«Stock Car Challenge» «Big-Brother»-Jürgen macht Raab nass

Stefan Raab (Foto)
Crash: Stefan Raab in Schieflage. Bild: Pro7/screenshoot news.de

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Heiße Reifen, wilde Crashs und streikende Benzinpumpen bei Stefan Raabs TV total Stock Car Crash Challenge. Den Gesamtsieg verpasste der Gastgeber diesmal knapp. Der Unterhaltungswert der Sendung war trotz zwanzig Minuten Zwangspause hoch.

Röhrende Motoren, umherfliegende Wagenteile, sich überschlagende Boliden. Wer keine Lust auf Volksmusik, Krimi oder Castingshow hatte, dem bescherte Stefan Raab mit der sechsten Auflage der TV total Stock Car Crash Challenge wieder einmal actionreiche Samstagabendunterhaltung. In den vier Stunden Sendelänge, die wie immer ausgedehnt wurden, versammelte Raab in der Arena auf Schalke dreißig B- und C-Promis zum «härtesten Rennen des Jahres». In diesem Jahr zählten dazu unter anderem Schlagerstar Michael Wendler, Koch-Beau Steffen Henssler, Popstars-Jurorin Marta Jandová und No-Angels-Sängerin Lucy. Das Rahmenprogramm schmückten Sarah Connor und Peter Maffay mit musikalischen Auftritten.

Alles war also angerichtet für einen unterhaltsamen Samstagabend Raab'scher Prägung. Nur dumm, wenn dann ausgerechnet das Auto des Gastgebers wegen Problemen mit der Benzinpumpe nicht anspringt und Sonya Kraus, nach Babypause wieder in Mini-Jeans unterwegs, die Szenerie mit geistreichen Moderationen über Wasser halten darf (Kraus: «Was'n los?» Axel Stein: «Ich weiß es nicht.»). Dann müssen Fernsehpublikum, 40.000 Zuschauer vor Ort und die startbereite Rennkonkurrenz sich auch einmal 20 Minuten in Geduld üben. Die Tücken einer Liveshow eben. Wie gut, dass sich die Sprachlosigkeit der Protagonisten im Privatfernsehen mit Gewinnspielen und Werbepausen überbrücken lässt.

«Wir sind ja für die Show hier»

Immerhin: Tausendsassa Raab stellte nach der enervierenden Zwangsunterbrechung einmal mehr seinen sportlichen Ehrgeiz unter Beweis und holte sich von Startplatz sechs aus noch den Sieg im ersten Lauf. Für den Gesamtsieg reichte es allerdings wie schon in den Vorjahren nicht. Am Ende triumphierte in der Königsklasse mit 3000 Kubikmetern Jürgen Miltzki, der älteren Semestern vielleicht noch aus der ersten Staffel von Big Brother bekannt sein dürfte. Stefan Raab wird es verschmerzen können, schließlich gewann der 43-Jährige die abschließende Teamwertung.

Sowieso steht der sportliche Wert bei Raab-Events nicht im Vordergrund, wie es Timo Scheider, Sieger in der 1900 Kubikmeter-Klasse, auf den Punkte brachte: «Wir sind ja für die Show hier». Und der Unterhaltungsfaktor, das muss man dem gelernten Metzger aus Köln einfach lassen, ist bei Raabs Samstagabendformaten stets gegeben. Ob Wok-WM, TV Total Turmspringen, Autoball, Schlag den Raab, oder eben Stock Car-Challenge: Raab hat abendfüllende Unterhaltungshows im Privatfernsehen etabliert. Dabei konnte der «Raabinator» auch auf Schalke auf sein bewährtes Team bauen: Sonya Kraus als Quotenblondine hautnah am Geschehen, Kommentator Ron Ringguth mitfiebernd am Mikrofon und Matthias Opdenhövel gewohnt routiniert im Studio

Den krönenden Abschluss des Stock-Car-Abends bildete wie immer das Mannschafts-Rodeo. Wenn sich die übriggebliebenen Rennwagen gegenseitig abschießen und Elton plötzlich wutentbrannt auf Stefan Raabs Motorhaube herumspringt, ist das für Fahrer und Zuschauer gleichermaßen ein Spektakel. Und selbst nach mehr als vier Stunden allemal unterhaltsamer, als sich Bohlens Dummlaber-Sprüche oder Volksmusik in Alpenkulisse anhören zu müssen.

cvd/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Perry Long
  • Kommentar 1
  • 10.10.2010 14:11

Schöner Artikel! Aber, Herr Walter - Motoren bemessen sich nach Hubraum in Kubik*zenti*metern! Kubikmeter große Motoren gibt es zwar auch, aber auf Ozeanriesen, nicht im Sockcarsport. Nichts für Ungut! Perry

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig