Rachs Kochschüler Leere Flaschen und volle Töpfe

Heute Abend endet ein achtwöchiges TV-Experiment mit Christian Rach. Der hatte nämlich zwölf Menschen die Chance geboten, um einen Ausbildungsplatz bei ihm zu kämpfen. Einige gaben auf, andere wuchsen über sich hinaus und zwei fanden sogar die Liebe.

Christian Rach (Foto)
Vor seiner Sendung Rachs Restaurantschule hatte der TV-Koch noch gut lachen - danach begann der Stress. Bild: RTL

Kochen können sie jetzt, nur am miteinander Menscheln müssen die Kandidaten aus Rachs Restaurantschule auch nach ihrem zweimonatigen Training noch arbeiten. In den letzten Wochen wagte sich der erst kürzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete TV-Koch Christian Rach an ein besonderes Experiment: Zwölf Menschen sollten eine besondere Chance bekommen. Nicht das Kochen stand im Mittelpunkt der Dokureihe, sondern der allmähliche Aufbau eines neuen Restaurants und des dazugehörigen Teams, das unter Rachs Leitung das Lokal in Zukunft bewirten soll.

Natürlich hatte alles hochdramatisch angefangen: Kandidaten aus allen Bevölkerungs- und Altersgruppen wurden den Zuschauern in der ersten Folge vorgestellt und alles sah so aus, als hätte die zuständige RTL-Redaktion die Teilnehmer nach Soap-Kriterien gecastet. Da ist zum Beispiel der 18-jährige Paul, der die Schule gleich mehrmals geschmissen hat, sich das aber auch nur erlauben konnte, weil er sich seines Elternhauses sicher sein kann, das ihm auch weiterhin finanziell unter die Arme greifen wird. Durch die Ausbildung bei Rach wollte er es allen Zweiflern zeigen - doch am Ende fehlte es ihm an Kondition und Paul schmiss das Kochbuch hin. Die Arbeit in der Küche war schweißtreibender als erwartet und so gab der verwöhnte Kölner zwei Folgen vor Schluss auf.

TV-Köche: Sterne, Marken und Legenden

Mit ähnlichen Problemen hatte auch Rena zu kämpfen: Erst war sie nicht stark genug motiviert und hing noch zu tief im Hartz-IV-Loch fest, dann war sie nach einem langen Arbeitstag zu oft so kaputt, dass erst einige Gespräche mit Rach ihr auf die Sprünge halfen. Der sah nämlich in der übergewichtigen 20-Jährigen, was anderen Chefs verborgen blieb: jemanden, der es schaffen will und nur braucht, woran im Arbeitsalltag zu gern gespart wird - kleine wohlproportionierte Dosen Lob. Diese jedenfalls beflügelten die zu Anfang etwas plump wirkende Rena und verhalfen ihr aus der Außenseiterposition heraus zu einem Favoritenrang.

Zurück auf dem Küchenboden der Tatsachen

Nicht allen Teilnehmern wird Christian Rach heute Abend sagen, dass sie einen Ausbildungsplatz in seinem Restaurant bekommen. Schon jetzt nicht mehr dabei ist der Hamburger Collin, der vorher als Türsteher und Barkeeper gearbeitet hat. Der Job in Rachs Restaurant sollte ein Neuanfang sein, denn zu Hause warten Frau und Kind. Ein regelmäßiges Einkommen hätte für den jungen Vater auch ein Stück Sicherheit bedeutet. Doch oft kam er zu spät und bot Rach Erklärungen, die den Koch nur selten überzeugten. Irgendwann reichte es ihm und er setzte Collin vor die Tür.

Ähnlich erging es auch einer der jüngsten Teilnehmerinnen aus Rachs Restaurantschule: Die 17-jährige Jennifer hatte schon vor der Rach'schen Zeitrechnung eine Ausbildung zur Köchin begonnen, fiel dort aber wegen eines Arbeitsunfalls aus. Noch während der Probezeit wurde sie entlassen, weshalb sie mit Rachs Unterstützung einen zweiten Anlauf nehmen wollte. Immer wieder betonte sie, dass sie nicht aufgeben würde. Irgendwann aber siegte das Heimweh und Jennifer tauschte Rach und ihre Zweckfamilie wieder gegen die eigene, richtige Familie ein.

Weitaus zuverlässiger und seinem Körperumfang gleich, agierte Tim in den letzten Wochen wie ein Fels in der Küche. Der 29-Jährige wurde zu einer Art Chef-Ersatz, wenn Rach nicht da war und füllte diesen Posten vertrauensvoll aus. Fair, sicher und weitaus beanspruchbarer als manch anderer seiner Mitstreiter agierte der zu Anfang noch recht unscheinbar wirkende Buxtehuder. Überhaupt offenbarte die Sendung manche Überraschung: Die zwölf Charaktere, die bei Rach aufeinanderprallten und zu einem Team zusammenwachsen mussten, sind so unterschiedlich wie Apfel und Ei. Und die, die sich am Anfang für die Größten hielten, holte Christian Rach ganz schnell wieder auf den Küchenboden der Tatsachen.

Rachs Erfolgsrezept

Dieser ehrliche Umgang abseits des reinen Kochlehrgangs gefiel offenbar auch den Zuschauern: Die erste Folge Ende August strich auf Anhieb den Tagessieg ein. Von Woche zu Woche wuchs das Interesse an Rachs Restaurantschule - mehr als fünf Millionen Menschen wollten fortan verfolgen, wie sich die verschiedenen Bewerber im Arbeitsalltag schlagen würden.

So unterschiedlich die Teilnehmer auch sind, so zahlreich waren die Probleme in den vergangenen Wochen, mit denen sie zu kämpfen hatten. Oft waren sich einige der Bewerber der Chance, die ihnen Rach bot, nicht bewusst. Sie kamen zu spät zur Arbeit, erledigten Aufgaben nicht zufriedenstellend oder stritten sich untereinander und bremsten so den reibungslosen Arbeitsablauf.

All das meisterte Christian Rach mit einer Engelsgeduld, suchte das Gespräch mit den einzelnen Jugendlichen und wurde für sie mehr als nur Chef. Immer hörte er seinen Schützlingen zu, gab väterliche Ratschläge und bot ihnen eine Schulter zum Ausweinen. Die Chef-Rolle ganz ablegen konnte und wollte er dabei aber nicht: Wenn Strenge geboten war, dann setzte er sie ein. Von den drei Bewerbern, die die Sendung bereits vor dem Ende verlassen haben, musste Rach nur einem die Rote Karte entgegenstrecken. Für die übriggebliebenen neun Kandidaten wird sich heute Abend entscheiden, ob sie in Rachs neu eröffnetem Restaurant Slowman einen der heißbegehrten Ausbildungsplätze ergattert haben.

Doch Rach hat seinen Bewerbern nicht nur die Chance auf einen Ausbildungsplatz in Aussicht gestellt. Zwei der jungen Leute, Johnny und Nina, hätten sich ohne Rach möglicherweise nicht kennengelernt und ineinander verliebt. Und am Ende hat Christian Rach mit seinem TV-Experiment nicht nur gezeigt, dass Liebe durch den Magen geht, sondern auch, dass sie in der Küche beginnen kann. Und so wird vor allem das frisch verliebte Paar heute Abend zittern und sich fragen, ob Rach sie trennen wird oder den beiden weiterhin beim Turteln zuschauen möchte.

Rachs Restaurantschule, Montag, 18. Oktober, 21.15 Uhr, RTL.

ruk/ivb/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • wm
  • Kommentar 1
  • 18.10.2010 14:12

Wenn ich diesen Schwachsinn lese, fällt mir eigentlich das Interview mit einem wirklich großen Koch, das vor einigen Tagen hier war - nachzulesen unter: http://www.news.de/medien/855075025/wenn-rach-und-co-nur-zweite-klasse-sind/1/ - ein. Da wird auch der Selbstbeweihräucherer Rach geerdet. Er ist und bleibt halt nur ein Schaumschläger!!

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