Monica Lierhaus Fernsehlotterie statt Sportschau

Lierhaus wird Fernsehlotterie-Botschafterin (Foto)
Monica Lierhaus wird die Sportschau nicht mehr moderieren. Bild: dpa

Von Carsten Rave
Am Samstagabend bewegte die erkrankte Monica Lierhaus die Fernsehnation: Nach zwei Jahren stand sie erstmals wieder vor der Kamera. Nur zwei Tage später verkündet die ARD nun, dass die ehemalige Sportschau-Moderatorin eine neue Aufgabe übernimmt.

Die beliebte Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus feiert ein Comeback vor der Kamera - aber nicht in der ARD-Sportschau. Die ARD einigte sich mit der 40-Jährigen, die nach zwei Jahren schwerer Erkrankung am Samstag bei der Verleihung der Goldenen Kamera erstmals wieder im Rampenlicht stand, auf eine andere, eine kleinere Lösung. Lierhaus wird als Nachfolgerin von Frank Elstner Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie (Ein Platz an der Sonne).

Nach Informationen von Spiegel Online hat sie bereits einen kurzen Werbefilm abgedreht, kreiert von der Hamburger Agentur «Zum Goldenen Hirschen». Der Einsatz von Lierhaus für die ARD-Fernsehlotterie hat Vorteile für beide Seiten: Noch ist die 40-Jährige nicht fit genug, um eine aktuelle Sendung zu moderieren, daher ist die Fernsehlotterie eine gute Alternative. Für die ARD wiederum ist Lierhaus mit dem Einsatz für karitative Zwecke angesichts ihrer persönlichen Situation eine besonders glaubwürdige Lösung.

«Goldene Kamera»
Ein tränenreicher Abend

Diese Entscheidung muss bereits bei der Verleihung der Goldenen Kamera am Samstag festgestanden haben. Möglicherweise hätte auch einer Verkündung nichts im Wege gestanden, wenn die festliche Gala nicht im ZDF stattgefunden und die Sitzung der ARD-Intendanten an diesem Montag und Dienstag in Köln angestanden hätte.

Möglicherweise haben die Vertreter der Landesrundfunkanstalten bei der Tagung auch über Details der weiteren Zusammenarbeit mit der rothaarigen Moderatorin beraten. Nach Presseberichten soll ein weiterer Drei-Jahres-Vertrag der ARD, der der Moderatorin um die 850.000 Euro pro Jahr beschert hätte, kurz nach Lierhaus' Erkrankung ab 2009 nicht in Kraft getreten sein.

Dass sie - vorerst - nicht mehr die temperamentvolle Sportschau-Lady sein wird, scheint Lierhaus verarbeitet zu haben: «Ich bin stolz und dankbar, dass zwei Jahre lang der Platz bei der Sportschau für mich offen gehalten wurde», sagte sie einer WDR-Mitteilung zufolge. «Nach heutigem Stand muss ich aber leider sagen, dass ich auf absehbare Zeit die Sportschau nicht werde moderieren können.»

«Wir finden es alle sehr schade, dass wir in der Sportschau weiterhin auf Monica Lierhaus werden verzichten müssen», sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. «Doch wann immer es so weit ist, dass sie in den Sport zurückkehren kann, wird auf jeden Fall ihr Platz im Team des ARD-Sports und insbesondere in der Sportschau'für sie frei sein.»

Die Moderatorin hatte im Januar 2009 nach einer Operation Komplikationen erlitten, was ihre Fernsehkarriere jäh stoppte. Bei der Verleihung der Goldenen Kamera hatte Lierhaus am Samstagabend ihrer Familie, Freunden und der ARD für die Unterstützung gedankt.

Mit leiserer und flacherer Stimme als sonst sagte sie: «Sehr hart arbeite ich daran, wieder einmal vor der Kamera stehen zu können.» Das Wichtigste sei für sie, ihre Eigenständigkeit und ihre Unabhängigkeit wieder zu erlangen. «Dafür kämpfe ich jeden Tag sehr hart.» Vor Millionen ZDF-Zuschauern machte sie dann ihrem Freund, dem Fernsehproduzenten Rolf Hellgardt, einen Heiratsantrag - er sagte Ja. 

wam/car/ivb/news.de/dapd

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