Recht auf Vergessen: Suchmaschinen-Urteil: So löschen Sie Ihre Daten bei Google

Mit dem kürzlich ausgesprochenen "Recht auf Vergessen"-Urteil des Europäischen Gerichtshofes ist es möglich Links löschen zu lassen, mit denen Suchmaschinen wie Google auf eine Webseite verweisen, die Ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Das "Recht auf Vergessen" ermöglicht auch Privatpersonen ungeliebte Links bei Google und Co. löschen zu lassen

Bild: imago/Rüdiger Wölk/spot on news

Das "Recht auf Vergessen"-Urteil des Europäischen Gerichtshofes liefert die rechtliche Grundlage für die Löschung ungeliebter Links auf Google. Die entsprechenden Inhalte kann Google zwar nicht entfernen, denn diese Verantwortung liegt beim Betreiber der jeweiligen Seite. Doch schon das Entfernen der Verlinkung verspricht, dass der jeweilige Eintrag bald in Vergessenheit geraten dürfte. Jeder Nutzer ist grundsätzlich dazu berechtigt, einen solchen Löschantrag an Google und Co. zu stellen.

Welche Links können gelöscht werden?

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Im Grunde kann jeder Verweis zu einer Person gelöscht werden, der sachlich falsch ist oder die Persönlichkeitsrechte des betroffenen Menschen verletzt. Selbst Verweise zu richtigen Informationen können theoretisch entfernt werden, insofern der Beitrag nicht mehr für die Öffentlichkeit relevant ist. Das kann sich von Fall zu Fall natürlich unterscheiden, darum gibt es hier keine genaue Richtlinie.

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Dabei ist es zudem recht egal, zu welcher Art von Beitrag der Link führt - sei es nun ein Bild, ein Zeitungsartikel oder Sonstiges. Die Einträge selbst können Google, Bing und Co. allerdings nicht löschen - nur die Verlinkung. Für die komplette Entfernung müssen Sie sich an den Betreiber der jeweiligen Seite richten. Ob dieser der entsprechenden Anfrage nachgibt, das liegt natürlich ebenso wenig in den Händen von Google.

Wie beantragen Sie eine Link-Löschung?

Dazu sollten Sie sich in schriftlicher Form, also per Brief oder E-Mail, direkt an Google selbst wenden. In dem entsprechenden Schreiben sollte direkt klar werden, dass es sich um einen Antrag auf Löschung handelt. Außerdem sollten Sie eine Begründung angeben, warum der Link Ihrer Meinung nach entfernt werden soll. Nicht zuletzt muss natürlich die genaue Internetadresse angegeben werden, um die es sich handelt. Damit Google einen Missbrauch ausschließen kann, müssen Sie zudem einen Nachweis über Ihre Identität beilegen, zum Beispiel eine Ausweiskopie.

Handelt es sich um einen Eintrag zu einem minderjährigen Kind, dann können Sie als Erziehungsberechtigter natürlich aktiv werden. Einem Freund können Sie auf diesem Wege aber nicht aushelfen. Sollte der Antrag abgelehnt werden, dann ist der zuständige Datenschutzbeauftragte die richtige Anlaufstelle. Auch die ansässigen Verbraucherzentralen stehen Ihnen in beratender Funktion zur Verfügung.

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