Kate Moss Das Supermodel mit dem «heroin chic»

Kate Moss (Foto)
Warum ist Kate Moss vom Model zur Ikone aufgestiegen? Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn
Sie gilt als Inbegriff des Supermodels, hat eine steile Karriere, einen substanzreichen Abstieg und ein tadelloses Comeback hingelegt. Dabei hat Kate Moss mit ihrer Größe von 1,72 Metern nicht mal Modelmaße. Wie konnte sie zur Modeikone werden?

Dies Frage versucht die Arte-Doku Kate! - Vom Model zur Ikone heute Abend zu beantworten. Nahezu täglich gibt es Bilder des Models in Zeitungen, Magazinen, auf Werbebannern oder im Fernsehen zu sehen. Selbst Drogen- und Alkoholexzesse konnten der Britin nichts anhaben - ihre Magie ist ungebrochen.

Entdeckt wurde Moss 1988 als 14-jähriges Mädchen durch eine amerikanische Agentin. Seitdem ging es karrieretechnisch nur bergauf für die Engländerin. Moss läutete ein neues Zeitalter der Models ein, definierte einen völlig neuen Typ von Frau und prägte den Begriff «heroin chic» durch eine urbane, legere und manchmal auch punkig-verwahrloste Mode. Sie arbeitete von Anfang an mit den besten Fotografen der Welt zusammen, wählte ihre Jobs sicher und gewinnbringend aus und wurde trotz Überpräsenz zum Megastar an dem sich niemand satt sehen kann. Obwohl Designer und Modehäuser die Mehrfachbuchung eines Models meiden wie der Teufel das Weihwasser - Moss wird auch dann gebucht, wenn sie schon zehn andere Veträge mit der Konkurrenz abgeschlossen hat.

Eine Prostituierte mit eigenem Salon

Was hat diese Frau Besonderes, was macht sie zur Ikone? Zu Wort kommen Fotografen wie Peter Lindbergh oder Albert Watson, die Modeschöpferin Vivienne Westwood oder auch die Moss-Biografin Angela Buttolph um dem Geheimnis des Models auf den Grund zu gehen. So glaubt Westwood, dass Kate im 19. Jahrhundert vermutlich eine Prostituierte mit eignem Salon gewesen wäre. Heute würde man dies Model nennen, aber das wäre schon in Ordnung. Die Designerin mag vorallem Kates Unkonventionalität, ihren Stil sowie ihre Punkattitüde.

Anders formuliert es Moss-Biografin Angela Buttolph. Sie glaubt, Kate wäre ein Versuch der Modeindustrie gewesen, der auch funktioniert hat. Man habe das Mädchen einfach in den Modezirkus geworfen und geschaut, was passiert. Das Ergebnis sei eine beispiellose Karriere, in der Moss, laut Buttholph nie ein Interview gegeben hat und sich gegenüber der Boulevardpresse gegenüber stets zurückhaltend verhielt - egal was diese über sie schrieb. Weltweit inspirierte und inspiriert sie unzählige Künstler, die sie fotografieren, malen und filmen. Selbst Drogen- und Alkoholexzesse können der kleinen großen Frau schier nichts anhaben.

Fast alle Wegbegleiter sind sich einig: Moss ist schön, aber nicht perfekt, hat schiefe Zähne und dünnes Haar. Trotzdem schafft sie es, für jeden ihrer großen Kunden einzigartig und wandelbar zu sein. Sie ist das zarte Mädchen, die verführerische Sirene oder aber der männerfressende Vamp - sie hat etwas, dass vielen anderen Kolleginnen fehlt und trotzdem niemand genau benennen kann.

Die Spurensuche auf ARTE ist ein unterhaltsamer Blick hinter die Kulissen des Modegeschäftes und eine spannende Wanderung entlang der Karrierestationen von Kate Moss. Die zahlreichen Kommentatoren stellen das Model abseits von Drogen und Alkohol vor und versuchen seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dazu gibt es zahlreiche Fotos der mittlerweile 35-jährigen Mutter, die ihre Karriere in Bildern zeigen. Ob die Frage nach dem Ikonenstatus beantwortet wird, müssen Sie selbst sehen. Fotograf Lindbergh sieht das ganz nüchtern und weiß: «Man wird zur Ikone erhoben und gemacht. Und wenn es angefangen hat, geht es nicht mehr zurück.»

Regisseuerin Nicola Graef liefert mit ihrer Dokumentation 52 spannende Minuten Modebusiness mit Blick hinter die Kulissen. Wer also nach der heute startenden neuen Staffel Germanys Next Topmodel einen Blick in die echte Modewelt werfen will, ist bei Arte genau richtig.

Titel: Kate! - Vom Model zur Ikone
Regie: Nicola Greaf
Sendetermin: Donnerstag, 3. März, 22.15 Uhr, Arte

som/rzf/news.de

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