Next Topmodel Ruckediguh, Blut ist im Schuh

Sie sind jung, schön und herrlich manipulierbar. In der Kaderschmiede von GNTM modelt Heidi Klum (36) wie gewohnt tapsige Teenager zu Laufstegschönheiten um. Zeit, auch innerlich aus den Turnschuhen herauszuwachsen, bleibt ihnen nicht.

Germanys next Topmodel (Foto)
Im Berliner Wachsfigurenkabinett ließ Heidi Klum die Models mit den Puppen tanzen. Bild: ddp

Mädchenträume platzen in diesen Tagen wieder an einem Satz: «Ich habe heute leider kein Foto für dich.» Weil die Tränen aber ebenso zuverlässig aus Erleichterung auf die Laufstege von Germanys Next Topmodel (GNTM) tropfen, lässt die neue Staffel keinen Wunsch nach Dramatik offen. Und unübertroffen bleiben wieder einmal Heidi Klums Einfälle, um die Mädchen dumm aus der Wäsche gucken zu lassen.

Auf einer Zugfahrt nach Berlin torkeln die 31 zarten Schönheiten durch einen ICE, die dünnen Beinchen suchen nach Halt in den Stöckelschuhen. Version Paris Hilton, besoffen. Passend dazu die bahnbrechende Bemerkung einer Teilnehmerin: «Der Zug wackelt und es ist echt nicht leicht» – sowie die erfrischende Erkenntnis: «Das war ein verkackter Walk.» Und doch ist es beinahe rührend, wie die Mädchen ihre Knackpos mit übertriebenem Hüftschwung Richtung Kamera jagen.

Nach der vielsagenden Erkenntnis von Co-Juror Kristian Schuller (39), nicht jedes schöne Mädel sei automatisch ein gutes Model, fliegen zwei Damen kurz vor Berlin aus dem Zug. Ende der Reise. Die anderen dürfen üben, echt locker vor der Kamera zu werden – im Wachsfigurenkabinett. Ups, richtig, Heidis nagelneue Wachspuppe fängt die Kamera natürlich auch ein. Zusammen mit einem erstarrten Robbie Williams und Johnny Depp hopsen, fummeln und tänzeln sich die Möchtegern-Models ins Delirium. Gott, so ein Spaß, Wahnsinn, und Robbie, ich dreh durch, «der ist ja so eine geile Sau.»

Nach dem Warm-ups dann der große Abend. Fashion Week in Berlin, teure Kleider, und mit einem Krähen als Startschuss schickt Designerin Anja Gockel die Nachwuchs-GNTMs auf den Laufsteg. Als das Adrenalin in den Adern der Mädels nur noch «Hammer, Hammer, Hammer» als verbalen Output zulässt, sorgt die Beantwortung einer Gewinnfrage in der Werbepause für Grübelei. Für ein Model-Shooting braucht man: a) einen Jäger oder b) einen Fotograf?

Am Ende schleicht sich dennoch so etwas wie Mitleid in den Fernsehabend: Als Hanna, die nette, harmlose, womöglich naturblonde 18-Jährige, an den Anforderungen zu kollabieren droht. Wie sie weinend vor Heidi steht, nur im Netzhemdchen überm Spitzen-BH, da möchte man sich einen dicken Wollpulli schnappen und das Mädchen darin einhüllen - mit dem Rollkragen bis zu den Wangen hochgeschlagen. Traurig zuzuschauen, wie sie die Schultern strafft und doch innerlich ganz hinten in der Ecke sitzen bleibt. Klum essen Seele auf – und schon bald wird auch Hanna, der die High-Heels der Designerin einfach nicht passen wollten, sich die Ferse abschneiden und hochnäsig in die Linse starren.

Mit den verbleibenden 25 Models geht es weiter bei «Germanys Next Topmodel» am kommenden Donnerstag, 18. März, um 20.15 Uhr auf Pro7.

cvd/reu/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • SonyaFan
  • Kommentar 1
  • 12.03.2010 14:44

Statt normal-Bürgern das Rauchen zu verbieten sollten die Politiker mal was Vernünftiges tun und solche Shows verbieten.Mit der vielen Werbung die die Programme machen wäre es wieder besser schöne Seriwen zu senden als solchen Schrott.Bei der heutigen Lage sind viele Mädchen und bei den Sängershows auch Jungen die ihre Lehre unterbrechen und wenn dann nichts läuft sind sie schon als nächste Harz IV Generation im Gespräch.Es dürften nur solche genommen werden die ihr Abi fertig haben.Alles andere ist und bleibt Schrott.

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