Fahndung auf Facebook und Co.: Datenschutzrechtliche Bedenken bei Facebook-Fahndung

Die Polizeibehörden setzen verstärkt auf die sozialen Netzwerke. Bild: picture alliance / Peter Steffen/dpa

Die vom Landeskriminalamt (LKA) betriebene Facebook-Fanpage der niedersächsischen Polizei hat inzwischen über 53 000 Likes und Followers. Sie werden mit "liebe Helfer(innen)" oder "liebe Supporter(innen)" angesprochen, der Ton ist locker. Die Beamten posten Fahndungsaufrufe mit Bildern aus Überwachungskameras nach Überfällen oder Geldautomatensprengungen. Berichtet wird auch von Festnahmen, verbunden mit "vielen Dank für die Mithilfe".

Wegen rechtlicher Bedenken werden die Aufrufe auf einem Polizeiserver gespeichert und nur verlinkt. Niedersachsens Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel sagt, sie sehe die Nutzung sozialer Medien von Behörden und Kommunen "nach wie vor sehr kritisch".

Steigende Aufklärungsrate bei Social Fahndung

Von 650 Veröffentlichungen auf der zentralen niedersächsischen Seite führten laut LKA 216 zur Identifizierung des Tatverdächtigen beziehungsweise gesuchten Vermissten. "In 32 Fällen ging der entscheidende Hinweis belegbar nach der Veröffentlichung bei Facebook ein", sagt LKA-Sprecher Hans Retter.

Bei den Facebook-Auftritten von örtlichen Polizei-Behörden geht es häufig auch um Präventionskampagnen, Sportwettkämpfe oder spaßige Meldungen, letztere mit großer Resonanz. So schlug der Polizei Osnabrück eine Welle von Sympathie entgegen, als sie Anfang Januar via Facebook den Besitzer eines vor einer Wache abgestellten Bobbycars suchte. Auch die Meldung ""Falschparker" stellt sich" mit dem Bild des dreijährigen Bobbycar-Eigentümers wurde fast 7000 Mal geliked.

Ermittlungen via Twitter und Co. gespickt mit Unterhaltungswert

In Berlin twitterten die Ermittler am Wochenende unter dem Schlagwort #24hPolizei über ihre Einsätze. "An der Breiten Straße in #Pankow liegt eine Frau. Auch breit", hieß es in einer Meldung. Unterhaltung spielt eben eine große Rolle in den sozialen Medien.

Die Polizei in Frankfurt am Main ist Pionier auf Instagram - auch dort findet der süße junge Drogenspürhund den meisten Anklang. Das bei Kindern und Jugendlichen beliebte Instagram werde auch bei der Polizei den Kanon um Twitter und Facebook erweitern, glaubt Experte Rüdiger. "WhatsApp hingegen nutzen annähernd alle von jung bis alt. Daher wäre es eine logische Schlussfolgerung den Messenger-Dienst vermehrt für polizeiliche Themen zu nutzen."

Der Cyber-Kriminologe fordert zudem einen breiten gesellschaftlichen Austausch über die Präsenz der Polizei - und damit des Rechtsstaats - im öffentlichen digitalen Raum. "Das Internet ist für viele Menschen ein gefühlt rechtsfreier Raum. Zum Beispiel bei der Bekämpfung von Volksverhetzung im Internet - dem sogenannten Hatespeech - wäre daher eine Debatte etwa über virtuell sichtbare Polizeistreifen sinnvoll."

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zurück Weiter Dieser Mann zählt zu den Verdächtigen der Sex-Attacken der Silvesternacht in Köln. (Foto) Foto: Polizei Köln/dpa Kamera

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koj/news.de/dpa

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