GNTM Heidis Pyro-Popo-Show

Nackte Haut und heiße Luft bei «Germany’s Next Topmodel». Beim Foto-Shooting in L.A. lässt Heidi ihre Hübschen hinter Glas flambieren.

Heidi Klum (Foto)
Heidi Klum ließ ihre Mädels wieder ordentlich bluten. Bild: Pro7

Die Haare sind wild aufgestürmt, der schlotterdünne Körper von einem kreischend pinken Body nur notdürftig bedeckt, und auch im Gesicht sieht Catherine aus, als hätte sie einen Unfall mit Steckdose und Textmarker gehabt. «Competition» heißt das im GNTM-Sprech, und das bedeutet einen neuen, aufregenden «Shoot» mit neuem, aufregendem Styling. In diesem Fall lässt Heidi ihre Mädchen über den Dächern von Los Angeles in einer Glasbox posieren, kunterbunt angemalt, mit ganz wenig an und vor allem mit ganz viel Feuer drum herum. Richtig heiß und sexy sollen die Bilder werden, die Star-Fotograf Rankin von den Model-Aspirantinnen macht.

Beim Blick in Catherines Gesicht könnte man allerdings meinen, die 17-Jährige befände sich nicht in den luftigen Höhen eines Wolkenkratzers, sondern wäre direkt in der Vorhölle gelandet. Der Fotograf ist nämlich gar nicht zufrieden: Catherine findet er «terrible» («schrecklich») und «boring, boring, boring» («langweilig, langweilig, langweilig»), sowieso sei der ganze Shoot eigentlich «rubbish» («Müll»). Als Heidi ihren verzweifelten Schützling anfeuert, «endlich mal alles» zu geben («Schrei doch mal so richtig laut!»), und Catherine daraufhin wirklich endlich mal alles gibt und so richtig laut schreit, biegt sich der Star-Fotograf vor Lachen und bricht das Shooting ab. Auch um Heidis Mund spielt ein leichtes Lächeln. Wer bekommt wohl heute kein Foto?

Catherine ist nicht die einzige, die in dieser Sendung ihr Fett weg kriegt. Auch Jacqueline wird von Frau Klum kräftig abgewatscht. Richtig «plump» habe sie sich in der Box angestellte; wie ein «Elefant im Glashaus». Das bekommt ein knapp 17-jähriges, deutlich unterernährtes Mädchen sicherlich gern zu hören. Mit bemerkenswert fieser Treffsicherheit und pädagogisch-fragwürdiger Wortwahl muss auch Nadine sich einiges anhören: Sie laufe «wie ein Stock»; außerdem fehle ihr jegliche Leichtigkeit und Grazie. Da möchte man fast gratulieren, dass dieser Shoot der letzte für die 19-jährige Blondine gewesen ist. Auch für Nadine kein Foto.

Wenn Germany’s next Topmodel das Fegefeuer der Eitelkeiten ist, dann ist Heidi Klum die mit dem Pferdefuß und dem Dreizack. Der Teufel trägt Prada. Für die Model-Anwärterinnen reicht es leider nur für C&A und Reebok. Doch wenigstens da konnte eines der Mädchen Erfolge verzeichnen und Pluspunkte sammeln: Sympathieträgerin Miriam ergatterte bei der «Challenge» einen Job und wird demnächst in Turnschuhen und Spitzenhöschen für den Sporthersteller werben.

Dass ausgerechnet die Sportskanone und erklärte Fitnessfanatikerin sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen konnte, wird sicherlich nicht nur ihrem knackigen Popo geschuldet sein. Wie dem auch sei: Das Foto gibt’s auch für Miriam nur im Doppelpack mit harten Worten von Heidi, die Miriam immer noch für zu «männlich» und «unelegant» hält. Und so fließen auch in dieser Folge GNTM jede Menge Tränen, bei Gewinnerinnen und Verliererinnen gleichermaßen.

Vielleicht ist Heidi Klum ein Macho und Sadist, vielleicht beschäftigt sie auch einfach nur denselben Sprücheschreiber wie Dieter Bohlen. «Ich habe nichts in dir gesehen», sind die Worte, mit denen Catherine am Ende in den Orkus gejagt wird. Man möchte sie Heidi Klum selbst ins Gesicht schreien. Aber so richtig laut.

tfa/ivb/news.de

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