Sicherheitslücke wird zum Verhängnis: Kriminelle Hacker räumen Konten von "O2"-Kunden leer

O2-Kunden sind derzeit mächtig sauer auf ihren Mobilfunkanbieter. Der Grund: Durch eine Sicherheitslücke konnten Hacker ihre Konten leer räumen. Dabei wusste O2 schon seit längerem von der Schwachstelle.

O2 hat ein massives Sicherheitsproblem. Bild: dpa

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, haben Hacker über mehrere Monate Geld von Konten einiger "O2"-Kunden abgebucht. Betroffen sind Kunden, die über ihr Handy Onlinebanking betrieben haben. Die Hacker nutzten laut der "Süddeutschen Zeitung" eine Schwachstelle im Mobilfunknetz von O2 und zweigten so das Geld von den Konten ab.

Kunden wurden Opfern von Hackern - Auch Banken sauer auf O2

Besonders brisant: O2 weiß wohl bereits seit mehr als zwei Jahren von der Sicherheitslücke in ihrem System. Passiert ist dennoch nichts. Neben den abgezockten Kunden sind auch Banken sauer auf den Mobilfunkanbieter. Man sei davon ausgegangen, dass O2 dafür sorge, das eigene System abzusichern, heißt es. Doch nun habe sich herausgestellt, dass auch Onlinebanking mit einer TAN-Sicherheitsnummer keinen Schutz gewährleistet.

BKA: Über 51 Millionen Euro Schaden durch Cybercrime

Rund 83.000 Fälle von Cybercrime hat die Polizei nach Angaben des Bundeskriminalamts 2016 in Deutschland erfasst. Dabei sei ein Schaden von über 51 Millionen Euro entstanden, sagte BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch in Berlin. "Polizeiliche Statistiken und Lagebilder spiegeln aber nur einen kleinen Teil der Realität wider." Auch Sandro Gaycken, Direktor des Digital Society Institute, verwies auf das große Dunkelfeld. Der tatsächliche Schaden sei deshalb schwer zu schätzen. Deutschland sei als Industrieland jedoch mehr als viele andere Länder betroffen.

Hackern bieten sich immer mehr Angriffspunkte

Straftätern böten sich durch die Digitalisierung immer neue Angriffspunkte, sagte Münch. Sie operierten innovativ und anpassungsfähig und bedienten sich neuster Technologien. Die Ermittler bräuchten deshalb vor allem auch digitale Kompetenzen. "Dem müssen wir bei der Fortentwicklung unseres Berufsbildes hin zu einem Cybercop Rechnung tragen." Es gehe aber auch um eine beschleunigte Anpassungsfähigkeit, um mit den Veränderungen Schritt zu halten. "Wir dürfen den Tätern nicht zu Fuß hinterherlaufen."

Die Fachtagung Cybercrime Conference richtet das BKA in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Digital Society Institute (DSI) und dem Verein German Competence Centre against Cyber Crime aus. Im Mittelpunkt stehen straegische und operative Herausforderungen durch aktuelle Entwicklungen in der Cyberkriminalität.

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gea/jat/news.de/dpa

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