Maischberger Hol mir mal ne Flasche Bier!

Alkohol (Foto)
«Alkohol – Bester Freund oder schlimmster Feind?», lautete das Thema der Sendung Menschen bei Maischberger. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiterin Anna K. Bernzen
Zum Fernsehabend gehören Chips und ein Bier, oder? Nicht für die Zuschauer von Menschen bei Maischberger. Mit einem bunten Cocktail aus Bierbrauern, Medizinern und ehemaligen Alkoholikern, diskutierte sie über Vitamine im Bier und Völz im Rausch.

Spätabends wollen eigentlich nicht nur Schüler und Buchhalter mit Zahlen nichts mehr zu tun haben. Doch die Ziffern, mit denen Sandra Maischberger in ihre Show startete, sind wohl eher aus einem anderen Grund unangenehm: zehn Liter reinen Alkohol konsumiert jeder Deutsche jährlich. Nicht nur deutsches Bier ist also Weltklasse, auch deutsche Biertrinker sind es. Alkohol – unser bester Freund oder schlimmster Feind?

Für Wolfgang Völz in den ersten Minuten der Talkshow eher letzteres. Im Fahrsimulator testete er, wie sich 0,8 Promille im Blut anfühlen. Nicht besonders gut, stellte Maischberger fest: «Sie haben gerade ein Kind überfahren.» «Nein, wo?» Den «Margot-Käßmann-Wert», so die Moderatorin, probierte er dann lieber nicht mehr aus.

Besonders genau hatte den Test Sebastian Priller beobachtet, der als Bierbrauer Hopfen und Malz zum Wellnessdrink erklärte. Beim «Bierfahren, äh, Autofahren» sei das natürlich keine Option, relativierte er. Trotzdem erzählte er stolz vom erfolgreich absolvierten Beckstein-Test.

Deutlich über dem Margot-Käßmann-Wert

Den hat wohl auch Wolfgang Völz hinter sich: Er fange schon morgens mit dem Trinken an, nachmittags sei der Wein dann leer, beschrieb er. «Ich habe mein ganzes Leben lang getrunken.» Riskant, fand Dr. Dieter Geyer, zumindest aus medizinischer Sicht.

Altersdemenz, Allergien, sogar Krebs - die Risiken seien hoch. Dem setzte Priller die «positiven Wirkungen» seines Produktes entgegen. Über tausend wertvolle Inhaltsstoffe, Vitamine und Mineralien zählt er zu den Ingredienzien seines Gebräus.
Modedesigner Harald Glööckler, dessen Vater alkoholkrank war, wollte das so nicht hinnehmen. «Das gehört in einen Giftschrank!» schimpfte er. Sprüche wie die des Brauers erinnern ihn an die Rechtfertigungsversuche seines alkoholkranken Vaters. Auf einen edlen Tropfen verzichten will er nicht, aber: «Ich habe einen Wahnsinns-Respekt davor.»

Das erste Bier schon zum Frühstück

Den ließ Christine Kröning vermissen: Während ihrer Schwangerschaft trank die ehemalige Alkoholikerin einfach weiter, zwei Glas Bier am Tag und mehr. Als das zu Wahnvorstellungen führte, schaffte sie den Absprung. «Schade, dass sie aufgehört haben», provozierte Wolfgang Völz. Unerwartet da seine Selbsterkenntnis: «Ich halte mich für einen gefährdeten Trinker.»

Diese Klarheit ist selten, weiß Peter Nisser: «Wenn sie hinterher nachdenken, haben sie da eine Art Verklärung», beschrieb er das Gefühl der Trinker. Sein erstes Sixpack vernichtete er auf dem Weg zur Arbeit, die übrigen vier Liter folgten über den Tag verteilt.

Eigentlich eine gute Nachricht für den Brauer, der sich aber zunehmend unbeliebt machte: Bulimie sei ja auch eine Krankheit, die nicht einfach verschwinde, wenn es kein Essen mehr gebe. Als Fachmann durfte Dr. Geyer dazu noch ein paar Fachbegriffe in die Runde werfen, bevor eine Sammlung von Fernsehbeiträgen die Bieraffinität internationaler Politiker bewies.

Im Endspurt wurde es dann endlich ein wenig lauter: Natürlich gehe es seinem Unternehmen nicht nur um Gewinnstreben, polterte Priller. «In diese Ecke lasse ich micht nicht drängen!» War sein Bierchen Schuld am plötzlichen Ausbruch? Wohl kaum: Der Atemtest bewies: er hatte nur 0,2 Promille, Völz dagegen 1,31.

cvd/news.de

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