ESC-Finale Aserbaidschan gewinnt

Wahnsinn in Tüten: Aserbaidschan siegt überraschend beim Eurovision Song Contest. Lena platziert sich im vorderen Mittelfeld. Wir haben den Wahnsinn eines höchst unterhaltsamen Abends live für Sie eingetütet.

Aserbaidschan (Foto)
Ell & Nikki gewannen mit dem Kuschelsong Running Scared. Bild: dpa
Die ESC-Teilnehmer 2011

Vorwort Gleich geht er los, der Wahnsinn in Tüten. Der Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf geht ins Finale. 25 Länder, Freaks, Favoriten und Lena, die nicht ganz Favoritin ist. Sie wird als 16. kurz nach 22 Uhr starten und gleich zu Beginn der Show schon einmal austesten, wie es sich vor 36.000 Zuschauern so anfühlt. Für uns ist es ein großes Fest, ein unbeschwerter Abend vor dem Fernseher. Pünktlich nach dem Wort zum Sonntag sind wir live dabei.

20.57 Uhr Das Wort zum Sonntag aus der Arena. Hm. Gereon Alter sagt etwas von Herzschlag. Bumm-bumm-bumm.

21 Uhr Die Hymne und Peter Urban. Das Trio Infernale Anke Engelke, Stefan Raab und Judith Rakers hat sich für die Farben Flausch-Rot, Klassisch-Schwarz und Geschenkpapier-Silber entschieden. Satellite noch einmal in der Rockabilly-Version à la The Hives. Nur ohne auf die Bühne spuckenden Bassisten. Mit Lena. und 42 Lena-Doubles. Raab darf sich noch mal richtig produzieren. Gigantisches Finale des Auftakts. Wahnsinn in Tüten, wie versprochen.

Eurovision Song Contest: Herzflimmern statt Herzschmerz

21.13 Uhr Es geht lohohooos. Die Welt geht hinter Paradise Oskar auf. Für Finnland singt er Da Da Dam. «Niiiieeedlich!» Eine Mischung aus Ronan Keating und James Blunt mit dem Aussehen von Bastian Schweinsteiger. Tatschi. Verkupplungsdrohungen werden durch den Raum geworfen. Der langsame Start wird von Dino Merlin aus Bosnien-Herzegowina komplettiert. In Love In Rewind soll sogar englischer Text versteckt sein. Wir suchen noch. Alle Songs auf einer schicken Europakarte gibt es im übrigen hier. (Sagen sie das bitte aber nicht einem Nordiren weiter. Danke.)

21.21 Uhr Als nächstes ist Dänemark an der Reihe. A Friend In London mit New Tomorrow. Es bleibt genauso wenig zu sagen, wie noch am Donnerstag. Formatradio, ick hör' dir trapsen. Das beste der 1970er, 1980er, 1990er und das beste von heute. Für Litauen geht Evelina Sasenko mit C'est Ma Vie an den Start. Der Kollesche knutscht gleich die Raufasertapete, auf der das Beamerbild flimmert. Diagnose: Dritter Monat. Weißer Flügel als Begleitung und Gebärdensprache als kleines Gimmick.

Eurovision Song Contest: Die längsten drei Minuten
Video: dapd

21.29 Uhr Ungarn mit Kati Wolf, der Kollesche springt bei What About My Dreams auf. Sein Abstand zum Beamerbild wird mittlerweile in Zentimetern gemessen. 80 Zentimeter grob geschätzt. Boomboomboom. Am Ende doch unter ferner liefen. Jetzt aber zwei, die alle Kategorien sprengen. Jedward für Irland mit Lipstick. Durchgedreht und abgedreht. Rot, schwarz und weiß in einer der psychedelischsten Varianten, die auf diesem Planeten möglich ist. Der Song ist Durchschnitt, das Gesamtpaket Mitfavorit auf den Titel.

21.37 Uhr Jetzt die Schweden mit dem glatt gebügelten Eric Saade. Popular singt er und will er in ganz Europa sein. Mit Handschuh an der rechten Hand. «Und ein bisschen scharf», sagt die Kollegin. Der Begriff Metrosexuell hätte für ihn erfunden werden können. Jetzt wird wieder aufgedreht. Getter Jaani für Estland. Rockefeller Street ist ein Dancekracher vor dem Herrn. Genörgel.

21.45 Uhr Euro-Krise? Egal. Griechenland. Hip-Pop-Hop. Loukas Yiorkas feat. Stereo Mike mit Watch My Dance. Sie wollen offenbar die Kosten für den ESC 2012 nicht übernehmen. Die Gefahr besteht wahrlich nicht. Lady Gaga für Russland. Oh, doch Alexey Vorobjov, der sich Get You von Lady-Gaga-Produzent RedOne auf den Leib schreiben ließ. Wenn der gewinnt, haben sie nur die Teenie-SMS gezählt.

21.53 Uhr Favoritenzeit. Frankreich schickt Amaury Vassili mit Sognu. Schmalzalarm! Die Buchmacher sehen ihn vorn. Uiuiui, das könnte schief gehen. Zu offensichtlich wurde die Emotionenkarte gespielt. Italien ist mit Raphael Gualazzi und seiner Nummer Madness Of Love. Rapfael van der Vaart mit mehr Haar und 10 Kilo mehr auf den Rippen, meinen die Kollegen. Entspannte Barmusik mit Freejazz-Anteil. Huch, Wettbewerb verfehlt?!

Eurovision Song Contest: Sie singen um die Schlagerkrone

Lesen Sie auf Seite 2, wer den höchsten Schrägheitsfaktor hatte

22.01 Uhr Die Schweiz vertritt Anna Rossinelli mit In Love For A While. 120 Zentimeter Abstand wurden gemessen. Der Kollege droht damit, ihr gegenüber nicht neutral zu bleiben. Kracher! Das Lena-Fieber steigt. Jetzt aber Blue für Großbritannien, die gestandene Boyband singt I Can. 257 Zentimeter Abstand. Hm, ob eine Jungsgruppe da etwas reißen kann? Der Song ist guter Schnitt.

22.11 Uhr Jetzt wieder Freakshow! Zdob si Zdub performen So Lucky für Moldawien. Gogol Bordello trifft auf Bonaparte, nur ohne nackte Tatsachen. Gewürzt mit der Optik von 7 Zwerge - Allein im Wald. Eine gute Vorlage für Lena. Schrägheitsfaktor Nölf. Siegchancen: Null.

Lenatime (22.15 Uhr) Der Song dürfte bekannt sein. Lena vertritt Deutschland mit Taken By A Stranger und meint nicht den Joghurt im Bürokühlschrank. Nach den bekloppten Moldawiern eine angenehme Ruhe in der Halle, die endet, als der Song vorbei ist. Freundlicher Applaus von den 36.000 Zuschauern in der Arena in Düsseldorf.

22.19 Uhr Und nun Hotel FM mit Change für Rumänien. Ein Wackelkandidat aus dem Halbfinale ohne große Siegchancen. Drittletzter bei den Buchmachern, zu egal ist das Lied. Nu ja, jetzt aber Österreich. Nadine Beiler. Jetzt hat der Beamer Angst  vor dem Kollegen. The Secret Is Love heißt ihr Song. Er sieht sie unter den Top Fünf, näher als 138 Zentimeter wars aber nicht. Also doch schlechter. Zumindest die Optik.

22.27 Uhr Aserbaidschan. Ell/Nikki geben ein schickes Duett. Running Scared ist eine angenehm reduzierte Version eines Popsongs, die Kollegen sind nicht amused, okay, dann eben nicht. Jetzt Slowenien mit Maja Keuc und No One. Conan der Barbar, weibliche Hauptrolle. Naja.

22.35 Uhr Nun die Herzschmerzgeschichte des diesjährigen Wettbewerbs. Island schickt Sjonni's Friends mit Coming Home, der Sänger Islands starb überraschend im Januar. Kommentator Peter Urban nennt als Todesursache einen Herzschlag. Feel the heart beat. Das Lied ist derweil nichts, an was man sich in fünf Minuten noch erinnert. Maria Perez steigt für Spanien mit Que Me Quiten Lo Nailao auf die Bühne. Es wird definitiv niemand bei einer Pogo verletzt, denn es gibt keine.

22.44 Uhr Angel heißt die Nummer von Mika Newton für die Ukraine. Optisch wertvoll, weil viel Sand im Hintergrund. Und da, ein gerupfter Vogel auf den Schultern. Spannweite deutlich unter dem Beamerbild-Kollegenabstand. Für Serbien geht Nina an den Start. Caroban, gesprochen Tscharoban, mit knallpastellfarbener Deko. Ein Kollege wähnt sich bei Austin Powers. Eine perfide Strategie wird da gefahren, um die Weltherrschaft aka Eurovision Song Contest an sich zu reißen.

22.53 Uhr Georgien geht nach der niedlichsten Videopostkarte der Welt mit Eldrine und dem Song One More Day als letztes an den Start. Ist Liliana Matthäus aus dem Perfekten Promidinner ausgebüxt? Naja, NuMetal mit Evanescence-Anklängen. Nichts, womit man einen ESC nach Tiflis holt.

Lesen Sie auf Seite 3, wie das Lotto der Punktevergabe ausging

23.27 Uhr Die Punktevergabe. Aus 43 Ländern. Puh, das wird dauern. Wir geben nur einige Zwischenstände durch. Ein großes Durcheinander bei den ersten zehn Ländern, kein klarer Favorit. Fünf Länder sind derzeit noch in Schlagdistanz. Ukraine, Schweden, Griechenland, Großbritannien und Aserbaidschan. Aus diesem Kreis wird sich wohl der Sieger rekrutieren. Der Kollesche sprang bei der isländischen Moderatorin auf 12 Zentimeter an das Beamerbild heran. Bei der slowakischen Moderatorin bliebt er gleich ganz vorn.

23.43 Uhr Der Schwede Eric Saade ist ein wenig weg und der Kollesche bekommt so langsam Hüftarthrose vom vielen Aufspringen. Chibsche und scheene Moderatorinnen chalt. 12 Punkte aus Deutschland nach Österreich, nur 8 gab's zurück. Wir schicken dann gleich noch mal 12.000 minderbemittelte Ärztekinder zum Medizinstudium nach Innsbruck.

23.57 Uhr Unvorhersehbar das Ganze. Lotto is nüscht dagegen. Derzeit ist es ein Vierkampf zwischen Aserbaidschan, Schweden, Ukraine und Bosnien-Herzegowina.

Sonntag 0.11 Uhr Aserbaidschan macht es. 46 Punkte Vorsprung bei sechs ausstehenden Ländern. Ein unerwarteter Sieger in einem komplett unvorhersehbaren Wettbewerb. Favoritenstürze im halben Dutzend. Lena landet im vorderen Mittelfeld.

0.18 Uhr Auch rechnerisch ist es nun klar. Der nächste Eurovision Song Contest findet... tata... in Aserbaidschan statt. Ell/Nikki siegen letztlich mit respektablen Vorsprung. Berti Vogts ist in Aserbaidschan Fußball-Nationaltrainer. Noch. Sieg auch für einen Deutschen! Das Endergebnis: Aserbaidschan 221 Punkte, Italien 189 Punkte und Schweden 185 Punkte. Lena mit Platz 10. Sie kann nun Ferien machen.

sca/beu/wam/boi/mik/sgo/ruk/cvd/news.de

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Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 8
  • 15.05.2011 21:43

Kommentar: 3 15.05.2011 11:32 von Heinz "Von mir hatten sie im Vorfeld 4 von 5 möglichen Punkten bekommen." Heinz, da waren Sie beim falschen Wettbewerb. Beim ESC konnte man 12 Punkte vergeben! 5 gibt's für den ersten bei der Formel eins! Aber da geben nicht die Jury und die Zuschauer die Punkte ab. Lena war am besten! Ansonsten eine gelungene Veranstaltung und weit billiger als Fußball und anderer Sportschrott!

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  • firstbeppolino
  • Kommentar 7
  • 15.05.2011 17:03
Antwort auf Kommentar 6

was hast den du eingeworfen??

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  • kuk
  • Kommentar 6
  • 15.05.2011 16:26

Das war eine geile Party und gute Stimmung. Niemand hat damit gerechnet, dass Lena gewinnt. Man sollte in solche Shows ohne Erwartungen gehen, jedoch alles geben, dann hat man einfach viel Spass davon, dass man teilnehmen durfte. Die beste Nummer war gestern natürlich die von Stefan Raab - schade, dass man dafür nicht anrufen konnte. Es war so geil! Danke Stefan & Co.

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