Marcus Schenkenberg Mr. Waschbrettbauch soll «Lena» retten

Marcus Schenkenberg ist das erfolgreichste mÀnnliche Topmodel der Welt. Nun besucht er Lena. Nein, nicht die Siegerin des Song-Contests, sondern ihre Namensvetterin aus der gleichnamigen Telenovela. Seine Mission: das Format aus dem Quotensumpf ziehen.

Lena  (Foto)
Lena Sander (Jessica Ginkel, rechts) und Conny Kueppers (Annika Ernst) sind sichtlich beeindruckt von Marcus Schenkenberg. Bild: ZDF/Stefan Behrens

Es ist nicht selten der Anfang vom Ende, wenn Serienmacher auf prominente Gaststars setzen und so hoffen, ein bisschen Aufmerksamkeit zu erlangen. Genau dies passiert nun bei der ZDF-Telenovela Lena - Liebe meines Lebens. Dass das ZDF das schwedische Topmodel Marcus Schenkenberg fĂŒr einen Gastauftritt zu Lena holt, ist eine pure Verzweiflungstat. Was soll der Schönling schon bewirken können?  

Das Format, das seit September 2010 auf Sendung ist, befindet sich von Beginn an in einer Quotenkrise. VorgĂ€ngerin Hanna holte Werte um die 14 Prozent beim Publikum ab drei Jahren und wurde mangels Zuschauer-Interesse eingestellt, Lena dĂŒmpelt konstant bei zehn Prozent vor sich hin. Das argentinische Vorbild von Lena (Don Juan y su bella dama) ist dagegen mit 65 Prozent Marktanteil ein KnĂŒller im sĂŒdamerikanischen TV. Solche Quoten erreichen hierzulande nicht einmal Erfolgsserien wie Sturm der Liebe (ARD).

Marcus Schenkenberg: Topmodel und Sexsymbol

Das ZDF setzte auf das moderne Aschenputtel-MĂ€rchen nach bewĂ€hrtem Rezept, als es im September 2010 den Startschuss fĂŒr Lena gab: Arbeitslose Fensterputzerin bekommt einen Job als Gesellschafterin bei einer GrĂ€fin und verliebt sich in einen Komponisten, der zufĂ€llig Enkel des Hauses ist. Allein mit Harmonie ist keine Sendung zu fĂŒllen. Und so tummeln sich auf dem Landgut ein paar moralisch höchst fragwĂŒrdige Familienmitglieder, die man daran erkennt, dass sie die rĂŒstige GrĂ€fin ins Altenheim abschieben wollen. Denen passt es nicht, dass die ehemalige Fensterputzerin stĂ€ndig auf dem Schloss herumhĂ€ngt und der Oma womöglich das Leben verlĂ€ngert.

Es wird also intrigiert und gelogen, unschuldigen Menschen werden maskierte MĂ€nner auf den Hals gehetzt, am Ende werden sogar SchĂŒsse fallen. 240 Folgen sind geplant, doch ob Lena bei durchschnittlich nur 1,2 Millionen Zuschauern pro Episode so lange durchhĂ€lt, ist fraglich.

Marcus Schenkenberg spielt sich selbst

Nun soll «Mr. Waschbrettbauch» die Karre aus dem Dreck ziehen: Marcus Schenkenberg, das erfolgreichste und bestbezahlte mĂ€nnliche Topmodel der Welt, spielt in Folge 79 der Telenovela sich selbst. Der 42-jĂ€hrige Schwede trifft in der Tango Bar auf Lena (Jessica Ginkel) und ihre beste Freundin Conny (Annika Ernst). Conny ist unglĂŒcklich in Tom (Thomas M. Held) verliebt. In dieser Situation kommt Model Marcus gerade recht …

Produzent Max Wiedemann hat Schenkenberg ganz nebenbei bei einem Abendessen verpflichtet. «In unserer Telenovela geht es um Liebe, Intrigen und VerfĂŒhrung. Auf der Suche nach einem Traum-Mann, der zwischen Conny und Tom fĂŒr Irritationen und Eifersucht sorgen soll, saß ich zufĂ€llig beim Abendessen neben Marcus Schenkenberg. Auf die Idee, dass dieser internationale Star bei uns mitspielen wĂŒrde, wĂ€re ich nie gekommen.» Aber Schenkenberg hat zugesagt und zumindest bei den Dreharbeiten fĂŒr Aufregung gesorgt.

Fieser geht's nicht: Soap-Biester

Angeblich soll der Schönling heftig geflirtet haben mit der blonden Lena-Darstellerin Jessica Ginkel. Die 30-JĂ€hrige ist bekanntlich Single und hat sich gerade gemeinsam mit Serien-Partner Max Alberti auf ein Date-Doktor-Spiel mit Bild.de eingelassen. Wie man hört, wĂ€re Schenkenberg gerne ausgegangen mit der attraktiven Schauspielerin. Doch er hat sich einen Korb eingefangen. «Als ehemaliger Basketballer habe ich aber ein sehr leidenschaftliches VerhĂ€ltnis zu Körben und habe natĂŒrlich auch VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass Telenovela-Schauspieler morgens sehr frĂŒh aufstehen mĂŒssen», so der Frauenschwarm.

Viel GeplĂ€nkel fĂŒr eine kleine Rolle

Das GeplĂ€nkel ist wohl unter dem Stichwort «PR» einzuordnen. Denn Schenkenbergs Rolle ist klein und eine Fortsetzung seines Engagements unwahrscheinlich. Da muss ein bisschen Werbung sein, damit keiner den Auftritt verpasst. Conny-Darstellerin Annika Ernst gibt sich entsprechend geheimnisvoll: «Ich will ja nicht zu viel von der Szene verraten, aber die Zuschauerrinnen werden mir dankbar sein. Schließlich sorge ich als Conny dafĂŒr, dass Marcus am Ende ohne Shirt im Studio steht …»

Liebe Annika, ohne Shirt haben wir Marcus Schenkenberg nun schon zur GenĂŒge gesehen. Auf zahlreichen Titelseiten verschiedener Modezeitschriften macht er seit Jahren nichts anderes, als seinen gestĂ€hlten Body zu zeigen. Mehr Zuschauer zieht das gewiss nicht vor die Bildschirme.

Auch die Kommentatoren in den Internetforen der Telenovela haben ihre Zweifel daran, dass Schenkenberg fĂŒr einen Anstieg der Quoten sorgen kann. «Wen soll Herr Schenkenberg denn motivieren bzw. vor die Glotze locken? Die, die bei seinem Anblick das große Sabbern kriegen?», fragt sanssoucis. Confusius ergĂ€nzt: «Diese Sendung kann selbst ein Schenkenberg (wer ist das eigentlich ???) nicht mehr retten. So eine dĂ€mliche, irreale und an den Haaren herbeigezogene Geschichte wie Lena habe ich wirklich noch nicht erlebt. Armes ZDF!!!» Und Evelyne meint: «Das ist eine Fehlinvestition.»

Gut zu wissen, dass Schenkenbergs Gastauftritt wenigstens etwas Gutes bewirkt: Er spendet seine Gage dem Kinderhospiz BĂ€renherz in Wiesbaden.

Lena - Liebe meines Lebens, tÀglich montags bis freitags, 16.15 Uhr, ZDF

reu/news.de

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