«ZDF Log in» Polit-Talk interaktiv

Moderator Jo Schück (Foto)
Junger Moderator: Für Jo Schück ist Log In die erste eigenständige Sendung. Bild: Screenshot news.de (zdf.de)

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Initiative 2.0: Das Zweite und StudiVZ überlassen bei Log In den Zuschauern die Initiative. Mit Hilfe der Neuen Medien sollen neue Zielgruppen erschlossen werden. Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster musste User-Fragen zu Stuttgart 21 beantworten.

«Die einzige Sendung im deutschen Fernsehen, in der die Zuschauer das Wort führen», verkündet Moderator Jo Schück gleich zu Sendebeginn das Alleinstellungsmerkmal von Log In. Der smarte 30-jährige ist ein frisches Fernseh-Gesicht, nur aufmerksamen Zuschauern bekannt aus den Infolympia-Clips des ZDFs im Rahmen der Winterspiele in Vancouver. Zur Seite steht ihm heute.de-Redakteurin Sonja Schünemann, bisher ebenfalls nur sporadisch als Onlineexpertin im TV zu sehen.

Die beiden Jungmoderatoren präsentieren mit Log In sechzig Minuten Polit-Talk, der sich abheben will von allen etablierten Sendungen der Fernsehlandschaft. Mit Nutzung der Neuen Medien will das innovative ZDF-Format Zuschauern und Usern das inhaltliche Feld der Studio-Diskussion komplett überlassen. Diese können dem eingeladenen Gast über Nachrichten, Einträge im StudiVZ und Videobotschaften schon im Vorfeld Fragen zukommen lassen und sich während der Sendung per Live-Chat und Twitter«Twitter» (www.twitter.com) ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke, mit dem sich Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen lassen. «Twitter» kommt aus dem Englischen und bedeutet Gezwitscher. Die Nachrichten («Tweets») können abonniert und beantwortet werden. So entsteht ein weltweites Geflecht aus Botschaften. einschalten. Außerdem haben drei User die Möglichkeit, direkt im Studio als Diskutanten anwesend zu sein. Sozusagen eine Bürgersprechstunde mit Medienunterstützung.

Dieser stellte sich in der aktuellen Ausgabe der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster zum Dauerthema Stuttgart 21, das aufgrund der massiven Bürgerproteste natürlich ideal ins Mitmachkonzept passt. Wenige Fragen waren neu, doch die inhaltliche Breite unterschied sich durchaus von redaktionsgelenkten Sendungen. Schuster musste sich nicht nur zur Historie des Projekts, Alternativplänen und der Rolle der Stadt äußern, sondern auch ganz konkrete Antworten, etwa zu den Stuttgarter Mineralquellen, liefern.

«Jetzt ist der Zug schon abgefahren»

Vermutlich wurde Schuster hinter den vermeintlich sicheren Fassaden eines Fernsehstudios selten mit solch breitflächigen Fragen aus der Bevölkerung bombardiert, was der Politiker jedoch ruhig und sachlich meisterte. Einen Stopp von Stuttgart 21 lehnte er indes strikt ab, das Projekt sei schließlich 20 Jahre unter Beteiligung der Bürger diskutiert worden: «Jetzt ist der Zug schon abgefahren». Als sich der Livechat gegen Sendungsende zusammenrottete, um Schuster auf ein klares «Ja» oder «Nein» hinsichtlich einer Volksabstimmung festzunageln, blieb der Oberbürgermeister allerdings eine konkrete Antwort schuldig. Im zweiten Teil der Sendung wurde dem 61-Jährigen dann Bernhard Witthaut, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft zur Seite gestellt. Witthaut musste in erster Linie brisante Fragen rund um den umstrittenen Polizeieinsatz beantworten.

Mit dem neuartigen Sendekonzept, bisher nur im Rahmen der Bundestags- und der NRW-Landtagswahl erprobt, startet das Zweite einen Testballon, der via ZDFinfokanal und Internet vor allem junge Zuschauerschichten erschließen soll. Dazu gibt sich das Format betont modern und medienaffin. Neben Schück und Schünemann bewegen sich auch die drei studentischen Zuschauergäste und das Team der Kommunikationszentrale altersmäßig nicht über Mitte Dreißig hinaus. Erstmalig war Log in außerdem live über die Netzwerke StudiVZ und MeinVZ zu sehen.

Ob sich die Hoffnung des Zweiten auf neue Zuschauer bewahrheitet, wird sich erst nach weiteren Ausgaben beurteilen lassen, ab 2011 soll das Format wöchentlich laufen. Die aktuelle Sendung diskutierten und kommentierten laut zdf.de über 500 User im Livechat, die Log-In-Gruppe im StudiVZ kommt bis dato auf 2000 Fans. Und die Notwendigkeit einer bürgernahen Politik ist nicht erst mit Stuttgart 21 deutlich zutage getreten. Gerade hier bergen die modernen Wege der Kommunikation Potenzial, wie auch Wolfgang Schuster gegen Ende der Sendung konstatierte: «Die Neuen Medien ermöglichen ganz neue Möglichkeiten des Dialogs.»

ruk/reu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Paul Merkel
  • Kommentar 1
  • 24.11.2010 18:44

ich kann nicht verstehen das unsere Politicker immer nur vom kleinen Mann Geld verlangen ,nur die die richtiges Geld bekommen nicht verdienen ,wie Gotschalk für eine Sendung Wetten Das 250000,00€ bekommt ,Bänker die Geld von Sparen Verzocken u. bekommen als Lohn Miollionen BONI ein Witz des Jahrhundertz!!! Da ist kein Politicker aufgestanden u.hat gesagt die haben den STaat in die Pleite gebracht,egahl welcher RICHTER da sagt das STEHT denen zu.Die Politik muß aufpassen ob von den klienen Leuten u. Rentnern zur Wahl gehen!!! Oder Parteien die an der Regierung kommen die keiner wollte .Bei de

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