Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 22.03.2014, 08.00 Uhr

Projekt «Ara»: Das Google-Handy zum Selberbauen

Die Software unseres Smartphones zu erweitern, ist dank zahlreicher Apps ein Kinderspiel. Wenn es um die Hardware, wird das schon schwieriger. Deshalb plant Google ein modulares Telefon, das sich dank einzelner, austauschbarer Bauteile auf die invidiuellen Bedürfnisse abstimmen lassen soll - auch für wenig Geld.

Alles, was man als Normalverbraucher an seinem Google einem von Motorola übernommenen Entwicklerteam verdankt, soll es perspektivisch möglich machen, sein Wunsch-Smartphone nach den eigenen Vorstellungen zusammenzustellen. So sollen etwa Kameras und Prozessoren individuell durch entsprechende Module austausch- und nachrüstbar sein.

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Handy-Bauteile oft zu klein und eng verschachtelt

Während man sich heutzutage in solchen Fällen meist ein komplett neues Handy zulegen muss, kann das Google-Modell durch verschiedene Bauteile immer wieder verändert, verbessert oder eben repariert werden - ähnlich wie bei einem PC. Das ist die Theorie. In der Praxis scheiterten derlei Vorhaben bisher an der Umsetzung.

Denn Handys sind nun einmal viel kleiner als Computer. Der Aufbau ist dementsprechend enger und verschachtelter, so dass ein permanenter Austausch einzelner Komponenten schwierig bis unmöglich ist, will man die Handlichkeit des Geräts nicht verlieren.

Basisvariante des Ara-Handys für nur 50 Dollar

Google hält trotzdem an der Idee eines modularen Telefons fest und will andere Entwickler mit ins Boot holen. Schließlich soll «Ara» - ähnlich wie Android auf dem Software-Markt - als eine Art Plattform funktionieren, auf der mehrere Unternehmen verschiedene Hardware-Module bereitstellen.

Der Fantasie sind dabei selbstredend keine Grenzen gesetzt. Dennoch will Google damit vor allem Entwicklungsländer erschließen. Das preiswerteste Smartphone aus der «Ara»-Schmiede soll deshalb auch nur 50 Dollar kosten. Diese abgespeckte Basisvariante verfügt lediglich über Wi-Fi, aber keine Mobilfunkverbindung.

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Baukasten-Smartphones für Entwicklungsländer gedacht

Dahinter steckt der Gedanke, dass viele Menschen in Entwicklungsländern noch immer ohne Internetanschluss sind und Google das schnellstmöglich ändern will - mit sogenannten Wi-Fi-Ballons, die der Konzern in entlegende Regionen entsendet, und mit den «Ara»-Handys, die die nötige Hardware zur Nutzung liefern.

Entsprechend bald soll ein «Modules Developers Kit» für Hersteller veröffentlicht werden, um die Entwicklung voranzutreiben. Und die erste große Konferenz zum Projekt «Ara» am 14. und 15. April steht ebenfalls in Kürze ins Haus. Google meint es ernst.

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zij/news.de

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