Frank Elstner: «Musste mich nie sch├Ąmen»

Er ist ein Showmaster der alten Schule und will k├╝nftig etwas k├╝rzer treten: Am Samstag moderiert Frank Elstner zum letzten Mal Verstehen Sie Spa├č?. Im Interview spricht er ├╝ber Schadenfreude, seine Lieblingsstreiche und seinen Nachfolger.

Sieben Jahre Verstehen Sie Spa├č? gen├╝gen ihm: Frank Elstner. Bild: ARD

Herr Elstner, seit sieben Jahren moderieren Sie Verstehen Sie Spa├č?. Warum h├Âren Sie jetzt damit auf?

Elstner: Ganz einfach: Weil man aufh├Âren soll, wenn es am Sch├Ânsten ist, und ich mich nach einer gewissen Zeit lieber von etwas verabschieden m├Âchte, bevor es mich verabschiedet. Wenn Sie so wollen, bin ich ja schon ein Jahr ├╝berf├Ąllig, weil ich alle meine gro├čen Sendungen wie Montagsmaler, Spiel ohne Grenzen oder Wetten, dass ..? immer sechs Jahre moderiert habe, bei Verstehen Sie Spa├č? sind es jetzt sieben geworden. Au├čerdem m├Âchte ich ein bisschen mehr Zeit f├╝r die Familie haben.

Sind Ihnen die Streiche mit versteckter Kamera nicht vielleicht auch ein bisschen langweilig geworden?

FOTOS: Frank Elstner Ein Moderator der alten Schule

Elstner: Nein, so w├╝rde ich das keinesfalls sagen. Aber bevor mir andere vorwerfen, dass ich vielleicht in eine Routine verfalle, m├Âchte ich doch lieber sagen: Kommt, nehmt eine neue Besetzung, lasst frischen Wind rein, neue Besen kehren gut. Das habe ich immer so gehalten, das war immer die richtige Entscheidung, und ich glaube, sie ist es auch in diesem Fall.

Heutzutage machen sich im Fernsehen so viele freiwillig zum Affen, ist da das Konzept der versteckten Kamera denn ├╝berhaupt noch zeitgem├Ą├č?

Elstner: Das glaube ich unbedingt. Ich denke sogar, dass es eines der wenigen Konzepte ist, die immer eine Zukunft haben werden. Das Rezept ist doch ganz simpel: Die Menschen freuen sich einfach, wenn Schadenfreude ├╝ber einen Bildschirm transportiert wird, und es wird immer irgendwo auf der Welt Sendungen mit versteckter Kamera geben.

Was war in den sieben Jahren denn Ihr Lieblingsstreich?

Elstner: Besonders gut gefallen haben mir immer die Streiche, die verbl├╝ffen, weil sie so nahe am Allt├Ąglichen sind. Wir haben zum Beispiel mal einen Taxifahrer zur Verzweiflung gebracht, weil er nicht durch eine Dreht├╝r gekommen ist. Oder wir haben Leute aus der Fassung gebracht, weil der Fahrstuhl nicht von oben nach unten, sondern von rechts nach links gefahren ist. Einmal haben wir gro├če Pf├╝tzen gebaut, in denen pl├Âtzlich Menschen und ganze Autos verschwunden sind – solche Dinge, bei denen die Leute dachten, sie h├Ątten nicht alle Tassen im Schrank, haben mir immer besonders viel Spa├č gemacht.

Und welchen Prominenten haben Sie besonders gern aufs Glatteis gef├╝hrt?

Elstner: Ganz gut gelungen ist uns, glaube ich, eine Fahrt mit Mike Kr├╝ger vom M├╝nchner Fughafen zum Hotel Bayerischer Hof. Wir haben ├╝berall auf der Strecke Werbeplakate f├╝r einen Sexshop mit seinem Bild aufgeh├Ąngt, ├╝ber die er sich dann stark gewundert hat. Mike und ich lachen noch heute dr├╝ber.

War Ihnen ein Streich auch mal peinlich?

Elstner: Klar, das gab es schon auch mal, da war schon der ein oder andere Moment, bei dem ich im Nachhinein gesagt habe: Das war jetzt nicht dein bester.

K├Ânnen Sie ein Beispiel nennen?

Elstner: Lieber nicht.

So schlimm?

Elstner: Nein, um Gottes Willen, also richtig sch├Ąmen musste ich mich nie. Man macht ja nichts, womit man die Menschen verletzt.

Hat sich ein Streichopfer auch mal beschwert?

Elstner: Bei Verstehen Sie Spa├č? nicht, aber bei der Sendung April, April Mitte der neunziger Jahre hat sich Hans Meiser mal richtig ├╝ber mich ge├Ąrgert und mir dann mit Schmackes seine Faust in den Bauch gehauen. Ich hatte damals aber gl├╝cklicherweise noch ganz gute Bauchmuskeln (lacht).

Was halten Sie denn von Ihrem Nachfolger Guido Cantz, der Verstehen Sie Spa├č? von Ihnen ├╝bernimmt?

Elstner: Er hat ja schon mehrere Male in der Sendung den Lockvogel f├╝r mich gespielt, und ich habe ihm gleich am Anfang gesagt: «Das machst du so toll, das kannst du irgendwann auch mal moderieren.» Die Sendung wird mit ihm jung und hat einen Comedian an der Spitze, der da prima hinpasst.

Ihr Abschied ist ja kein Abschied vom Fernsehen, Sie moderieren nach wie vor andere Sendungen und arbeiten hinter den Kulissen. Sie stehen seit 40 Jahren vor und hinter der Kamera – wie lange m├Âchten Sie denn noch dabeibleiben?

Elstner: So lange der liebe Gott mich funktionieren l├Ąsst und das Publikum mich sehen will. Also definitiv nicht, bis mir das Mikrofon aus der Hand f├Ąllt – wenn ich mal merke, dass mich keiner mehr sehen will, dann h├Âre ich auf.

bla/reu/news.de

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