Sarah Kuttner Die Fragenauszieherin

Ausflug mit Kuttner  (Foto)
Landwirt, Moderatorin und Sängerin fahren Trecker.   Bild: SWR/Riesenbuhei

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Sarah Kuttner traf Lena für eine Landpartie. Da ist es kein Zufall, dass die Sendung direkt vor Lenas ESC-Auftritt gezeigt wird. Im Interview verrät Sarah Kuttner, was an der frischen Luft schön war und welche Fragen sie überhaupt nicht hören mag.

Die ESC-Teilnehmer 2011

Frau Kuttner, auf ihrer erst kürzlich neu eingerichteten Facebook-Seite fragt Klaas Heufer-Umlauf, ob Sie 2012 einen MySpace-Account einrichten. Wird das so passieren?

Sarah Kuttner: Das ist doch keine ernsthafte Frage, oder? Bitte, nach einem langen Interviewtag keine rhetorischen Quatschfragen. Abgesehen davon, dass ich das Filmchen in dem Klaas das sagt selbst inszeniert und geschnitten habe, war es ja auch von Klaas ganz offensichtlich ein Spaß. Und nein, 2012 werde ich keinen MySpace-Account anlegen. Vermutlich gibt es MySpace dann gar nicht mehr.

Dann mal noch eine rhetorische Quatschfrage...

Kuttner: ... Au ja, noch mehr rhetorische Quatschfragen!

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Sie sind als gebürtige Berlinerin mit ihrer Sendung beim SWR gelandet. Ist das jetzt die Berliner Antwort auf die Exil-Schwaben?

Kuttner: Das stimmt, das ist eine rhetorische Quatschfrage. Ich verstehe es, dass ihr Journalisten es sexy findet, solche Fragen zu stellen. Aber dahinter verstecken sich auch nur ganz normale Fragen, nur dass sie besser angezogen sind und für mich ist es total anstrengend, erst die gut angezogenen Fragen auszuziehen. Dennoch: Der SWR war einfach ein Sender, der Lust hatte, mit mir zu arbeiten. Und ich würde jederzeit mit jedem arbeiten, der Lust hat, mit mir zu arbeiten, außer vielleicht mit RTL2. Und so ist es dazu gekommen. Nach Kuttners Kleinanzeigen hatten sie Lust auf dieses Konzept und so ist es zum SWR gekommen. Ich nehme an, das ist die Antwort auf die Frage die Sie eigentlich stellen wollten, oder?

Ja, aber sicher auf eine Frage, die heute schon drei Mal kam, oder?

Kuttner: Nee, gar nicht, deswegen hätten Sie sie gar nicht so verkleiden müssen.

Gut, dann versuche ich es jetzt mal etwas direkter. Ihre letzten drei Projekte gingen jeweils nur über drei oder vier Folgen...

Kuttner: Ja das ist merkwürdig, ich weiß ich auch nicht, warum das so ist.

Keine Lust auf etwas Längeres? Oder doch?

Kuttner: Vermutlich ist das einfach eine Grundvorsicht. Mich verwirrt das ehrlich gesagt auch ein bisschen. Natürlich habe ich allein aus wirtschaftlichen Gründen ein Interesse daran, mehr zu arbeiten als nur so kurz. Es regiert aber die Vorsicht. Die Leute wollen erst mal gucken. Andererseits ist das auch eine Form des Bekenntnisses. Dann macht man als Alternative eine Staffel mit zehn Folgen fürs Privatfernsehen und wird dort nach der ersten Folge abgesetzt. So weiß ich wenigstens: Die drei Folgen werden aber auch gesendet.

Die Folge mit Lena wird natürlich noch vor dem ESC gezeigt. Das sind allerdings auch vier Monate Abstand zu den weiteren Folgen.

Kuttner: Natürlich mache ich mir über solche Sachen meine Gedanken und finde es ein wenig schräg. Andererseits waren die drei Sendungen schon immer für September geplant. Und da Lena jetzt dabei ist, ist auch die ARD drauf aufmerksam geworden. Irgendein Programmplaner wird sich dabei sicher was gedacht haben. Und im Grunde ist es mir auch egal. Mein Job ist dann vorbei, wenn die Kamera aus ist und ich mich abschminke.

Noch einmal zurück zur rhetorischen Quatschfrage zu Facebook. Ihr Twitteraccount hat genau einen Tweet (Anm. d. Red.: Der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder gelöscht wurde)...

Kuttner: Ich habe diesen Account nur deswegen, damit niemand anderes in meinem Namen twittert, oder wie das heißt. Ich habe 300 Follower, die mir folgen, ohne dass je etwas von mir kommt, was ich immer ein bisschen rührend finde, ehrlich gesagt. Also habe ich einmalig dieses Facebook-Ankündigungs-Filmchen gepostet. Fertig.

Noch einmal das blaue Portal. Dort findet sich ein Foto von Ihnen mit Lena, das vielleicht weiterhin für Skepsis bei Programmplanern sorgen könnte.

Kuttner: Weshalb? Weil wir eine Fratze ziehen? Das ist doch toll, da sind eben zwei Mädchen drauf, so wie sie sind. Kein Beautyshot, bei dem sie super gut geschminkt sind. Das ist ein Handyfoto, das wir bei dem Dreh gemacht haben. Und bevor ich da ein perfektes Pressefoto reinstelle, nehme ich lieber das. Über sowas freuen sich die Leute. Eitelkeit hin oder her. Außerdem wird es immer Leute geben, die Lena oder mich blöd finden, die ändern ihre Meinung nicht bei einem Foto. Ich fand es schön, dass man mal kacke aussehen kann und ja, wir sehen auf dem Bild kacke aus.

Vor vielen Jahren musste ich einmal als Schüler gezwungenermaßen einen Ferienjob auf einem Bauernhof machen. Und das war unfassbar langweilig. War es bei Ihnen auch so?

Kuttner: Naja, wir haben ja nicht wirklich gearbeitet. Für uns ging es darum einen Ausflug zu machen, uns zu unterhalten und bestenfalls ein wenig Spaß zu haben.
Natürlich war es auch Arbeit, aber eben Fernseharbeit. Wir waren letztlich fünf Stunden da, für einen Dreh sehr lange, für einen Urlaub auf dem Bauernhof sehr kurz. Wir haben Tiere gefüttert, Blumen geschnitten, sind Trecker gefahren und haben gepicknickt. Das war keine Arbeit und sehr charmant.

Und das Essen? Ich habe damals Buttermilch löffeln dürfen...

Kuttner: Nein, ich habe selber den Picknickkorb gepackt, mit Stulle und gekochten Eiern...

Sie haben 2004 mit Jörg Pilawa den deutschen Vorausscheid für den Grand Prix moderiert, der ja jetzt ESC heißt. Schauen Sie es sich seit dem immer an?

Kuttner: Nein, ich bin kein ausgesprochener Fan. Als ich den Vorentscheid mit Jörg moderiert habe, war es sehr besonders, da das Konzept damals relativ revolutionär war und wir mit Max Mutzke damals ziemlich weit kamen. Insoweit fand ich es gut und aufregend. Und man guckt ja meist dann nicht, wenn es eh keine Chancen gibt.

Aber im vergangenen Jahr haben Sie schon zugeschaut?

Kuttner: Ja, sicher, das war ja wirklich aufregend.

Und dieses Jahr?

Kuttner: Ich habe es mir jetzt nicht im Kalender aufgeschrieben. Aber wenn es ist, schaue ich mal rein und drücke die Daumen für die zauberhafte Lena.

Sarah Kuttner (32) ist Fernsehmoderatorin und Autorin. Nach einer Karriere als Moderatorin beim Musiksender Viva ist die musik- und popkulturell interessierte Berlinerin als Autorin und Moderatorin verschiedener Radio- und Fernsehsendungen in der Öffentlichkeit zugegen.

Ausflug mit Kuttner, Samstag, 7. Mai, 15.03 Uhr, Das Erste

boi/news.de

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