Fahndung auf Facebook und Co.: Wanted! Darum sind Soziale Medien für Polizei unverzichtbar

Seit fünf Jahren fahndet die niedersächsische Polizei bei Facebook - und gilt somit als Pionier in den sozialen Medien. Längst haben andere Polizei-Behörden nachgezogen. Doch ein Cyber-Kriminologe sagt: Die Ermittler könnten hier noch mehr tun.

Die Polizeibehörden setzen verstärkt auf die sozialen Netzwerke. Bild: picture alliance / Peter Steffen/dpa

Im Juni vor fünf Jahren ging die niedersächsische Polizei zum ersten Mal mit einer zentralen Facebook-Seite auf Verbrecherjagd und war damit Vorreiter in Deutschland. Die Terrorgefahr der jüngsten Zeit macht die sozialen Medien für die Ermittler unverzichtbar - beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 informierte die Polizei die Bürger fortlaufend über Twitter. Auch die Münchner Polizei wird für ihre Kommunikation in den sozialen Medien gelobt, etwa beim Amoklauf in München 2016. Was tut die Polizei in Deutschland, um den direkten Draht zur Bevölkerung via Facebook, Twitter und Co. zu suchen?

Polizei setzen auf virale Hilfe

"Die Polizei muss schon vorher eine gewisse Menge an Followern aufbauen, um in Krisensituationen möglichst viele Menschen zu erreichen", sagt der Cyber-Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger von der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Der Experte ist überzeugt: "Die Polizei muss sich noch viel intensiver mit den sozialen Medien auseinandersetzen."

Die Zahl der Polizei-Accounts bei Facebook und Twitter ist in die Höhe geschnellt: 2016 waren es bundesweit etwa 90, Anfang 2017 schon 216. Aktuell schätzt Rüdiger die Zahl auf etwas unter 300, im Vergleich zu den meisten europäischen Nachbarn seien es jedoch wenige. In den Niederlanden gibt es dem Experten zufolge knapp 2400 Polizei-Accounts. Der Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden 1, Johannes Lind, twittert sogar individuell.

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