Steinmeier in der Wahlarena Publikumsfragen mit Gruß von Horst Schlämmer

Steinmeier in der Wahlarena (Foto)
In der ARD-Wahlarena schlug sich Frank-Walter Steinmeier wacker. Bild: ap

Von news.de-Redakteurin Andrea Schartner
Hereinspaziert, die ARD lädt ein in die Wahlarena. Diesmal mit SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Er sorgt sich um das Wohl deutscher Soldaten, hält am Atomausstieg fest und will bessere Bildungschancen für Jugendliche.

Wichtigste Spielregel heute Abend: Die Zuschauer bestimmen, was Thema ist. Auffällig: Zwei Fragen kommen aus Grevenbroich, Heimatort von Horst Schlämmer, Kunstfigur mit Ambitionen fürs Kanzleramt.

Doch auch wenn dieser seine Finger nicht im Spiel hatte - mit dem regionalen Querschnitt muss etwas schiefgelaufen sein. Die fragenden Bürger sollten eigentlich das gesamte Land repräsentieren. Deswegen hat die ARD extra das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap bemüht, einen Großteil der Fragenden auszuwählen. Doch Ostdeutsche finden sich nicht vor dem Mikrofon und die süddeutsche Ehre rettet einzig eine Dame aus Baden-Württemberg.

Nach Angela Merkel dreht sich nun auch der Vizekanzler 75 Minuten in der Wahlarena. Unter den Augen und der sanften Moderation von Andreas Cichowicz und Jörg Schönenborn.

Die Show gelingt: Steinmeier läuft sich zu Beginn warm und am Ende brummt er zufrieden wie ein Opel Astra in den besten Jahren. Er lässt Persönliches durchblicken: «Meine Mutter muss sich ja auch rechtfertigen für das, was ich tue.» Er drückt den Knopf fürs Emotionale: Ja, er denke oft darüber nach, wie er politisch gehandelt habe, und auch über die Vorgänge nach dem 11. September 2001.

Der Vizekanzler zeigt Humor bei den lose eingestreuten Quizfragen und verteilt Seitenhiebe auf die Journalisten im Land. Die kann er momentan nicht gebrauchen, weil sie ihn piesacken und nicht immer das sein lassen, was er so gerne sein möchte. Ein Mann, der dem Volke nah ist. Der aus einer Familie kommt ohne Klavier und hohem Bücherregal. «Hätte es zu meiner Zeit Studiengebühren gegeben, dann stünde ich heute nicht hier», sagt er. In Sachen Bildung, Migration und mit dem Ausstieg aus der Kernenergie sammelt er Punkte.

Auf alles andere gibt er wenig konkrete Antworten: Ob das mit der Rente mit 67 nicht anders gelöst werden könne? Wie Deutschland gedenke, der Staatsverschuldung beizukommen? Warum Opel mehr Hilfe bekommen habe als Hertie? Steinmeier bleibt vage, drischt Phrasen, mitunter so heftig, dass man sich wünscht, nicht nur die Fragenden säßen für den Vizekanzler in der Arena, sondern auch noch Publikumsjoker, die ihm Antworten liefern könnten.

Aber Steinmeier hat Glück. Weil die Antworten, die ihm gelingen, am Schluss kommen, weil sein Humor den Menschen am Ende im Gedächtnis bleiben wird. Auf die momentan so schlechten Umfragewerte seiner Partei gibt er wenig. Trotzdem schließt er nicht aus, dass nach der Wahl eine Große Koalition weiter regieren wird. «Ich hoffe aber etwas anderes», sagt er und verlässt den Ring. Ganz passabel hat er sich geschlagen an diesem Abend.

che/news.de

Leserkommentare (16) Jetzt Artikel kommentieren
  • Edo
  • Kommentar 16
  • 16.09.2009 11:27
Antwort auf Kommentar 11

Politik und Farbenlehre..na ja.Von Goethe über Frieling bis zur Gegenfarbentheorie von Hernig. Die vier Grundfarben bilden die Paare Grün-Rot und Blau-Gelb.Dann noch Hell-Dunkel.Bei Goethe steht Blau für "dunkel(heit). Nun zum Pilze suchen.Die "rote"Kappe des Fliegenpilzes lockt im "grünen"Umfeld, aber vorsicht beim Verzehr. Schwarz und Gelb bedeuten nach Friling Warnung. Diagonale schwarz-gelbe Streifen bedeuten immer Gefahr. Auch die gelbe Binde mit den drei schwarzen Punketen ist ein Warnsignal. Also Minie, wie wilst du dich nun entscheiden? Mein Tip;mit dem Maserati in die Natur und dann mit einem Trüffelschwein per Pedes...

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  • Edo
  • Kommentar 15
  • 16.09.2009 10:39
Antwort auf Kommentar 2

Hinter Merkel geht nichts. Da ist nichts außer einer Plüschbank in einem entmotteten Sonderzug (aus dem letzten Jahrhundert/Jahrtausend)auf dem Weg nach nirgentwo.Wir sind die Kraft.Sie ist an der Macht auf der Bundesebene und kann über die Mehrheitsmacht der Länderebene alles entscheiden.Sie stolpert vor Kraft, weiß aber damit nichts damit anzufangen.Man hat das Gefühl sie trägt ihre "Uniformjacke"verkehrt herum.Ärmal und Knöpfe hinten.Über dem rechten Ärmel die gelbe Binde mit den drei schwarzen Punkten. Nach der Wahl platzen dann die markenten "Druckknöpfe"ab und aus der Hülle steigt der"brutalst mögliche Aufklärer".Beifall aus der Stahlhelmecke der Hessen-cdu.Mundraub-Kanther und co.jubeln. Ave Roland, lucrifacturi te salutant... Für die Kriesenbewältiger aus f.d.p.und cdu: sei gegrüßt Roland, die sich bereichern wollen, grüßen dich.

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  • Friedhelm Tepasse
  • Kommentar 14
  • 15.09.2009 12:29
Antwort auf Kommentar 8

Das ist ja das Schlimme, dass sich die Mehrheit verarschen lässt und nix hinterfragt. Die Medien erklären ja alles wahrheitsgetreu. Oh du armes Deutschland, ehemaliges Volk der Denker und Dichter. Auf Verarschung sollte Aktion erfolgen mit Hirn, nicht Resignation

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