Elisabeth Lanz «Papageien haben etwas Hinterhältiges»

Elisabeth Lanz (Foto)
Elisabeth Lanz hat Tieren gegenüber kaum Berührungsängste Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiter Sebastian Stoer
Die Dreharbeiten zur vierten Staffel von Tierärztin Dr. Mertens sind fast abgeschlossen. Im Leipziger Zoo sprach Hauptdarstellerin Elisabeth Lanz mit news.de über ihre Kindheit, Oberflächlichkeit und die Arbeit mit Tieren.

Seit 2004 kann man Sie in der Rolle der Tierärztin Dr. Mertens sehen. Warum macht Ihnen das immer noch Spaß? Woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Lanz: Das kommt wohl generell daher, dass ich die Einstellung besitze, dass ich jeden Tag neu beginnen möchte. Egal, was ich mache. Ob das nun ein Film oder eine Serie ist, ob ich nun als Mutter die ganze Zeit daheim bin und genauso in einen Alltagstrott hineingerate: Jeder Tag ist neu. Das ist das, woran ich mich jeden morgen erinnere, und so passiert für mich auch jeden Tag etwas Neues.

Was ist denn Ihr Lieblingstier?

Lanz: Mein Lieblingstier ist immer das, mit dem ich es gerade zu tun habe. Weil wir gerade im Zoo sind, darf ich das nicht zu laut sagen, die hören zu... (lacht)

Gibt es Tiere, mit denen Sie nie drehen würden?

Lanz: Vor kurzem hatte ich wieder mit einem Papagei zu tun. Und Papageien haben etwas Hinterhältiges, so kommt es mir zumindest vor. Mir hat mal jemand erklärt, dass Papageien-Besitzer immer ein bis zwei Finger weniger haben. Das fand ich dann nicht so lustig.

Aber Sie gehen auch so mal in den Zoo?

Lanz: Doch schon, aber mich interessiert das Erforschen des Menschen mehr. Ich habe mich immer so fremd auf diesem Planeten gefühlt, also habe ich mir gedacht, dass, wenn ich Schauspielerin werde, ich vielleicht auch so verstehen werde, was ein Mensch ist. (lacht)

Hatten Sie als Kind Haustiere?

Lanz: Hamster, Meerschweinchen, Katzen... Einen Raben hatten wir, der hat sogar Schlagzeilen gemacht. Mein Bruder hatte den gefunden und groß gezogen, da er aus dem Nest gefallen war. Da kam der dann jeden morgen ans Fenster und klopfte, wenn wir alle am Frühstückstisch saßen. Der hat dann immer sein Fleischstückchen abgeholt. Aber eines Tages lasen wir in der Zeitung, dass jemand dem Tier einen Genickschlag gegeben hatte. Offensichtlich wollte der Rabe mit dessen Kindern spielen. Das wusste der natürlich nicht und dachte, dass dieser Rabe seine Kinder anfällt. Dabei war der einfach an Menschen gewöhnt.

Sie wuchsen in einem SOS-Kinderdorf auf und wurden von einem katholischen Vater erzogen. War ihre Erziehung von Regeln geprägt?

Lanz: Regeln in dem Sinne nicht, denn gegen die habe ich mich immer aufgebäumt. Was er mir mit auf den Weg gegeben hat, war die Fähigkeit, abstrakt zu denken. Die Fähigkeit, hinter die Dinge zu schauen und Menschen nicht auf den ersten Blick zu be- oder verurteilen. Er hat mir durch eine religiöse Erziehung in gewisser Weise auch eine transzendente Welt geschenkt. Ich glaube nicht, dass wir nur eine materialistische Welt haben. Hinter dem Körper steht ein so riesiger Geist, den niemand sehen kann. Wenn ich Sie ansehe, was weiß ich von Ihnen? Dahinter ist ein ganzes Leben. Da sind Erfahrungen. Da ist etwas gespeichert, was viel größer als der Körper ist.

Sehen Sie da einen Bezug zur Schauspielerei?

Lanz: Das findet sich darin wieder, Menschen nicht oberflächlich zu betrachten und dadurch sowohl eine Tiefe zu erkennen als auch Empathie haben zu können. Auf Psychologien und Biographien anders eingehen zu können. Denn das, was mir oberflächlich geboten ist, kann eben nur oberflächlich sein. Wie soll man denn in zwei Minuten einen Menschen kennen lernen?

Haben Sie da ein einschneidendes Erlebnis aus den letzten Drehwochen?

Lanz: Das kann man nicht so als Schlagwort verwenden, da es keine großen Dinge sind. Das sind ganz kleine Sachen, durch die man feststellt, dass man die Welt auch anders sehen kann. Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich Menschen Dinge wahrnehmen und interpretieren. Jeder Mensch lebt in gewisser Weise in seinem eigenen Kosmos. Es ist generell eine großes Herausforderung, sich selber insofern zu öffnen, dass eine Begegnung auf einer tieferen Ebene stattfinden kann.

Hat Ihre Erziehung Sie diszipliniert?

Lanz: Das entscheidende disziplinäre Training, was ich durchgemacht habe, war die Zeit, in der ich Leistungssport betrieben habe. Da muss man mit sich selber kämpfen. Das hat immer etwas mit Disziplin zu tun. Mit sich selber über Grenzen zu gehen. Gestern hat mich auch jemand beim Leipziger Frauenlauf gefragt, ob es etwas zu gewinnen gäbe. Ich muss mich selber besiegen, also in dem Sinne, dass ich die Strecke auch durchlaufe und nicht aufgebe.

Fühlen Sie sich heute noch fremd?

Lanz: Ich fühle mich mittlerweile überhaupt nicht mehr fremd, aber in sehr jungen Jahren war das schon so. Als ich eben meine Ausbildung angefangen hatte. Aber durch diese Arbeit habe ich sehr viele Wesen, Charaktere und Biographien kennen gelernt und so ist mir vieles nicht mehr fremd. Ich habe mir eben schon vieles angeschaut.

Sie werden im Dezember 40. Wie gehen Sie als Schauspielerin damit um?

Lanz: Erst einmal stimmt das Geburtsdatum nicht, denn da sind absichtlich mehrere im Umlauf. (lacht) Es gab eine Zeit, in der irgendwelche Leute Geburtshoroskope von mir erstellen wollten. Das fand ich ganz blöd und wollte das eben nich. Es hat auch nichts damit zu tun, ob man selber an so etwas glaubt, aber es reicht mir, wenn andere Leute etwas in solch Horoskope hinein interpretieren. Das muss man ja nicht im Internet haben. Inzwischen ist es mir ja egal, aber ich sag es trotzdem nicht. (lacht) Ich hab für mich eigentlich immer gesagt, dass das Leben erst mit 35 richtig anfängt und so war es auch bisher.

«Tierärztin Dr. Mertens»
Frau Doktor und das liebe Vieh

Die neue Staffel von Tierärztin Dr. Mertens wird voraussichtlich im Herbst 2011 ausgestrahlt.

car/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 2
  • 22.05.2011 17:59

Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.

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  • Hartmuth Moehse
  • Kommentar 1
  • 22.05.2011 14:59

Brechen wir eine Lanze für Frau Lanz?!?!? Ne, brechen wir lieber auf eine der schlechtesten Schauspielerinnen die die Welt je gesehen hat. Mimik, Gestik, Posituren alles einem Alpental würdig, eben Schluchten-Sch......-Maessig, und nicht Telegen, oder? :-D Ach Frau Lanz, gehen Sie doch bitte zurück nach Österreich und mähen dort an steilen Hängen für Ihre Kuh das Gras. Was ist flüssiger als Wasser? Frau Lanz, die ist überflüssig.

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