Mobile World Messe Scharfer Wind für Samsung und Apple

Smartphones und Tablets setzen ihren Siegeszug unaufhörlich fort - eine Branche nach der anderen wird umgepflügt. PCs dagegen verkaufen sich immer schlechter. Zu Beginn der weltweit größten Branchenmesse in Barcelona wagt news.de einen Ausblick auf die Highlights.

CES 2013: Neue Technikträume

Der Smartphone-Markt wächst rasant: Der Absatz dürfte in diesem Jahr erstmals an der Marke von einer Milliarde Geräten kratzen. Im Moment wird dieser von nur wenigen Herstellern beherrscht: Samsung, Google, Apple. Doch die heutigen Platzhirsche müssen sich auf neue Rivalen gefasst machen: Zum Start der wichtigsten Branchenmesse Mobile World Congress in Barcelona bringen sich neue Rivalen in Stellung, die in das lukrative Geschäft vordringen wollen.

Samsung ist die klare Nummer eins sowohl bei Smartphones als auch auf dem gesamten Handy-Markt. Im vergangenen Quartal erreichten die Südkoreaner Experten-Berechnungen zufolge einen Marktanteil von 22,7 Prozent mit knapp 107 Millionen verkauften Handys. Darunter waren schätzungsweise 64,5 Millionen Smartphones. Damit kam nahezu jedes dritte Computer-Handy von den Südkoreanern.

Der Smartphone-Markt sieht auf den ersten Blick hermetisch verschlossen aus. Das Google-Betriebssystem Android mit Samsung als Fahnenträger dominiert bei den Marktanteilen. Apple, das mit dem iPhone den Umbruch anstieß, schöpft heute noch einen Löwenanteil der Profite ab.

Die vielen Android-Modelle verschiedener Hersteller und die iPhones saugen allen anderen Smartphone-Plattformen schlicht die Luft weg. Marktforscher wie Gartner und IDC sahen den Anteil des Google-Systems zuletzt bei 70 Prozent und Apple bei gut 20 Prozent. Das heißt, alle anderen Systeme müssen sich derzeit in ein Zehntel des Marktes quetschen. Zwei einstige Spitzenreiter - Blackberry und Microsoft mit Windows Phone - ringen mit bisher mäßigem Erfolg um den dritten Rang.

Angriff in Barcelona

Und doch melden in Barcelona neue Rivalen ihren Anspruch auf einen Platz in dem heiß umkämpften Markt an. Da ist das neue Firefox-Betriebssystem der Mozilla-Stiftung, die auch hinter dem populären Internet-Browser steht. Demnächst kommen erste Geräte mit dem Internet-basierten System zunächst in Lateinamerika auf den Markt. Und das einst von Nokia und Intel verworfene Betriebssystem MeeGo soll ein neues Leben in Asien unter dem Namen Jolla bekommen.

Tablets: Das iPad und seine Konkurrenten

Der Optimismus der scheinbaren Außenseiter hat einen Grund: Die Smartphone-Revolution, die in Westeuropa und Nordamerika begann, erfasst inzwischen die ganze Welt. Und die Gewinner von heute werden dabei nicht unbedingt die erste Geige spielen. Denn die Märkte der Wohlstands-Länder sind schon weitgehend gesättigt. Jetzt sind Asien, Afrika, Südamerika an der Reihe. China ist bereits der größte Smartphone-Markt der Welt. Und in diesen Regionen sind vor allem günstige Smartphones gefragt.

Schnellstes Smartphone der Welt kommt aus China

Schlägt jetzt die Stunde chinesischer Hersteller wie Huawei und ZTE? Der Smartphone-Boom in Asien und Afrika beflügelt sie. Huawei stieß zum Jahresende 2012 erstmals auf den dritten Platz unter den Smartphone-Herstellern nach Samsung und Apple vor. Experten sehen gute Chancen, dass die Chinesen sich unter den Top drei etablieren können. «Wir werden in diesem Jahr einen riesigen Schub an günstigen Android-Smartphones sehen», sagt Analystin Annette Zimmermann vom Marktforscher Gartner. Die Devise sei: «Smartphones für die Massen.»

Und die Chinesen liefern mit dem Ascend P2 das schnellste Smartphone der Welt. Das Gerät unterstütze erstmals den schnellen Datenfunk LTE (Cat4) und sei fast um die Hälfte schneller als Apples iPhone5, sagte Huawei-Chef Richard Yu. Derzeit unterstütze noch kein Smartphone das schnelle LTE-Netz der vierten Kategorie, sagte Lars-Christian Weisswange, Chef von Huawei Deutschland. Mit dem Ascend P2 sei Huawei der erste Anbieter, der den Standard mit voller Leistung unterstützt.

Das Ascend P2 lädt laut Yu Daten mit einer Geschwindigkeit von 150 Megabit pro Sekunde aus dem Internet, die Upload-Rate beträgt 520 Kilobit pro Sekunde. Derzeit bewirbt etwa die Deutsche Telekom ihre LTE-Netze mit einer Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde. «Bislang hat es ja auch noch kein Smartphone gegeben, das schneller war», sagte Weisswange. Das werde sich mit dem Ascend P2 ändern.

Auch die Russen preschen vor

Nikolaus Mohr von der Unternehmensberatung Accenture glaubt, dass es nicht bei günstigen Geräten bleiben wird. «Ich gehe davon aus, dass bei Huawei und ZTE Geräte dabei sind, die mit Geräten etablierter Hersteller wie Samsung oder HTC problemlos mithalten können», sagt er. «Viele etablierte Anbieter werden sich warm anziehen müssen.» Neben den Chinesen stehen auch Neulinge wie das russische YotaPhone mit zwei Bildschirmen in den Startlöchern.

Nokia, Motorola und Co.: Neue Smartphones erobern die Welt

Es wird ein spannender Konkurrenzkampf, denn auch die einstigen Smartphone-Könige Nokia und Blackberry wollen nicht aufgeben. Den Finnen stärkt der milliardenschwere Windows-Riese Microsoft den Rücken mit seiner Marktmacht. Ersten durchgesickerten Fotos zufolge sind von Nokia demnächst neue, günstige Modelle von Lumia-Smartphones zu erwarten. Bei Blackberry setzt der deutsche Chef Thorsten Heins auf ein neues Betriebssystem, das auch in Autos oder in der Gesundheitstechnik eingesetzt werden kann.

Die aktuellen Spitzenreiter halten sich in Barcelona hingegen vornehm zurück: Google macht weniger Werbung für Android. Apple blieb solchen Messen schon immer fern. Samsung wird wohl darauf verzichten, dort seinen nächsten iPhone-Jäger Galaxy S4 vorzustellen. Stattdessen gibt es in Barcelona aber einen Blick auf ein neues Galaxy-Note-Tablet.

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sca/som/news.de/dpa

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