«Chefsache» Die Rückkehr der Sabine Christiansen

Sabine Christiansen (Foto)
Sabine Christiansen empfängt Spitzenmanager. Bild: dpa

Manager entscheiden über Milliardeninvestitionen, Firmenstandorte und Arbeitsplätze. Anders als Politiker stehen sie aber nur selten im Rampenlicht. Das wollen Sabine Christiansen und Christoph Keese mit einer neuen Porträtreihe ändern.

Die ehemalige ARD-Moderatorin Sabine Christiansen ist wieder da. Auf n-tv zeigt sie zusammen mit dem Journalisten und Medienmanager Christoph Keese Porträts von Firmenchefs aus ungewöhnlicher Nähe. Die wöchentliche Reihe Chefsache - Manager, Marken, Märkte beginnt am Abend mit einem Beitrag über den Sportartikelhersteller Puma und den scheidenden Vorstandschef Jochen Zeitz.

Damit haben die beiden Journalisten eine Marktlücke entdeckt: «Das Fernsehen findet in Deutschland unter Ausschluss der wichtigsten Führungspersönlichkeiten der Wirtschaft statt», sagt Keese (46). Christiansen (53) betont: «Im Ausland sind solche Formate viel gängiger. In Deutschland wird viel zu oft über Manager gesprochen anstatt mit ihnen.»

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Die Reihe will sich dem Manager als Mensch und Unternehmensführer nähern. «Unser Konzept lautet: Wir wollen die Manager überall interviewen, aber nicht am Schreibtisch», erklärt Christiansen. Stattdessen begleiten die Fernsehteams die Bosse auf Geschäftsreisen oder gehen mit ihnen durch die Werke.

Internationale Wirtschaftselite vor der Kamera

Dass sie dabei aufpassen müssen, sich nicht von den PR-Abteilungen die Richtung vorgeben zu lassen, weiß Keese aus eigener Erfahrung. Er war Chefredakteur der Financial Times Deutschland und der Welt am Sonntag, bevor er Geschäftsführer Public Affairs beim Medienkonzern Axel Springer wurde. Keese betont den kritischen Ansatz. «Wir fragen alles, was aktuell ist und lassen auch brisante Themen nicht aus. Es sind keine Werbefilme.»

Auf das Konzept haben sich schon viele prominente Wirtschaftsführer eingelassen: Nach Zeitz, den Christiansen nach Herzogenaurach, Paris und Kenia begleitet hat, folgen Porträts über Michael Frenzel, den Chef des Reisekonzerns Tui, sowie Jürgen Großmann, der den Energieriesen RWE leitet und den Vorstandsvorsitzenden der Post, Frank Appel. Auch der Chef des Handelskonzerns Metro, Eckhard Cordes, und das geschäftsführende Vorstandsmitglied des US-Giganten General Electric, Jeffrey Immelt, lassen sich in die Karten schauen.

Gesendet wird auch außerhalb Deutschlands

«Die Mischung ist wichtig», betont Christiansen. «Deshalb kommen auch Branchen wie Handel, Kunst, Logistik oder Mode vor. Wir wollen nationale und internationale Manager und Unternehmer vorstellen.» Die Sendereihe wird auch für den internationalen Markt produziert; eine speziell zugeschnittene Fassung läuft weltweit im deutschen Auslandsfernsehen DW-TV auf englisch, spanisch und arabisch mit einer Reichweite von 250 Millionen Haushalten. Auch ein chinesischer Sender übernehme das Format.

Sabine Christiansen, die bis Mitte 2007 die gleichnamige ARD-Talkshow am Sonntagabend moderierte und davor die Tagesthemen präsentierte, will ihr Comeback nicht überbewerten. «Wir planen vorerst bis Sommer, der Zeitaufwand ist riesig.» Nach dem Ausstieg bei der ARD übernahm Christiansen Global Players beim Wirtschaftssender CNBC und später Agenda 09 bei der RTL-Tochter n-tv. Die neue Reihe wird von TV21 produziert, deren Geschäftsführerin sie ist.

Chefsache - Manager, Marken, Märkte, Montag, 21. Februar, 18.30 Uhr, n-tv.

ruk/ivb/news.de/dpa

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