«Küstenwache» Hafenkante statt Hollywood

Küstenwache (Foto)
Nanu, auf wen zielen denn Saskia Berg (Sabine Petzl) und ihr Küstenwache-Kollege Wolfgang Unterbaur (Elmar Gehlen)? Bild: ZDF/Christine Schroeder

Für die ZDF-Serie Küstenwache zwängt sich Ralf Moeller in ein enges U-Boot. Der Muskelmann und ehemalige Mr. Universum spielt einen Waffenlobbyisten, der nichts Gutes im Schilde führt. Es ist der Auftakt der 14. Staffel des ZDF-Dauerbrenners.

Für die einen ist Ralf Moeller «unser Mann in Hollywood». Für die anderen der eitelste Ex-Bademeister Recklinghausens. Der wohl größte Erfolg des 51 Jahre alten ehemaligen Mr. Universum ist es, in einem Haus in Malibu zu wohnen, fünf Minuten von seinem Idol Arnold Schwarzenegger entfernt.

Was die Schauspielkarriere des Muskelmannes aus NRW angeht, ist von der Hauptrolle in Hai-Alarm auf Mallorca (2204) bis zur Nebenrolle in Gladiator ( 2000) bisher alles dabei gewesen.

Jetzt hat es «Popeye» Ralf in den Norden verschlagen. Küstenwache statt kalifornische Sonne. Vorabendserie statt Kinoknaller. Für die Dreharbeiten zur 14. Stafffel der Serie (Start am 13. Oktober um 19.25 Uhr im ZDF) schwang sich der 1,97-Meter-Muskelmann eigens ins U-Boot.

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Moeller spielt Wiliam Forges, einen Waffenlobbyisten einer eigentlich friedlichen osteuropäischen Freiheitsbewegung, der getarnt als Kampfschwimmer «das modernste U-Boot der Welt» bei einer Testfahrt der Marine in seine Gewalt bringt. Forges und seine Männer verlangen 100 Millionen Euro.

Ein Fall für die Küstenwache: Kapitän Holger Ehlers (Rüdiger Joswig) und Sanitäter Kai Norge (Andreas Arnstedt) kommen an Bord, nachdem ein Entführer angeschossen wurde. Schnell wird klar: Forges verfolgt kein friedliches Ziel. Der ehemalige Waffenlobbyist nimmt offenbar Kurs auf Kiel.

Mit der Folge U32 antwortet nicht (der Titel ist eine kleine Remineszenz an einen berühmten Hans-Albers-Film der 1930er Jahre) feiert die Küstenwache ein Jubiläum. Es ist die 200. Folge einer Serie, die sich einige Herren vom ZDF bei einem privaten Segeltörn auf der Ostsee ausgedacht haben. Dabei begegneten sie einem Boot der «echten» Küstenwache und entschieden spontan: «Das könnte doch Schauplatz eines Krimis sein.» Des bislang einzigen Serienkrimis, der auf See spielt.

Das hat seinen Grund. Denn auf See zu drehen, ist schwierig und teuer, «und bei der ersten Staffel», erinnert sich Joswig, der seit dem Start der Serie als Kapitan Ehlers an Bord ist, «haben wir einfach aus Unerfahrenheit enorme Fehler gemacht, sind zum Beispiel in schlechtes Wetter hinein gefahren». Am Ende war das Budget um rund eine Million D-Mark überzogen. Schon hieß es, es könne keine zweite Staffel geben. Inzwischen gibt es13 komplette Staffeln, bei solider Zuschauerquote von mehr als vier Millionen pro Folge. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Für Ralf Moeller waren die Dreharbeiten bei der Küstenwache eine willkommene Abwechslung. Die Rolle habe ihn gereizt, weil es ihn an seine Kindheit erinnert, sagte Moeller. «Ich bin der Marine verbunden», betonte er. Zum einen habe er als Kind Kampfschwimmer werden wollen, zum anderen habe er bei einem ehemaligen Kampfschwimmer in den 1980er Jahren Tauchen gelernt.

Für die Küstenwache hatte Moeller seine Arbeit für den Kinofilm The Tourist unterbrochen, den er unter anderem mit Angelina Jolie und Johnny Depp in Venedig gedreht hat. Der Film von Florian Henckel von Donnersmarck kommt am 16. Dezember in die deutschen Kinos.

Küstenwache, ab dem 13. Oktober 26 neue Folgen immer mittwochs um 19.25 Uhr im  ZDF.

 

car/news.de/dpa

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