin zum Thriller: Afghanistan-Heimkehrer Thomas (Benno Fürmann) lernt in der Einöde Sachsen-Anhalts den Türken Ali (Hilmi Sözer) und dessen Frau Laura (Nina Hoss) kennen. Was freundschaftlich beginnt, entpuppt sich als Netz aus Abhängigkeiten. Thomas verdient als Dienstbote für Ali sein Geld, Laura hat diesen nur wegen ihrer Schulden geheiratet. Der Türke vertraut ihnen - und wird am Ende zu deren, vor allem aber zu seinem eigenen Opfer.

Nicht weniger aufwühlend ist der Thriller Im Tal von Elah (18. August) aus dem Jahr 2007. Mit Tommy Lee Jones und Charlize Theron hochkarätig besetzt, fußt der Film auf einer wahren Begegenheit: Als sein Sohn nach der Heimkehr aus dem Irak spurlos verschwindet, macht sich der ehemalige Militärpolizist Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) auf die Suche. Dabei bricht das Bild vom Mustersohn immer mehr in sich zusammen. Als ursächlich dafür zeichnet nicht zuletzt der Irakkrieg, der Verstand und Herz seiner Soldaten dauerhaft zu schaden scheint.

Den Abschluss des ARD-Filmreigens bildet George Clooney (25. August), der als Anwalt Michael Clayton im gleichnamigen Film einspringt, wenn es brenzlig wird. Nicht umsonst wird er von Kollegen der «Ausputzer» genannt. Sein neuer Fall: ein auf drei Milliarden Dollar Schadenersatz verklagter Chemiekonzern. Den sollte eigentlich sein ehemaliger Partner Arthur Edens (Tom Wilkinson) übernehmen, doch der weiß mehr, als dem Klienten lieb ist, und soll ruhig gestellt werden. Im Stile von Erin Brokovich entspinnt sich ein Netz aus Lügen und Betrug.

Die Filme des ARD-Sommerkinos im Überblick
9. Juni The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz USA/F 2008
16. Juni Rocky Balboa USA 2006
23. Juni Brügge sehen … und sterben? USA/F 2005
30. Juni Nach 7 Tagen ausgeflittert USA 2007
7. Juli Liebe auf den zweiten Blick USA 2008
14. Juli Auf der anderen Seite D/T/I 2007
21. Juli Wolke 9 D 2008
28. Juli Elegy oder die Kunst zu lieben USA 2008
4. August   Jerichow D 2009
11. August   Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra I 2008
18. August   Im Tal von Elah USA 2007
25. August   Michael Clayton USA 2007

 

car/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 1
  • 08.06.2011 15:03

önnte man die Filme nicht erst um 23:45 Uhr oder noch besser um 0:15 Uhr senden? Dann würde nun wirklich garantiert niemand mehr zugucken. Ich finde es ist eine Unverschämtheit und Zumutung diese teilweise guten Filme erst zu nachtschlafener Zeit zu bringen! Unverschämtheit!

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