Matthias Schweighöfer Der Ausgezeichnete

Matthias Schweighöfer war mal eine «dicke Sau». Kein Scherz, denn sein Vater soll ihn tatsächlich einmal so genannt haben. Dick ist er nicht mehr, dafür umso dicker im Geschäft. Der 30-Jährige ist heute Abend in einer Tatort-Rolle zu sehen, für die er verdient ausgezeichnet wurde.

Matthias Schweighöfer (Foto)
Matthias Schweighöfer ist demnächst mit seiner ersten Regiearbeit What a man in den deutschen Kinos zu sehen. Bild: dpa

Sein Talent wurde ihm in die Wiege gelegt. Er ist der Sohn des Schauspielerpaares Michael und Gitta Schweighöfer. Offenbar reichte das Talent auch dazu aus, die Schauspielschule fast gänzlich sausen zu lassen. Das Studium an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» hing er nach einem Jahr an den Nagel. Im Nachhinein kein Fehler, denn der 30-Jährige hat auch so seinen Weg gemacht.

Einer breiteren Öffentlichkeit wird der blonde Schauspieler 2003 mit dem Film Soloalbum bekannt. Matthias Schweighöfer und Nora Tschirner sind in den Hauptrollen zu sehen. Es wird ein großer Erfolg. Im selben Jahr erhält der damals 22-Jährige die erste renommierte Auszeichnung für seine Arbeit: Schweighöfer bekommt den Grimme-Preis. Nicht für seine Rolle im Kinofilm Soloalbum, sondern für eine Rolle in dem TV-Film Die Freunde der Freunde von Dominik Graf.

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Preise über Preise

Der Grimme-Preis blieb nicht die einzige Auszeichnung in Schweighöfers junger Karriere. Obwohl der gebürtige Anklamer gerade einmal 30 Jahre alt ist, hat er schon die wichtigsten Preise der Film- und Fernsehlandschaft eingeheimst. Goldene Kamera, Deutscher Fernsehpreis, New Faces Award, Bayerischer Fernsehpreis - allesamt in Schweighöfers Vitrine versammelt. Mit seiner schludrig-schnoddrigen Art trifft er offenbar mitten ins Herz der Zuschauer und Kritiker.

Matthias Schweighöfer hat es sogar geschafft, das erfolgreiche, aber häufig überambitionierte Krimi-Schlachtschiff Tatort durch seine Mitwirkung zu adeln. In dem Fall der Frankfurter Kommissare Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) Weil sie böse sind spielt Schweighöfer den mörderisch durchtriebenen Balthasar Staupen so diabolisch, dass er dafür den Hessischen Filmpreis einheimst. 

Auch vor großen Figuren der Zeitgeschichte macht Schweighöfer nicht halt. Er verkörperte den jungen Schiller ebenso wie den Fliegerhelden des ersten Weltkrieges, Manfred von Richthofen, den «Roten Baron». Auch Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wurde von Matthias Schweighöfer verkörpert. Trotz seines jugendlichen Habitus gelingt dem Schauspieler dabei stets eine glaubhafte Darstellung seiner Charaktere.

Schweighöfer als Regisseur

Inzwischen macht der 30-Jährige nicht nur durch seine Schauspielkunst auf sich aufmerksam. Es hat ihn auch hinter die Kamera verschlagen. Sein Regiedebüt What a man soll im Spätsommer 2011 in die Kinos kommen. Die Hauptrolle in der romantischen Komödie hat er sich außerdem als Co-Autor auf den Leib geschrieben.

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Auch der Film Rubbeldiekatz von Detlef Buck, in dem sich Matthias Schweighöfer als Frau verkleidet, soll noch dieses Jahr in den Kinos starten. Aktuell steckt er in den Dreharbeiten der Verfilmung des Wladimir-Kaminers-Romans Russendisko.

Der Schauspieler ist aber nicht nur auf der Leinwand stilbildend. Gemeinsam mit MTV-Moderator Joachim «Joko» Winterscheidt, Designer Kilian Kerner und Musikproduzent Sebastian Radlmeier gründete er 2009 das Modelabel German Garment.

Auch privat läuft es bei dem deutschen Schauspielstar mehr als rund. Seit 2004 ist er mit der Regieassistentin Ani Schromm liiert und stolzer Vater seiner Tochter Greta (zwei Jahre).


Matthias Schweíghöfer ist heute Abend in der Wiederholung der Tatort-Folge Weil sie böse sind zu sehen (Das Erste, 20.15 Uhr).

cvd/sua/news.de

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