Telefon-Abzocke durch "Ping-Anrufe": Rückruf-Abzocke mit verpassten Anrufen

Die Rufnummer hat man nie zuvor gesehen, der Anruf kam aus einem weit entfernten Land. Was sollten Menschen tun, die solche Anzeigen auf ihrem Handy entdecken? Lieber nicht zurückrufen, empfehlen Experten.

Die Anrufe unbekannter Rufnummern aus Afrika häufen sich. Ruft man aber zurück, wird es teuer. Bild: Arno Burgi/dpa

Ein verpasster Anruf einer unbekannten Nummer aus Burundi, Tansania, Benin, Marokko oder Tunesien auf dem Display: Da ist die Versuchung groß zurückzurufen. Doch dem Impuls sollte man widerstehen, rät das Verbraucherschutzportal "Mobilsicher.de".

Anruf melden - so können Sie Verdächtige Nummern Behörden anzeigen

Denn mit einem Rückruf könnte der Angerufene Betrügern auf den Leim gehen, die damit Kasse machen - zu Lasten des Verbrauchers, den solch ein Anruf mehrere Euro pro Minute kosten kann. Erlaubt sind solche Anrufe nicht, Betroffene sollten sie der Bundesnetzagentur (BNetzA) melden. Dafür gibt es ein Formular auf deren Webseite. In der Telefon-App des Smartphones lassen sich die Nummern meist auch direkt blockieren.

"Ping-Anrufe": Opfer hat keine Chance, Anruf anzunehmen

Technisch funktionieren die Lockanrufe folgendermaßen: Von Betrügern betriebene Computer wählen von Adresshändlern gekaufte oder per Zufall generierte Nummern für so kurze Zeit an, dass die Angerufenen praktisch keine Chance haben, das Telefonat anzunehmen - und nach dem sogenannten Anpingen rufen viele die übermittelte Rufnummer zurück.

Neu ist die Masche, die es auch mit Kurznachrichten oder Anrufen auf das Festnetztelefon gibt, nicht. Einem Sprecher der Bundesnetzagentur zufolge gibt es sie seit Mitte 2016. Die Agentur tue dagegen, was sie könne, aber ausländische Rufnummer könnten nicht abgeschaltet werden.

Rückruf-Abzocke auf den Leim gegangen - Was können Betroffene tun?

Bevor Betroffene solcher Ping-Anrufe eine Rechnung bezahlen, sollten sie bei der BNetzA fragen oder auf deren Maßnahmenliste online nachsehen, ob in dem Zeitraum ein sogenanntes Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot für die fragliche Nummer bestanden hat. Dann kann der Rechnungsbetrag beim Telefonanbieter entsprechend gekürzt werden.

Aus diesen Ländern wird die Telefon-Abzocke am häufigsten betrieben

Derzeit gibt es den Experten von "mobilsicher.de" zufolge eine Anrufwelle mit Nummern aus denMaghreb-Staaten und anderen Ländern Afrikas. Betrüger "pingen" mitunter auch mit Nummern aus dem Inland und missbrauchen dann meist sogenannte Mehrwertdienstnummern, alsoNummern, die mit Vorwahlen wie +180, +137 oder +900 beginnen. Die meisten Anrufe aus dem Ausland stammen aus Ländern wie Guinea (+224), Burundi (+257), Marokko (+212) oder Tunesien (+216).

Lesen Sie auch: Vorsicht! SO werden Sie bei Ihrer Handyrechnung abgezockt.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

gea/kad/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Empfehlungen für den news.de-Leser