Von Rolf Westermann - 17.08.2010, 11.27 Uhr

Jeanette Biedermann: «Ich war schon 27-mal schwanger»

Viele kennen Jeanette Biedermann als Sängerin, Schauspielerin oder Fotomodel. Doch es gab auch Schicksalsschläge in ihrem Leben, wie die schwere Krankheit ihres Vaters. Im Interview spricht die 29-Jährige auch über ihre Rückkehr zur Sat.1-Telenovela Anna und die Liebe.

Jeanette Biedermann kehrt zu der Sat.1-Telenovela Anna und die Liebe zurück. Bild: dpa

Jeanette, Sie haben fast zwei Jahre Anna Polauke in der Telenovela Anna und die Liebe gespielt, sind dann ausgestiegen und kehren nun zurück. Was reizt Sie daran?

Biedermann: Anna kommt aus Los Angeles zurück und wird ihr Liebstes verlieren. Das wird sehr dramatisch und spannend, aber es wird auch schöne und lustige Momente geben. Insgesamt ist die Rolle gewachsen. Anna hat sich etwas aufgebaut, tritt selbstbewusster auf.

Was ist denn das Liebste, das Anna verlieren wird - ihren Ehemann Jonas (Roy Peter Link)?

Biedermann: Ich könnte Ihnen ja alles erzählen, will aber natürlich nichts verraten - den Zuschauern zuliebe (lacht).

Wie lang werden Sie Anna spielen?

Biedermann: Das steht noch nicht fest. Ich werde längere Zeit dabei sein, aber es wird auch irgendwann zu Ende sein.

Aha, das ist ja sehr genau. Die Dreharbeiten beginnen Anfang, Mitte September in Potsdam-Babelsberg. Wie bereiten Sie sich vor?

Biedermann: Ich habe die Rolle so lange gespielt, dass ich sie wirklich abrufen kann. Es ist ein Charakter, den man nicht vergisst, wie ein Gedicht, das man als Kind auswendig gelernt hat. Anna ist mir nicht nur ans Herz gewachsen, sondern bis ins Blut hinein.

So wie ein zweites Ich?

Biedermann: Na ja, ich bin ja nicht multipel geworden, aber es ist wie bei einem großen Hit, den man zwölf Trillionen Mal gesungen hat. Den Text wird man nie vergessen.

Da Sie gerade von Musik sprechen - planen Sie ein neues Album?

Biedermann: Wir sind tatsächlich gerade dabei, entspannt ein paar Songs zu schreiben. Es gibt aber noch keine Planung, wann das Album fertig sein soll. Ich mag es nicht, wenn jemand mit dem Hammer hinter mir steht und sagt: «Jetzt müsst ihr bald fertig sein!»

Wird es 2011 erscheinen - oder ist das schon zu viel Hammer?

Biedermann: Bis 2016 werden wir hoffentlich nicht brauchen.

Und wie sieht es mit der Tournee aus, die Sie im Frühjahr absagen mussten?

Biedermann: Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich musste die Tournee ja nicht absagen, sondern habe darauf verzichtet, weil es meinem Vater so schlecht ging und ich bei ihm sein wollte. Er ist gerade seit zwei Wochen aus der Klinik entlassen worden - nach 13 Wochen Krankenhaus! Ich war jeden Tag bei ihm, da habe ich nicht über eine Tournee nachgedacht. Jetzt erst finde ich ein bisschen Ruhe - nach über drei Monaten - und fange an, mich um mich selbst zu kümmern. Ich hatte Angst, dass ich mich verliere, jetzt nehme ich mein Leben wieder auf.

Wie geht es Ihrem Vater?

Biedermann: Wieder besser. Das war eine anstrengende und harte Zeit, aber es ist ja zum Glück gut ausgegangen.

Wie gehen Sie damit um? Verarbeiten Sie die Gefühle in Ihrer Musik?

Biedermann: Ich tue das ja nicht bewusst und sage, jetzt schreibe ich einen Song über den Krebs meines Vaters. Aber natürlich sind das Emotionen, die unbewusst mit einfließen.

Haben Sie sich persönlich verändert in dieser Zeit?

Biedermann: Ja, denn dabei wird klar, was wichtig ist und vor allem, was unwichtig ist. Manchmal ärgert man sich über winzige Kleinigkeiten. Wenn ein geliebter Mensch so krank wird, dann ist das alles egal, es rückt alles in den Hintergrund. Man steht ganz eng beieinander und hat plötzlich eine Kraft, um das durchzuhalten, alles andere verschwindet. Außerdem habe ich mich sofort durchchecken lassen, weil ich seit 15 Jahren nicht beim Arzt war, höchstens vielleicht mal wegen einer Erkältung. Das Bewusstsein hat sich verändert, was man mit seiner Lebenszeit macht und ich habe gespürt, dass das auch ganz schnell vorbei sein kann.

Wie hat Ihr Freund Jörg Weisselberg reagiert, mit dem Sie nach fast zwei Jahren Pause wieder zusammen sind?

Biedermann: Das geht schon länger wieder. Wir haben ja nicht die Zeitung angerufen und gesagt, wir sind wieder zusammen. Das ist durchgesickert, irgendjemand konnte seine Schnute nicht halten. Wir reden ungern über das Privatleben, geschweige denn vermarkten oder verkaufen es. Aber es ist jetzt raus, und es ist ja auch was Schönes, aber wir haben das nicht inszeniert. Jörg hat wie ein Fels in der Brandung zu mir gestanden, als es meinem Vater schlecht ging. Er hat sogar Jobs abgesagt, wenn ich schwach war und er war fast immer im Krankenhaus mit dabei. Ich bin sehr glücklich.

Das klingt so gut, dass ich Sie fragen muss, ob Sie ihn bald heiraten wollen.

Biedermann: Wir haben ja schon viermal geheiratet und ich war 27-mal schwanger, wenn es nach den Medien geht. Es ist nur die Frage, wo die ganzen Kinder hin sind.

Und sind Sie schwanger?

Biedermann: Ich möchte heiraten und auch Kinder haben, aber nicht heute und nicht morgen. Das Gute ist ja, dass man sich als Frau nicht mehr so drängen lassen und bis 31 alles erledigt haben muss. Ich kann mir also noch einen Moment Zeit lassen. Aber einen Jungen und ein Mädchen bis Mitte 30 - das wäre schon ideal.

Anna und die Liebe, montags bis freitags, 18.30 Uhr, Sat.1.

car/ivb/news.de/dpa

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