Das Darknet: So funktioniert der Zugang zum größten virtuellen Schwarzmarkt der Welt

Politiker fordern schon seit langem, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein darf. Doch unter der Oberfläche warten noch viel härtere Aufgaben auf die Strafverfolger. Wir erklären Ihnen, was es mit Internet, Darknet und Co. auf sich hat.

Im Darknet findet man fast alles (Symbolbild). Bild: Silas Stein/dpa

Noch im Jahr 2013 erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass das "Internet für uns alle Neuland" sei. Drei Jahre später sehen sich Politik und Strafverfolgungsbehörden mit einem ganz neuen Problem konfrontiert: Das "Darknet", ein anonymer und relativ abgeschotteter Bereich des Netzes, ist ein großer Schwarzmarkt, wo von gefälschten Ausweisen, über Drogen, bis hin zu Waffen beinahe alles angeboten wird. Auch der Amokläufer von München, der in einem Einkaufszentrum neun Menschen erschoss und sich schließlich selbst tötete, soll die Tatwaffe im Darknet gekauft haben. Dabei kann das Geheimnetzwerk auch positiven Zwecken dienen. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat.

Internet, Deep Web, Darknet: Die wichtigsten Unterschiede

Vereinfacht kann man sich das weltweite Netz wie einen Ozean vorstellen, den man mithilfe eines Webbrowsers durchforsten kann. Bei der normalen Nutzung des Internets bewegt man sich lediglich an der Oberfläche, im sogenannten "Clear Web" oder "Surface Web". Dessen Inhalte sind bei Suchmaschinen indexiert und lassen sich so leicht aufrufen.

Anders sieht es hingegen "unterhalb" der Wasseroberfläche aus: Das sogenannte Deep Web besteht aus Informationen, die nicht mithilfe einer Suchmaschine gefunden werden können. Meist handelt es sich dabei um riesige Datenbanken, die nicht ohne weiteres verarbeitet werden können. Teil des Deep Web ist das sogenannte Darknet, das gänzlich anders funktioniert als das Internet. Das Darknet ist quasi ein eigenes Netzwerk, das meist über Peer-to-Peer-Verbindungen realisiert wird. Durch verschiedene Verfahren und einen speziellen Browser ist es möglich, beinahe völlig anonym zu surfen. Oft hat jedoch nur eine begrenzte Nutzerzahl dazu Zugang.

Tor-Browser und Onion Routing für Anonymität im Netz

Während das Surfen im konventionellen Netz meist über große Server abgewickelt wird, setzt man in den tieferen Schichten auf ein anderes Verfahren. Im sogenannten Tor-Netzwerk werden Verbindungsdaten anonymisiert, indem die Daten zufällig über verschiedene Server verteilt verschickt werden. Dabei wird das sogenannte Onion Routing verwendet, bei dem die Daten stufenweise, wie bei den Schalen einer Zwiebel, verschlüsselt werden. Dadurch ist eine anonyme, abhörsichere Kommunikation möglich.

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