«Ein Fall für zwei» 100 Mal Lessing

«Ein Fall für zwei» (Foto)
Die Schauspieler Claus Theo Gärtner (links) und Paul Frielinghaus bei Dreharbeiten für die ZDF-Krimiserie Ein Fall für Zwei. Bild: dpa

So lange hat es keiner seiner Vorgänger ausgehalten: Seit 100 Folgen spielt Paul Frielinghaus nun schon Anwalt Dr. Lessing an der Seite von Privatdetektiv Matula (Claus Theo Gärtner) in Ein Fall für zwei. An einen Abschied mag der Schauspieler noch lange nicht denken.

Das lebensrettende Asthma-Spray fällt ins Hafenbecken. Dr. Lessing, todesmutig, springt hinterher. In voller Schlips- und Kragen-Montur. Und an diese Szene aus der ZDF-Krimiserie Ein Fall für zwei erinnert sich Paul Frielinghaus besonders gern:

«Weil ich mal nicht schnieke und elegant daherkommen musste.» In diesem Monat steht der 50-Jährige wieder als Anwalt Markus Lessing vor der Kamera. Zum 100. Mal: Unter dem Titel Leichen im Keller verteidigt er Klaus J. Behrendt in der Rolle eines Kollegen, der einen Erpresser umgebracht haben soll. Die Folge wird vermutlich im Winter gezeigt.

Ein Doppelrekord: Kein anderer Ein Fall für zwei-Anwalt, kein Günter Strack und kein Rainer Hunold, war so lange im Rollenamt. Genau zehn Jahre spielt er ihn nun schon. Und im Übrigen ist dies die schon 281. Folge insgesamt. Damit wird der bisherige Derrick-Rekord von gleichfalls 281 Fällen erreicht. Zahlen, mit denen niemand gerechnet hat. Schon im Serienstartjahr 1981 nicht, und auch nicht um 2000, als Frielinghaus, davor vor allem als smarter junger Lehrer und Schülerinnenschwarm in «Nicht von schlechten Eltern» bekannt, den Dr. Lessing übernahm: «So drei Jahre hatte ich mir in dieser Rolle gegeben.»

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Heute wundert er sich: «Zehn Jahre ist das nun schon her? Mir kommen sie wie höchstens fünf vor.» Weil er sich mit seinem Partner Claus Theo Gärtner als Detektiv Matula gut versteht: «Man kann durchaus von Freundschaft sprechen, vor wie hinter der Kamera.» Und weil ihm die Rolle immer noch Spaß macht, auch wenn sie mit ihren jährlich zehn Monaten Vorbereitungs- und Drehzeit kaum Luft für irgendwas anderes lässt: «Das hatte ich mir, ehrlich gesagt, anfangs etwas anders vorgestellt.»

Manchmal wünscht er seinem Lessing etwas mehr private Farbe. Zum Beispiel in Sachen Musik, die auch sein ganz persönliches Hobby ist. Glücklich nutzte er einmal die Möglichkeit, innerhalb vom Fall für zwei als Mitglied einer Juristenband den Bass zu spielen. Obwohl sein Instrument eigentlich das Cello ist. Aber «ich habe eisern jeden Griff geübt, bis es aussah, als würde ich wirklich spielen.» Und in der Bahn stand plötzlich eine füllige Dame mit üppiger Lockenpracht vor ihm: «Ich wusste ja gar nicht, dass Sie ein so hervorragender Musiker sind, Herr Frielinghaus.» Die Dame hieß Joy Fleming.

Seit 2008 bemüht man sich um eine behutsame Modernisierung des Serien-Oldies. Das findet Frielinghaus im Prinzip richtig so: «Junge Regisseure, schnellere Schnitte, etwas andere Thematiken - das kann nur gut tun.» Und warnt zugleich vor Übertreibungen: «Wir haben nun mal ein älteres Publikum. Das darf man nicht verschrecken.» Rund 4,6 Millionen Zuschauer im Schnitt in der vergangenen Staffel sollten nicht gefährdet werden.

An einen eigenen Abschied vom Lessing mag er nicht denken: «Bis 2011 einschließlich bin ich sowieso gebunden.» Wenn es aber mal so weit sein sollte, kommt zum Tränchen die Freude, nun wieder anderes machen zu können. Was er sich aber absolut nicht vorstellen kann, wäre ein Fall für zwei ohne das Gespann Gärtner/Matula: «Mit dem steht und fällt die Serie.»

car/news.de/dpa

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