Manuel Andrack Ein Ur-Kölner in der Saar-Küche

Manuel Andrack (Foto)
Manuel Andrack ist ab Samstag in der Kochshow 2 Männer für alle Gänge im Saarländischen Rundfunk zu sehen. Bild: dpa

Millionen kennen Manuel Andrack als «Sidekick» von Harald Schmidt. Vor gut zwei Jahren ging er ins Saarland. Jetzt präsentiert Andrack im Fernsehen Kulinarisches aus seiner neuen Heimat - allerdings gut versteckt im Saarländischen Fernsehen.

Die «Integration» des Kölner Ex-Partners von Harald Schmidt ins Saarland ist weit fortgeschritten. «Manche Leute haben mir sogar schon den Turbo-Saarländer zugestanden», scherzt Manuel Andrack. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) habe ihm in Aussicht gestellt: «So wie ich mich da reingestürzt habe, könnte ich das schon nach fünf Jahren schaffen.» Nach landläufiger Auffassung dürfte er sich frühestens nach 30 Jahren Saarländer nennen.

Vom Redaktionsleiter-Schreibtisch beim TV-Entertainer Harald Schmidt in Köln zog es Andrack 2008 in das kleinste deutsche Flächenland - der Liebe wegen. Von Anfang an setzte er sich intensiv mit seiner Wahlheimat, ihrer Landschaft und ihren Menschen auseinander. Neben Wanderführern produzierte er Serien für den Saarländischen Rundfunk (SR).

Jetzt hat er sogar ein Saar-Sammelsurium als Buch herausgebracht und vom kommenden Samstag an beäugt er im SR-Regionalprogramm kritisch die Künste von Sternekoch Harald Rüssel, wenn der aus regionalen Produkten Kulinarisches zaubert. «Meine Heimat bleibt das Rheinland. Aber ich denke, dass ich mich schon gut assimiliert habe und mein Migrationshintergrund Rheinland immer mehr verschwindet», findet der Kölner.

Seine mediale «Integration» begann mit der siebenteiligen Serie Ich werde Saarländer, die Anfang 2009 startete. Nun folgt der kulinarische Teil bei 2 Mann für alle Gänge. Dabei fungiert Andrack als Einkäufer, der schon mal eigenhändig eine Kartoffel aus einem saarländischen Acker gräbt. Zurück im Kochstudio bereitet daraus Sternekoch Rüssel Speisen, dessen «Landhaus St. Urban» im rheinland- pfälzischen Naurath jenseits der saarländischen Landesgrenze steht.

Andrack schaut dabei dem Profi kritisch über die Schulter und stellt simple Fragen. Seine Rolle ist hier ähnlich wie er sie als «Sidekick» bei Harald Schmidt spielte. «Ich bin dabei sozusagen Vertreter des Zuschauers, der dem Profikoch auf die Finger schaut, der sonst relativ abgehoben seine Arbeit verrichtet.»

In seinem Anfang Oktober erschienen Buch Saar-Sammelsurium hat Andrack allerlei Skurriles und Pfiffiges aufgeschrieben, das er im Laufe seiner «Saarland-Forschung» herausgefunden hat. Nach dem Prinzip «Unordnung» sind darin neben Dichterzitaten etwa die Saar-Ministerpräsidenten nach Sternzeichen sortiert, das Inventar der Pfarrkirche St. Peter in Theley aufgelistet oder Begriffe aus dem Saarländischen erklärt. Das Schönste für Andrack wäre es, wenn bei einem Thekengespräch ein Saarländer zum anderen sagen würde: «Das hast Du doch bei Andrack gelesen.»

An die «gute alte Zeit» bei Harald Schmidt denkt er gerne zurück. «Das war genau mein Ding. Ich bin eine Weile davon ausgegangen, dass ich das bis zu meiner Rente mache, was ich auch gern getan hätte.» Aber die einst sehr häufig bei Sat.1 ausgestrahlte Sendung von Schmidt, die heute nicht einmal mehr jede Woche in der ARD zu sehen ist, habe im Laufe der Zeit mehr und mehr den Charakter einer «Late- Night-Show» und damit ihren Reiz verloren.

Die Chancen dafür, dass Andrack zumindest das fünfte Jahr im Saarland voll bekommt, stehen gut. Er fühlt sich hier nach eigenen Worten rundum wohl. Und auch seine Liebe zu einer Lehrerin sei «frischer denn je». Konkrete Pläne außerhalb der Landesgrenzen habe er nicht. Allerdings bleibt der Rheinländer seiner alten Heimat Köln fest verbunden: Der Fußball-Freund hat im Saarland den ersten FC- Köln-Fan-Club gegründet und ist möglichst bei jedem Heimspiel «seiner Mannschaft» dabei.

2 Mann für alle Gänge, wöchentlich ab Samstag, 23. Oktober, 18.15 Uhr, SR 

Autor: Manuel Andrack
Titel: Saar Sammelsurium
Verlag: Gollenstein
Seiten: 180
Preis: 16,90 Euro

grl/ruk/news.de/dpa

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