Internet: Wikipedia verliert weiter Mitschreiber

San Francisco - Das Online-Lexikon Wikipedia bekommt eine neue Führung. Die Software-Expertin Lila Tretikov wurde zur Chefin der Wikimedia-Stiftung berufen, von der die Enzyklopädie betrieben wird.

Wikipedia verliert weiter Mitschreiber Bild: Jens Büttner/dpa
Sie hat einige Aufgaben vor sich: Unter anderem gilt es, mehr Menschen für das Mitschreiben an der Wikipedia zu begeistern.

Tretikov werde die Geschäftsführung am 1. Juni übernehmen, wie die in San Francisco angesiedelte Stiftung mitteilte. Tretikov wurde in der Sowjetunion geboren und kam im Teenager-Alter in die USA. Zuletzt arbeitete sie acht Jahre lang bei der Softwarefirma SugarCRM, die auf Programme für Kundenverwaltung spezialisiert ist.

Die Wikimedia-Stiftung wurde seit 2007 von der kanadischen Journalistin Sue Gardner geführt. Sie solle Tretikov als Beraterin zur Seite stehen, hieß es. Die Wikipedia ist das bekannteste Projekt der gemeinnützigen Stiftung. Im März lasen 474 Millionen Menschen Wikipedia-Artikel. Daneben gibt es enger gefasste Angebote wie das Wörterbuch Wiktionary oder die Zitatesammlung Wikiquote. Die Wikimedia-Stiftung verfügt über ein Budget von knapp 40 Millionen Dollar.

Die Wikipedia-Einträge kann prinzipiell jeder Internetnutzer verändern und ergänzen. Doch das tun immer weniger Menschen. Im Februar fiel die Zahl der aktiven Mitschreiber auf knapp 76 000, wie Zahlen der Stiftung zeigen. Vor drei Jahren waren es noch 89 000. Die Wikipedia versucht bereits, gegenzusteuern. Unter anderem will sie die Software zum Verfassen der Artikel vereinfachen.

Außerdem gibt es Konflikte um Auftragsschreiber, die gegen Bezahlung Artikel über Unternehmen schönen. Die Wikipedia hatte jüngst strengere Regeln erlassen, um undurchsichtige Änderungen an Artikeln einzuschränken.

Die bisherige Geschäftsführerin der Wikimedia, Gardner, kündigte vor gut einem Jahr an, das Amt abgeben zu wollen. Sie wolle sich stärker für politische Kampagnen einsetzen, sagte sie damals.

Ankündigung der Wikimedia-Stiftung

Wikimedia-Bericht mit Jahreszahlen

news.de/dpa

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