Radio abgeschaltet: Oh weh, UKW! Warum hören wir DIESE Radiosender nicht mehr?  

Deutschlandfunk, MDR und andere Sender könnten ab Mittwoch auf UKW stumm bleiben. Grund ist ein Streit zwischen den Betreibern von Antennen und Sendernetzen.

Manche Sender werden über UKW bald nicht mehr zu hören sein. Bild: Andrea Warnecke/dpa

UKW-Hörer des populären Deutschlandradios (verantwortlich für Deutschlandfunk und die Ableger Kultur und das Jugendradio Nova) könnten ab Mittwoch vergeblich die Ohren spitzen. Denn ein Streit zwischen den jeweiligen Betreibern von Antennen und Sendernetzen könnte dafür sorgen, dass gleich mehrere Programme ausfallen, berichtet die "Welt". Darunter sind neben dem Deutschlandradio auch mehrere Sender des MDR, des NDR in Mecklenburg-Vorpommern sowie private Stationen wie Radio ffh, Big FM und Radio NRW. Rund 10 Millionen Hörer wären betroffen.

Radio-Zwangsabschaltung: Warum kommt es zum UKW-Blackout?

Derzeit streiten sich die beteiligten Unternehmen um den Preis für die Nutzung der benötigten UKW-Antennen. Die Antennen sind im Besitz von rund 30 verschiedenen Unternehmen, darunter auch Finanzinvestoren. Sendernetzbetreiber wie Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig werden von den Radiosendern beauftragt und müssen die Antennen dann mieten. Und die Preise dafür scheinen wohl zu hoch.

Media Broadcast will längst raus aus dem UKW-Geschäft

Bereits Mitte März diskutierten die Beteiligten über eine Übergangslösung. Der ehemalige Sendernetz-Betreiber Media Broadcast, der eigentlich aus dem UKW-Geschäft aussteigen will, sollte die Verbreitung der Sender erst einmal weiterführen. Dafür will das Unternehmen aber entweder von den Radiosendern oder den Sendernetzbetreibern beauftragt werden. Bisher haben das aber nur ein Viertel der rund 40 betroffenen Veranstalter gemacht. Ohne einen solchen Auftrag hätte Media Broadcast keine rechtliche Grundlage und es käme zu Haftungsproblemen. Alle Sender, die sich bis zum Wochenende nicht melden, werden am Mittwoch abgeschaltet.

Vor allem private Radio-Sender wären vom Blackout betroffen

Das hätte besonders für Privatradios wie ffh, Big FM und Radio NRW heftige wirtschaftliche Folgen: Da diese Sender im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen auf Werbung angewiesen sind, brauchen sie eine gewisse Reichweite.

Insgesamt hören noch über 90 Prozent der Deutschen Radio über UKW. Erst 16 Prozent empfangen den neuen digitalen Übertragungsstandard DAB+.DAB steht für Digital Audio Braodcasting und bezeichnet einen Übertragungsstandard für den digitalen, terrestrischen Hörfunk. Bei DAB erfolgt die Audiocodierung via MP2. Auf einer Frequenz können bis zu 8 Programme übertragen werden. DAB+ ist die Standardweiterentwicklung, sie nutzt das noch effizientere AAC+. Im Vergleich zum alten DAB können nun noch mehr Hörfunkprogrammen innerhalb eines Ensembles übertragen werden.

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gma/kns/news.de

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