Pokemon Go als Datenkrake?: Schnüffelmon Go? So riskant ist die neue Nintendo-App

Obwohl das Augmented-Reality-Game Pokemon Go noch nicht offiziell in Deutschland erhältlich ist, sorgt die Nintendo-App bereits jetzt für Negativ-Schlagzeilen. Neben virenverseuchten Downloads warnen Experten auch vor der Datensammelwut des Spiels. Das müssen Sie wissen.

"Augmented Reality" macht's möglich: Bei "Pokemon Go" erscheinen die japanischen Taschenmonster an den unmöglichsten Orten. Bild: Julian Smith/dpa

Es könnte schon jetzt das größte Spiel des Jahres werden: Pokemon Go, ein Smartphone-Spiel von Nintendo, mit dem man die japanischen Taschenmonster fast wie in der echten Welt sammeln und gegeneinander kämpfen lassen kann. Dank Augmented Reality (AR, erweiterte Realität) werden Pikachu und Co. via Smartphone-Kamera direkt in die Alltagswelt integriert und tauchen beispielsweise an Bushaltestellen oder im Büro auf. Doch die Technik hat auch Tücken.

Pokemon Go: Trojaner-Gefahr durch "DroidJack" bei inoffiziellen APK-Downloads

Pokemon Go befindet sich momentan im Testbetrieb und ist daher aktuell nur in einigen Ländern offiziell verfügbar - Deutschland gehört noch nicht dazu. Dennoch gibt es eine einfache Möglichkeit, wie man die Ländersperre von Pokemon Go umgehen und das Spiel über andere Anbieter bereits jetzt herunterladen kann.

Der Download aus anderen Quellen birgt aber auch Gefahren: Wie die amerikanischen Sicherheitsforscher von Proofpoint herausgefunden haben, nutzen findige Hacker eine Sicherheitslücke in der App, um einen Trojaner names "DroidJack" auf dem Smartphone zu installieren. Ohne dass der Nutzer es merkt, hätten Angreifer so Zugriff auf persönliche Daten und könnten das Telefon sogar fremdsteuern. Die Experten raten daher, auf eine offizielle Version aus dem Google Play Store zu warten.

Datenkrake Pokemon Go! So klaut die Nintendo-App Ihre persönlichen Google-Daten

Doch selbst ohne versteckte Viren ist Pokemon Go eine wahre Datenkrake. Wie unter anderem das Nachrichtenportal "Heise online" berichtet, sichert sich die App bei der Installation ungefragt tiefgreifende Rechte zu, um auf die persönlichen Daten des Nutzers zuzugreifen. Das geht sogar so weit, dass es Entwickler Niantic sogar möglich sein soll, das komplette Google-Konto eines Spielers zu übernehmen.

Damit hätte die Firma nicht nur Zugriff auf die Sensoren des Smartphones – sodass sich etwa Bewegungsprofile erstellen lassen – sondern könnte auch sämtliche Kontakte auslesen und sogar Dokumente im Cloud-Speicher "Google Drive" einsehen und speichern. Selbst E-Mails könnten im Namen des Nutzers unbemerkt verschickt werden, berichtet "Heise".

Niantic Labs: Entwickler dementiert Kritik an Pokemon Go

Inzwischen hat sich auch der Entwickler Niantic zu den Vorwürfen geäußert. Demnach würde Pokemon Go nicht auf das gesamte Google-Konto zugreifen, sondern lediglich "Grundinformationen" wie Benutzername und E-Mail-Adresse abfragen. Auch Google habe dies bestätigt. Richtig sei jedoch, dass die App anfangs tatsächlich unbemerkt volle Zugriffsrechte bei der Installation angefragt habe. Dabei soll es sich jedoch um einen Fehler gehandelt haben. Google möchte die Zugriffsrechte demnächst einschränken.

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