Golden Henne Alles Politik beim Medienpreis

Überraschungsgast Angela Merkel beim Medienpreis Goldene Henne: Die Bundeskanzlerin überreichte einen Preis an Hans-Dietrich-Genscher. Auch sonst stand die Politik im Mittelpunkt: Der frühere tschechische Staatspräsident Vaclav Havel wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Goldene Henne für Hans-Dietrich Genscher (Foto)
Angela Merkel überreicht die goldene Henne an Hans-Dietrich Genscher. Bild: ddp

Der große Gewinner des ostdeutschen Medienpreises stand vorab bereits fest: Der ehemalige tschechische Präsident und Freiheitskämpfer Vaclav Havel (72) bekam den Preis für sein Lebenswerk - und das auf den Tag genau 20 Jahre nach Genschers legendärem Satz auf dem Balkon der Prager Botschaft.

Vaclav Havel wurde als «Held der friedlichen Revolution» für seine Verdienste um die DDR-Bürger in der Prager Botschaft geehrt. Der damalige westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher überreichte die Goldene Henne und sagte: «Sie haben damals diesen Flüchtlingen die Zuversicht gegeben. Sie haben gezeigt, dass keine Macht der Welt der Macht der Freiheitsidee widerstehen kann.»

Überraschend zeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel Genscher daraufhin selbst mit einer Goldenen Henne für sein Engagement in der Wende-Zeit aus. «Groß sind Politiker, die ihre Pflicht tun und dabei ihr Herz für die Menschen behalten», sagte sie.

Weitere Auszeichnungen gingen dann tatsächlich in die Medienbranche: Die Ostrocker «Puhdys» erhielten die Henne zum 40-jährigen Bandjubiläum. «Ihre Lieder, ja Hymnen, gehören zu unserem Leben», lobte Laudator Wolfgang Lippert. Die Rocker reagierten trocken: «Wir werden in Zukunft noch viele Rock-Embolien auf unseren Thrombosen spielen.» Mundharmonika-Mann Michael Hirte war von seiner Henne vollkommen überrumpelt. Vor der Show hatte er noch gesagt: «Die Henne wird jemand kriegen, der sie auch verdient hat. Also ich nicht.» Statt langer langer Danksagungen spielte er dann auch lieber Mundharmonika.

Moderatorin Andrea Kiewel durfte sich nach langer Fernsehauszeit über die Goldene Henne in der Kategorie «Fernsehen Unterhaltung» freuen - trotz des Schleichwerbeskandals der Moderatorin vor zwei Jahren. Schauspieler Wolfgang Stumph («Stubbe») bekam bereits seine vierte Henne. Biathletin Kati Wilhelm wurde für ihre sportliche Leistung ausgezeichnet. In der Sparte «Aufsteiger» siegte Sängerin Ina Müller.

Zwei ostdeutsche Bürger, Beate Nagel und Sigmar Wolf, bekamen Hennen für ihren Mut, vor 20 Jahren Demonstrationen für die Freiheit in der DDR zu organisieren. In der Kategorie Charity gewann MDR-Moderator Peter Escher, der sich für krebskranke Kinder einsetzt. Auch Stefan Raab und Volks-Schauspielerin Ursula Karusseit erhielten Goldene Hennen.

Zu den rund 2000 Gästen der Show im Berliner Friedrichstadtpalast gehörte viel Prominenz, darunter neben der Bundeskanzlerin auch Guido Westerwelle (FDP), Boxer Henry Maske, Skispringer Jens Weißflog, Wayne Carpendale und Superstar Daniel Schumacher. Im Showprogramm spielten Shooting-Star Gabriella Cilmi und Grand-Prix-Gewinner Alexander Rybak.

Die Goldene Henne wird seit 1995 von der Zeitschrift Super-Illu, dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem Berliner Friedrichstadtpalast und in diesem Jahr erstmals auch vom Rundfunk Berlin-Brandenburg verliehen. Der Preis ist nach der Berliner Entertainerin Helga «Henne» Hahnemann benannt, die 1991 einem Krebsleiden erlag.

ped/bla/news.de/dpa/ap

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