Wenn Lust Frust bringt Versaut durch zu viele Sexreize?

Befinden wir uns auf einem Trip in eine übersexualisierte Welt, in der die Liebe ein Auslaufmodell ist? Und welchen Einfluss haben unsere uralten Triebe und Instinkte überhaupt noch? Eine Sex-Doku im Ersten versucht diese Fragen zu beantworten.

Sex im 21. Jahrhundert (Foto)
Sexspielzeuge sind Normalität geworden. Sexuelle Hemmschwellen sinken im 21. Jahrhundert, die Lust sinkt mit. Bild: MDR

Vor 50 Jahren wurde in Deutschland die Pille als Verhütungsmittel eingeführt. Damit wurde nicht nur die sexuelle Befreiung der Frau eingeleitet, sondern gleichzeitig eine Trennung von Sex und Fortpflanzung erreicht. Sex ohne Reue seit einem halben Jahrhundert - hat das zu mehr Lust oder mehr Frust in deutschen Betten geführt? Dieser Frage geht die Dokumentation Heute nicht, Schatz! von Katja Herr und Henrike Sandner nach.

Klar wird schnell: Das sexuelle Desinteresse steigt - sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Das stellen Psychologen, Biologen, Anthropologen und Sexualtherapeuten fest. Sie erforschen, warum es zu immer mehr so genannten «low-sex-» und «no-sex-Paaren» kommt – und lassen die Doku-Zuschauer daran teilhaben. Interessante Versuche aus der Welt der Sexualwissenschaft können hautnah erlebt werden. Im «Labor der Lust» an der Medizinischen Hochschule Hannover wird beispielsweise die Qualität des Orgasmus untersucht. Was macht uns zufriedener in der heutigen Zeit? Masturbation oder Sex mit dem Partner? An der Universität Wien analysieren Anthropologen anhand tanzender Probanden, was unsere Körpersprache über unseren Willen und Unwillen zum Geschlechtsverkehr aussagt. Und an der Universität Freiburg erforschen Hormonexperten den Einfluss des sogenannten Kuschelhormons Oxytocin auf die sexuelle Stimulierbarkeit und die Partnersuche.

Jenseits der Labore kommen Psychologen und Philosophen zu Wort, die Mann und Frau innerhalb des derzeitigen Klimas von «ständiger Erregung durch Bilder voller Titten und Ärsche» beobachten und analysieren. Berliner Forscher beschäftigen sich mit dem Konflikt von millionenfachen Sex-Angeboten via Internet kontra dem Verlangen nach Intimität. Sie wissen: Unser Alltag ist voller sexuell aufgeladener Bilder. Autos, Schuhe, Musik und sogar Joghurtbecher werden mit nackter Haut verkauft. Sex sells. Von allen Seiten überfluten uns Versprechen, noch schöner und begehrenswerter zu werden, wenn wir mitmachen und mitkaufen. Doch welchen Einfluss haben all diese Bilder auf unser Sexualleben? Stumpfen sie uns ab? Die Doku sucht nach Antworten.

Renommierte Wissenschaftler werden dabei zu Rate gezogen. Viele Fachausdrücke fallen - Testosteron, MHC-System, Oxytocin. Sie sind für den Laien nicht immer leicht verständlich, doch die Forscher bemühen sich, ihre Erkenntnisse mit jedermann zu teilen. Und so bietet Heute nicht, Schatz! auch jenen eine interessante Biologiestunde, die sich bisher wenig mit der Theorie der Hormone auseinandergesetzt haben. Unterstützt von teils nüchternem, teils erotischem Bildmaterial erfährt man viel Wissenswertes über sich selbst.

Katja Herr vermittelt in ihrer Dokumentation auf offene und unterhaltsame, aber zugleich kritische und lehrreiche Art und Weise tiefschürfende wissenschaftliche Informationen. Wir lernen, wie sich die Vorstellungen bezüglich Sexualität in unserem Hightechzeitalter verändert haben und wie sie sich wohl in Zukunft noch entwickeln werden müssen. Infotainment, das obwohl oder gerade, weil das Reizwort «Sex» im Titel vorkommt, sehenswert ist und zum Diskutieren und Reflektieren anregt.

Heute nicht, Schatz! - Lust und Frust im Fokus der Wissenschaft, Mittwoch,  1. Juni 2011, 23.30 Uhr, Das Erste.

ruk/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 2
  • 02.06.2011 13:55
Antwort auf Kommentar 1

Ja Carlo, sie haben Recht. Hier in Spanien ist die Sexwelle losgetreten worden. Kein Wunder bei so vielen GURKEN! Und dann wurde diese Sexwelle schnell gen Norden exportiert. Das Gleiche wie mit den Gurken, die Spanier sind uns immer einen Schritt voraus!

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  • Carlo
  • Kommentar 1
  • 01.06.2011 12:30

...und darum sind die GURKEN schuld und sind der Virenträger! - aber mit dem Finger auf SPANIEN zeigen...hier ist die Sexwelle losgetreten worden, in Deutschland - nun schlägt's zurück!.... wie sagt doch der Volksmund? - " man sieht sich zweimal!in dieser Welt "

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