Leichtathletik-WM Marathon vor dem Fernseher

Wagnis zur besten Sendezeit: ARD und ZDF wollen in der fußballosen Zeit mit der EM der Leichtathleten Quote machen. Ob das ohne Superstars klappt, ist offen. Fest steht: Bis Sonntag senden sie einen wahren TV-Marathon aus Barcelona.

Leichtathletik-EM in Barcelona mit Show eröffnet (Foto)
Auf der Tartanbahn in Barcelonas Olympia-Stadion kann losgesprintet werden. Bild: dpa

Fußball-WM, Tour de France, Leichtathletik-EM - für Sportfans und TV-Reporter kennt der Sommer 2010 keine Verschnaufpause. «So eng war es selten», sagt ZDF-Mann Peter Leissl. Er reiste direkt von der Tour über Bordeaux und Paris nach Barcelona, wo vom heutigen Dienstag bis Sonntag die besten Läufer, Werfer und Springer des Kontinents um 49 EM-Titel kämpfen - die meisten Entscheidungen fallen abends zur besten Sendezeit (Primetime).

ARD und ZDF wechseln sich täglich ab, das Erste begann heute bereits um 8 Uhr morgens mit der umfangreichen Berichterstattung. Insgesamt übertragen ARD/ZDF rund 42 Stunden aus dem Olympiastadion, der Spartensender Eurosport kündigte sogar mehr als 50 Live-Stunden in HD-Qualität an. «Das ist schon ein kleines Wagnis, die EM muss erst in die Köpfe der TV-Zuschauer. Aber ich bin mir sicher, dass wird kein Schuss in den Ofen», erklärte Leissl zu den Primetime-Übertragungen zwischen 19 Uhr und 22 Uhr.

Vor einem Jahr feierten die Leichtathleten bei der glanzvollen WM in Berlin unerwartete Quotenerfolge. Fast zehn Millionen sahen den 100-Meter-Sieg von Ausnahmesprinter Usain Bolt, Marktanteile von mehr als 20 Prozent gehörten zur Tagesordnung. «Das war ein Glücksfall», sagten damals die TV-Verantwortlichen. In Barcelona fehlt ein Superstar wie Bolt, die deutschen Athleten sollen mit Titeln und Medaillen eine EM-Begeisterung entfachen.

«Wir benötigen eine Initialzündung, dann werden die Quoten am Samstag und Sonntag steigen. Bei einer EM haben die DLV-Aktiven mehr Chancen als bei einer Weltmeisterschaft», sagte Leissl. Er sitzt beim ZDF mit Wolf-Dieter Poschmann am Mikrofon, die ARD schickt Ralf Scholt und erstmals Tim Tonder ins Rennen. Der NDR-Mann feiert in Barcelona seine Premiere als Reporter.

Eurosport vertraut auf das eingespielte Duo Sigi Heinrich/Dirk Thiele. Als Dritter im Reporter-Bunde mischt der frühere Langstreckenläufer Stephane Franke mit. «Das Spannende an der EM ist, dass nicht klar ist, wer gewinnt. Der Ausgang ist in vielen Disziplinen weitgehend offen», warb Thiele für das Großereignis.

ruk/ivb/news.de/dpa

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