Wetten dass ..? Schummel-Verdächtiger kneift

Schummel-Verdacht (Foto)
Stiefel-Schnüffler wil doch nicht zu Lanz. Bild: dpa

Der Stiefel-Schnüffler von Wetten dass ..? steht unter Schummel-Verdacht. Seinen Besuch in der Talkshow Markus Lanz sagte er ab. Er wolle sich keinem Rechtfertigungsdruck aussetzen, erklärt stellvertretend ein Sprecher des ZDF.

Der 47-jährige Wetten, das..?-Kandidat Thomas Schuster, der unter Verdacht steht, bei seiner Wette am vergangenen Samstag geschummelt zu haben, wird an diesem Mittwoch nicht in die Talkshow Markus Lanz kommen. «Er war eingeladen. Die Redaktion hat mit ihm gesprochen», sagte ein ZDF-Sprecher am Dienstag. «Die Mediensituation hat sich nach den Veröffentlichungen geändert: Thomas Schuster will sich keinem Rechtfertigungsdruck aussetzen. Die Redaktion kann seine Haltung nachvollziehen.»

Schuster hatte am vergangenen Samstag in Thomas Gottschalks Kultshow gewettet, 23 Frauen an ihrem Fußgeruch zu erkennen. Dafür hatte er Gummistiefel mitgebracht, in die die Damen ihre nackten Füße steckten. Die Bild-Zeitung titelte am Dienstag: «Hat Gottschalks Stiefel-Schnüffler betrogen?». Nach Angaben des ZDF-Sprechers lag kein Betrug vor: «Die Wett-Tests vor der Sendung sind ordnungsgemäß verlaufen, es gab keine Auffälligkeiten, darum erkennen wir keinen Anlass für uns, am korrekten Ablauf der Wette zu zweifeln.»

Die Bild-Zeitung hatte berichtet, dass Schuster, dem bei der Wette in Freiburg die Augen verbunden waren, die Damen möglicherweise an den präparierten Stiefeln hätte erkennen konnte. Die Schuhe seien unterschiedlich abgelaufen gewesen, die eingeprägten Schuhgrößen seien ertastbar gewesen, einige Krempen seien nach innen, andere nach außen gestülpt gewesen. Ferner wurde ein Wissenschaftler zitiert, der sagte, dass unsere Nase nicht in der Lage sei, die «feinen Unterschiede eines Schweißgeruchs» zu erkennen. Bild hat außerdem recherchiert, dass der Kandidat schon drei Mal bei Wetten dass ..? aufgetreten ist.

«Wetten, dass..?» steht seit mehr als 20 Jahren unter Verdacht, immer einmal wieder Wetten zuzulassen, bei denen Spielraum für Manipulation besteht. Doch nur einmal flog der Betrug auf. 1988 schlich sich der Titanic-Redakteur Bernd Fritz in die Sendung ein und behauptete, die Farbe von Buntstiften am Geschmack zu erkennen. Er linste in Wirklichkeit unter der Augenbinde durch. Doch seitdem wird Wetten dass..? sein Image nicht los, immer wieder Opfer von Betrügern zu werden oder diesen den Weg zu erleichtern.

Zuletzt bei der «Bagger-Wette» in der Mallorca-Ausgabe 2009: Mit seinem 22 Tonnen schweren Bagger, nur auf den Vorderrädern balancierend, zündete ein Baggerfahrer mit einer Fackel am Hinterteil der Maschine ein Feuerwerk in der Arena. Dem Zuschauer wurde vorenthalten, dass der Bagger nur mit Hilfe von schweren Stahlplatten im Vorderteil hatte kippen können. 2006 schlug ein Team von Schmieden Pferdehufe so heiß, dass sie Spiegeleier darauf brieten. Nicht jeder mochte glauben, dass alles mit rechten Dingen zuging.

2001 wurde der Vorwurf laut, das ZDF selbst habe dafür gesorgt, dass Gottschalk die Saalwette verliert, damit er bei der Vorentscheidung des Grand Prix d'Eurovision mit einem Lied antreten könne. 50 Menschen sollten, so wollte es die Wette, in Bremen mit einem Maradona- oder Matthäus-Trikot, einer CD von Sabrina Setlur, einem Kochbuch von Alfred Biolek und einer Aktie Gelb auf der Bühne erscheinen und das Lied «Hol mir mal 'ne Flasche Bier» singen. Doch es kamen nur 14. Vorwurf damals ans ZDF: Die Mitspieler aus Bremen wurden vor der Halle abgewiesen, damit Gottschalk verlieren sollte. Der Sender dementierte.

amg/ped/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Reginaweis
  • Kommentar 1
  • 06.10.2009 20:12

Wahrscheinlich wollen die Leute solch einen Blödsinn sehen.

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