news.de Expertenrat: Steuerermäßigung für Dichtheitsprüfung der Wasserleitung

Immer wieder kann es zu Ärger mit der Abwasserleitung kommen. Dann empfiehlt es sich, einen Handwerker mit der Reparatur zu beauftragen. Die Kosten dafür können Steuerpflichtige bei der Einkommensteuer geltend machen. Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass dies auch gilt, wenn eine Abwasserleitung einer Dichtheitsprüfung unterzogen wird.

Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen

Gemäß § 35a Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) können Handwerkerleistungen, die im Zuge einer Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, steuerermäßigend berücksichtigt werden. Aus diesem Grund reichte der Eigentümer eines Wohnhauses mit seiner Steuererklärung für das Jahr 2010 auch die Rechnung eines Handwerkers ein, der die Abwasserleitungen des Hauses auf ihre Dichtheit geprüft hatte.

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Immer wieder kann es zu Ärger mit der Abwasserleitung kommen. Dann empfiehlt es sich, einen Handwerker mit der Reparatur zu beauftragen. Die Kosten dafür können Steuerpflichtige bei der Einkommensteuer geltend machen. Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass dies auch gilt, wenn eine Abwasserleitung einer Dichtheitsprüfung unterzogen wird.

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Abwasserleitung defekt? Steuerpflichtige können die Kosten für eine Reparatur von der Einkommenssteuer absetzen. Bild: pixabay / cattalin

Einwände des Finanzamtes

Das Finanzamt wollte für die Kosten der Dichtheitsprüfung allerdings keine Steuerermäßigung gewähren. Es argumentierte, dass es sich dabei nicht um eine von § 35a EStG erfasste Handwerkerleistung handele. Stattdessen sei diese Dienstleistung eher mit einem Gutachten vergleichbar. Gemäß dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 15.02.2010 seien Leistungen, bei denen die gutachterliche Komponente im Vordergrund stehe, nicht steuerbegünstigt. Die Steuerbehörde verglich die Dichtheitsprüfung mit der jährlichen vom TÜV oder Fachleuten durchzuführenden Sicherheitsprüfung einer Heizungsanlage.

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Entscheidung des Bundesfinanzhofs

Nach der Weigerung des Finanzamtes, die Handwerkerkosten entsprechend steuermindernd zu berücksichtigen, zog der Immobilieneigentümer vor das Finanzgericht. Mit Erfolg. Denn das Gericht stufte die Handwerkerleistung als Erhaltungsmaßnahme und als steuerbegünstigte Dienstleistung ein. Dieser Auffassung schloss sich der Bundesfinanzhof an. Eine Dichtheitsprüfung der Hausanlage ist nach Meinung des VI: Senats als Instandhaltungsmaßnahme zu qualifizieren. Denn bei dieser Steuervergünstigung ist es unerheblich, ob ein bereits vorhandener Schaden vom Handwerker beseitigt wird oder ob es sich dabei um eine schadensvorbeugende Maßnahme handelt. Somit sind die Kosten dafür bei der Einkommensteuer vom Finanzamt als Steuerermäßigung zu berücksichtigen.

(BFH, Urteil v. 06.11.2014, Az.: VI R 1/13)

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loc/news.de

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