TV-Höhepunkte 2011 Das Jahr der Katastrophen

Hindenburg (Foto)
Das Jahr fängt ja gut an: Bei RTL brennt die Hindenburg. Bild: RTL

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Bei RTL explodiert die Hindenburg. Bei Sat.1 kämpft Veronica Ferres für die Freiheit von Marco. Und bei Pro7 tritt ein Ekel in die Vorstadt-Idylle. News.de stellt die Spielfilm- und Serien-Höhepunkte des Jahres vor.

Im Januar geben die TV-Sender so richtig Gas. Denn in keinem anderen Monat sitzen die Deutschen so viel und lange vor den Bildschirmen. Vor allem RTL und Pro7 schicken so viele neue Staffeln und Formate auf die Reise, dass die Konkurrenz das Grausen bekommen könnte.

Die Kölner starten am 5. Januar mit der dritten Staffel der Erfolgsserie Doctor's Diary – diesmal mit prominentem Gaststar: Nora Tschirner, bekannt aus den Kinofilmen Keinohrhasen und Zweiohrküken, mischt die altbewährte Crew auf. Wie in den vorherigen zwei Staffeln wird die mehrfach preisgekrönte Serie auf die bewährte Mischung aus privatem Liebeschaos und beruflichem Dauerstress im Elisabethkrankenhaus setzen. In der ersten Folge der neuen Staffel heißt es Viren-Alarm im Krankenhaus. Dabei muss Dr. Gretchen Haase (Diana Amft) Antikörper besorgen, um das Leben ihrer Liebsten zu retten. Doch nebenbei findet sie heraus, dass irgendetwas mit ihrem frisch angetrauten Millionär nicht stimmt.

Fernseh-Höhepunkte in Bildern
TV 2011 - von Gretchen bis zum letzten Bullen

Pro7 kontert mit den US-Serien Fringe und Vampire Diaries (beide ab dem 10. Januar) sowie mit der siebten Staffel der Kultserie Desperate Housewives (ab dem 12. Januar) – und wieder liefern sich die vier Nachbarinnen Bree, Gabrielle, Lynette und Susan harte Kämpfe mit den Tiefschlägen des Lebens. Im Laufe der Staffel dringt ein bekanntes Ekel in die Vorstadt-Idylle: der 79-jährige Larry Hagman, berühmt als J.R. aus der 80er-Jahre-Serie Dallas.

Im Spielfilmbereich setzen die Sender das ganze Jahr über auf historische Ereignisse, die großspurig als «Event-Movies» angekündigt und meist in Form von Zweiteilern präsentiert werden. Der wohl dramatischste Höhepunkt des Jahres ist die Verfilmung der Hindenburg-Katastrophe von 1937, mit der RTL alle Rekorde bricht. 10,5 Millionen Euro hat die Produktion gekostet, elf Jahre wurden in Recherche, Drehbucharbeit und Planung gesteckt, 13 Wochen wurden in die Dreharbeiten investiert.

Stars wie Greta Scacchi, Christiane Paul, Stacy Keach, Heiner Lauterbach und Hannes Jaenicke schweben am 6. und 7. Februar auf die Feuerkatastrophe zu. Die Hindenburg war der mit 245 Metern Länge größte Zeppelin der Welt und Stolz der deutschen Luftfahrt. Groß war das Entsetzen, als das Luftschiff am 6. Mai 1937 kurz vor der Landung bei Lakehurst südlich von New York explodierte. 35 Menschen kamen dabei ums Leben, wie durch ein Wunder überlebten 22 Fahrgäste und 43 Besatzungsmitglieder den Absturz.

Nicht weniger dramatisch mutet das Pro7-Flucht-Drama Go West – Freiheit um jeden Preis an, das der Münchner Sender am 6. und 7. Januar präsentiert. Drei Kumpels wagen 1984 die Flucht aus der DDR in den Westen. Sie ahnen nicht, dass die Stasi sie im Visier hat. Die Besetzung – Franz Dinda, Frederick Lau und Sergej Moya – zeigt, dass vor allem das für die Werbung höchst relevante junge TV-Publikum angesprochen werden soll. Ohne deutsche Beteiligung, aber mit dem Geld von Pro7 wurde die Neuverfilmung des Hollywoodklassikers Ben Hur umgesetzt: An Ostern soll das wohl berühmteste Wagenrennen der Filmgeschichte über den Bildschirm flimmern.

Die ARD schickt im Herbst Ken Duken und Matthias Koeberlin neben Franka Potente und Brian Cox in den U-Boot-Krieg, um für Der Untergang der Laconia vor dem Hintergrund der historischen Schiffsversenkung 1942 eine Geschichte von internationaler Solidarität zu erzählen: Es geht um die Rettung der ertrinkenden Engländer durch eine deutsche U-Boot-Crew; die BBC hat das Völkerverständigungsdrama co-produziert.

Ebenfalls im Herbst steht die Verfilmung des Lebens von Entertainer Udo Jürgens auf dem Programm. Titel: Der Mann mit dem Fagott. Als junger Udo wurde David Rott, bekannt als Kaiser Franz Joseph in dem ORF-Epos Sisi, engagiert. Und das, obwohl der 33-Jährige von sich selbst sagt, er hätte vor den Dreharbeiten keinen einzigen Hit des Sängers nennen können.

Ansonsten setzt das Erste mal wieder auf Henning Mankell: Nachdem gerade drei neue Wallander-Krimis des schwedischen Erfolsgautors ausgestrahlt wurden, folgt demnächst (Sendetermin steht noch nicht fest) die edle und aufwendige zweiteilige Adaption Der Chinese mit Suzanne von Borsody und Claudia Michelsen.

Literaturverfilmungen stehen auch beim ZDF auf dem Programm: Im Januar zeigt der Mainzer Sender die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson als Sechsteiler (Start: 23. Januar), am 13. und 14. Februar folgt Schicksalsjahre, die Bestsellerverfilmung nach dem Roman Vom Glück nur ein Schatten von Uwe-Karsten Heye über das Leben seiner Mutter. In der Hauptrolle ist Tatort-Ermittlerin Maria Furtwängler zu sehen.

Sat.1 wird indes auffallend politisch: Im Film Restrisiko (18. Januar) macht Deutschland den Atomausstieg rückgängig und beschließt die Laufzeitverlängerung seiner 17 Atommeiler. Die Stromkonzerne jubeln und beteuern die Sicherheit dieser Energieform. Dann passiert mit einem Gau im alten Reaktor Oldenbüttel die größte Katastrophe in der Geschichte der Bundesrepublik. Zwei Millionen Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Etliche sterben. In den Hauptrollen agieren Ulrike Folkerts und Kai Wiesinger, gedreht hat man in authentischer Kulisse in dem österreichischen AKW Zwentendorf, das nie in Betrieb genommen wurde.

Einem nicht minder ernsten Thema widmet sich Sat.1 in einem weiteren Film: Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis läuft noch in diesem Frühjahr und erzählt die Geschichte des Jugendlichen, der 2007 in der Türkei während eines Urlaubs verhaftet wurde und dort 247 Tage im Knast saß. Aber anders als erwartet wird der Film aus der Perspektive seiner leidenden und kämpfenden Mutter gezeigt. Und wer spielt die wohl? Genau: Veronica Ferres.

Alle TV-Höhepunkte des Jahres sind in unserer Bilderstrecke zusammengefasst.

wie/ivb/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 3
  • 04.01.2011 20:58
Antwort auf Kommentar 1

Dies ist die richtige Antwort.

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  • zaze
  • Kommentar 2
  • 04.01.2011 16:39

Beifall für Kommentar 1! Und das womöglich in 3D? Davon verfliegt die Flachheit der Programme auch nicht! Das Ganze, bis auf minimalste Ausnahmen- ist die perfekte "Verblödungsindustrie" der Menschheit.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 1
  • 04.01.2011 12:36

Das Fernsehprogramm an sich ist doch schon die Katastrophe pur. Was bedarf es da noch einer Detailbeschreibung???

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