Von news.de-Volontärin - 03.03.2016, 16.41 Uhr

Halswirbel, Hüftgelenke, Lebensmittel: Ersatzteile aus dem 3D-Drucker! Das lässt sich alles drucken

Der 3D-Druck ist nicht nur ein interessantes Verfahren für die Industrie, sondern in der Medizin können dank gedruckter Implantate Menschenleben verbessert und sogar gerettet werden.

Nicht nur Spielzeug: 3D-Drucker fertigen mittlerweile auch künstliche Kieferprothesen, Hüftgelenk-Pfannen oder Halswirbel. Bild: dpa

Der industrielle 3D-Druck ist auf dem besten Weg, eines der revolutionärsten technischen Verfahren überhaupt zu werden. Die sogenannte additive Fertigung findet mittlerweile bereits in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung, sei es im Design, in der Industrie, Gastronomie oder im Privatgebrauch. Nie dagewesene Möglichkeiten eröffnet das Herstellungsverfahren allerdings in der Medizin.

Künstlicher Halswirbel aus dem 3D-Drucker

Was wie Zukunftsmusik klingt, ist längst Realität. Ein Drucker fertigt Gegenstände aus dem Computer eins zu eins nach. Das gelingt mithilfe eines virtuellen 3D-Modells, das zunächst in dünne Schichten zerlegt wird. Um es dann per Knopfdruck Schicht für Schicht nachzubauen, kommen Materialien wie Kunststoff, Metall oder Keramik zum Einsatz, erklärt "Computerwoche".

Zahnersatz, Prothesen, Gelenkimplantate, wie eine Hüftimplantat-Pfanne, oder Organmodelle kommen mittlerweile aus dem 3D-Drucker. So lebt beispielsweise der Australier Drage Josevski mit einem künstlichen Halswirbel – dem ersten überhaupt, der mittels additiver Fertigung entstanden ist. Da er an Wirbelsäulenkrebs erkrankt war, erhielt er in einer 15-stündigen Operation, während der sein Kopf vom Nacken getrennt werden musste, eine Kunststoffprothese aus dem 3D-Drucker, wie "T-Online" Ende Februar berichtete.

Essen aus dem Food-Printer ist keine Zukunftsmusik mehr

Neben solch revolutionären Einsätzen, durch die Menschenleben gerettet werden können, hält der 3D-Drucker aber auch immer weiter Einzug in den Alltag. In der Gastronomie drucken Designer mit einem sogenannten Food-Drucker inzwischen auch Kartoffelbrei - oder Pizza, wie sie die Raumfahrtbehörde NASA erstmals mit der Technik herstellte. Und im Sommer 2016 soll soll laut "chip.de" sogar der erste 3D-Drucker für Kinder auf den Markt kommen.

Ein Replikator, der im Star-Trek-Universum Essen aus dem Nichts zaubert, ist damit keine so abwegige Science Fiction mehr, wie noch vor einigen Jahren.

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kad/bua/news.de

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