Haushaltsgeräte-Test
So tricksen die Hersteller beim Stromverbrauch

Mit der Einführung der Energieausweise für Haushaltsgeräte wollte es die EU den Verbrauchern einfacher machen: Geräte mit geringem Stromverbrauch sollten gut sichtbar gekennzeichnet sein. Eine Studie enthüllt jetzt jedoch, wie sehr die Hersteller bei den Vorgaben tricksen. Laut den Prüfern ist die Bilanz erschreckend.

Prüfer warnen vor Betrug beim Energieverbrauch von Haushaltsgeräten. Bild: Peter Kneffel / dpa

Umweltbewusste Verbraucher greifen beim Neukauf elektrischer Geräte meist zu Modellen mit einem möglichst niedrigen Energieverbrauch. Dabei soll ihnen der europaweit gültige Energieausweis helfen, der den Verbrauch des Geräts im Vergleich zu anderen Produkten darstellt. Wie eine Prüfkommission herausgefunden hat, wird dabei jedoch kräftig gemogelt: Fast jedes fünfte getestete Haushaltsgerät verbrauchte mehr Strom, als vom Hersteller angegeben.

Lesen Sie hier: Das neue Energielabel für Durchlauferhitzer & Co.

Haushaltsgeräte im Test: Verbraucherschutz warnt vor Betrug beim Stromverbrauch

Eine europaweite Gruppe aus Umwelt- und Verbraucherverbänden hat stichprobenhaft 20 verschiedene Gerätegruppen wie Kühlschränke, Lampen und Fernseher getestet und dabei erschreckendes festgestellt: "18 von 100 Geräten hielten nicht die EU-Effizienzvorgaben ein. Einige benötigten bis zu 30 Prozent mehr Strom als angegeben," sagte Johanna Kardel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegenüber "Focus Online". Die Probe zeige, dass viele Hersteller die gesetzlichen Vorgaben missachten würden, so die Energie-Expertin weiter.

Jährliches Einsparpotential von mehreren Milliarden Euro

Doch nicht nur bei alltäglichen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken stellten die Prüfer Mängel fest. Die fortschreitende Vernetzung im Haushalt durch das sogenannte "Internet der Dinge" führt dazu, dass viele Produkte, wie Router oder Smart TVs ständig im Stand-by-Modus laufen, um per WLAN zu kommunizieren. Auch hier würden die Hersteller den eigentlichen Verbrauch mit falschen Angaben beschönigen und den Verbraucher so gezielt täuschen. Insgesamt sehen die Experten europaweit ein jährliches Einsparpotential von mehr als 10 Milliarden Euro, wenn Energieausweise korrekt ausgestellt werden würden.

Auch interessant: Tag des Energiesparens 2016 – Die besten Tipps und Tricks um Energie zu sparen.

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5 Kommentare
  • Michael Möller

    31.03.2016 14:21

    solange die Politiker auch noch in Aufsichtsgremien sitzen und von der Lobby die Gesetzte vorgelegt bzw. digtiert bekommen ist doch jeder Betrug am Konsumenten Tür und Tor geöffnet würde ich behaupten. genauso wenn die Kontrollen nicht absolut unabhängig sind . man redet immer von Demokratie und Rechtstaatlichkeit aber die Skandale der letzten Jahrzehnte beweist doch genau das Gegenteil und auch die Justiz versagt wurde ich sagen weil Sie nicht richtig davor geht sondern sich die Reichen freikaufen können.

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  • Werner999

    23.03.2016 06:54

    Ich habe diesen Quatsch mit ISO 9xxx Zertifizierung und Eigenkontrolle der Unternehmen noch nie getraut! Das ist alles nur ein gewaltiger aufgebauschter Betrug!

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  • matze

    22.03.2016 22:59

    Kontrolle würde unabhängige Kontolleure voraussetzen.VW ist doch kein Einzelfall.Was Autobauer seit der sogenannten Ölkrise in den 70ern an Verbrauchswerten veröffentlicht haben passt auch nur im freien Fall mit Rückenwind.Das ist also nichts Neues.Und warum sollten Elektrofirmen da besser sein?Na ja, wenn man erwischt wird...Entschuldigung,beim nächsten mal tricksen wir besser.

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