«DSDS»-Finale Es kann nur einen geben

Was für ein Drama: Erst unzertrennlich, dann heillos zerstritten und jetzt, jetzt sind Menowin und Mehrzad Konkurrenten um die DSDS-Krone. Ungleicher könnten zwei Finalisten kaum sein. Und so dürfte Dieter Bohlen sich schon entschieden haben, wem er die Daumen drückt.

Menowin Fröhlich und Mehrzad Marashi (Foto)
Menowin Fröhlich und Mehrzad Marashi sind im DSDS-Finale. Bild: ddp

Wann immer Menowin Fröhlich in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht hat, immer ging es um so unschöne Dinge wie Unterhaltsforderungen, Hartz-IV, die Drogen-Szene oder den Knast. Er ist der Bad Boy bei DSDS. Hinter den Kulissen herrschte Streit, weil er die Proben geschwänzt haben soll, die Casting-Show ist für ihn die letzte Chance, ein Strohhalm, um nicht noch einmal abzurutschen in diesen Sumpf, aus dem er doch endlich herauswollte.

Wann immer Mehrzad Marashi in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht hat, immer ging es um so schöne Dinge wie die Familie, Kinder, privates Glück oder um Rührstücke wie den tödlich verunglückten Bruder. Er ist der Vorzeigekandidat bei DSDS. Diese Show, sie scheint ihm wie auf den Leib geschneidert, der Superstar-Titel, er wäre das i-Tüpfelchen auf einer flotten, sauberen Karriere.

Casting-Finale: Die Top-10 bei «DSDS»
zurück Weiter Steffi Landerer (Foto) Zur Fotostrecke Foto: RTL/Stefan Gregorowius

Vom Kampf zwischen Gangsterimage und Romantiker schrieb die Welt kürzlich zum Duell zwischen Menowin und Mehrzad, doch der Kampf dürfte längst entschieden sein. Nicht nur bei Dieter Bohlen, der sich - obwohl er in Menowin lange seinen Favoriten gesehen hatte - im Klaren darüber sein wird, dass sich ein Mehrzad ganz anders, viel besser vermarkten lässt, als ein Menowin. Homestorys, die geplante Hochzeit, das Image des fürsorglichen Familienvaters, der mit seiner Stimme das Geld nach Hause bringt, es würde kaum wundern, wenn die Planungen für solche Stücke bei Bravo oder RTL Exklusiv längst in vollem Gange wären. Mag Bohlen für Menowin und seinen Versuch, dem alten Leben zu entfliehen, auch mehr übrig haben als für Mehrzad - in erster Linie ist der DSDS-Juror Produzent.

Ein alter Hut als Siegertitel

Und natürlich wurden die Medien wieder und wieder mit Skandälchen, vermeintlichen Offenbarungen, Intrigen und intimen Geheimnissen gefüttert. Ein bisschen zu viel, meinen Kritiker. Und auch dem Publikum sind die massiven Negativschlagzeilen der vergangenen Wochen nicht entgangen. Dutzende Umfragen kursieren im Internet, bei der Bild-Zeitung aber, die mit Menowin Fröhlich alles andere als zimperlich umgegangen ist, liegt Mehrzad mit Abstand in Führung. Lediglich der Stern schrieb vor dem Finale: «Beim großen Duell am Abend ist Menowin dann der Favorit. Nicht nur wegen seiner Stimme, die ihn variabler macht als Mehrzad, der immer ein bisschen wie Xavier Naidoo klingt. Vermutlich wird das Image entscheiden, denn anders als bei den Eltern kommt bei den Kids das zwielichte Getue von Menowin anscheinend ganz gut an.»

Musikalisch aber sind die beiden Finalisten eigentlich ebenbürtige Konkurrenten. Beide haben eine recht beeindruckende Stimme, beide wissen sich auf der Bühne zu verkaufen, beide haben inzwischen herausgefunden, welche Musik ihnen liegt und welche nicht. Und: Beide haben inzwischen ihre kleinen Ticks, ihre kleinen, eingefahrenen Gesten und Macken, die vielleicht einmal so etwas werden sollen wie ein Markenzeichen, mit denen sie aber bis jetzt einfach nur die Unsicherheit überspielen, die ihnen noch merklich in den Knochen steckt.

Fest steht auch bereits, welchen Titel der DSDS-Sieger 2010 als erste Single veröffentlichen wird: Es ist Don't Believe, ein Stück, das Dieter Bohlen eigentlich für den 2009er-Superstar Daniel Schuhmacher geschrieben hatte, das jedoch seitdem in der Schublade verschwunden ist. Auch das spricht - beim Blick auf das Schmuse-Image Schuhmachers - eher dafür, dass Bohlen sich Mehrzad als Sieger wünscht.

Blümchen als DSDS-Killer?

Gut möglich jedoch, dass diese Single floppen wird, ganz gleich, wer sie singt. Im Internet nämlich wird dazu aufgerufen, zur Veröffentlichung der Platte so oft wie möglich einen anderen Song aus dem Netz zu laden, damit Platz Eins der Charts belegt ist. Bei Facebook, StudiVZ und in Foren formieren sich die DSDS-Gegner, die ausgerechnet Blümchens Boomerang vorschlagen, ein Stück, das 1996 die deutschen Hitparaden stürmte. Ebenfalls im Gespräch: der Song Tribute der Rockband Tenacious D, der mittlerweile auch schon acht Jahre auf dem Buckel hat. Wer nun denkt, so etwas könnte gar nicht klappen, sollte einen Blick nach England werfen: Erst im Dezember schnappte dort dank solcher Massendownloads ein uralter Song von Rage Against The Machine dem X-Factor-Gewinner Joe McElderry die Chart-Krone weg.

Den Titel Don't Believe jedenfalls werden die beiden Kandidaten auch im Finale vortragen, Mehrzad wird zudem Endless Love von Lionel Richie und Fresh von Kool & The Gang singen, Menowin will die Krone mit That's What Friends Are For von Dionne Warwick und Billie Jean von Michael Jackson holen.

Vorher aber holt RTL noch einmal die ganz große DSDS-Keule raus. Den ganzen Tag über, zwischen Formel-1-Quali und Explosiv, wiederholt der Sender die gesamte siebte Staffel, vom allerersten Casting bis zum Halbfinale. Wer das durchhält, kann noch einmal alles miterleben: den Kandidaten, der sich angeblich vor laufenden Kameras in die Hose gemacht haben soll («Ich habe nicht richtig abgeschüttelt»), die Schminkorgien von Kandidatin Kim Debkowski oder das Drogen-Aus von Helmut Orosz. All diese Geschichten brachten RTL immerhin eine Durchschnittsquote von 6,37 Millionen Zuschauern, der Marktanteil in der Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren lag damit bei 32,1 Prozent. Womit die siebte Staffel die erfolgreichste nach der ersten Auflage 2002/2003 ist, die Alexander Klaws gewann und die Daniel Küblböck hervorbrachte. Zwei von diesem Format jedoch, soviel steht immerhin schon fest, werden uns in diesem Jahr erspart bleiben.


Deutschland sucht den Superstar - Das Finale, Samstag, 17. April, 20.15 Uhr, RTL

voc/ivb/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • böttcher
  • Kommentar 1
  • 17.04.2010 16:11

Die bild Zeitung ist der größte Feind von Menowin Fröhlich die hat scheinbar nicht gemerkt wo es rauf an kommt auf die Stimme des kanidaten und Menowin hat das alles er singt einfach das es einem mit reißt er tanzt einfach toll was die bild zeitung mehr interessiert ist die Vergangenheit von Menowin fast täglich neue Schlagzeilen um ihn in das schlechte licht zu stellen. Mehrzad dagegen ist neidisch auf das Talent von Menowin der gesang von Mehrzad bringt einem zum schlafen ich kann mir nicht vorstellen das sich Leute seine cd kaufen denn das konnten sie schon unter kaka marasco menow.ist cool

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