Datenspeicher Wer riskiert, verliert

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Monatelang ging alles gut - doch plötzlich streikt der Computer. Nur die dürre Zeile «Hard Disk Fail» zeigt dem Nutzer: Der Supergau ist eingetreten, die Festplatte hat sich verabschiedet. Alle Daten sind futsch. Wer das verhindern will, muss auf Backups setzen.

Egal ob Geschäftsdaten, persönliche Fotos oder Videos: Der eigene Computer ist so etwas wie ein guter Freund geworden. Umso schlimmer, wenn er eines Tages die Freundschaft kündigt. Hat sich die Festplatte einmal verabschiedet, sind alle lieb gewordenen Daten weg.

Um das zu verhindern, sollte der Benutzer die Daten in regelmäßigen Abständen sichern, sogenannte Backups erstellen. Dafür gibt es eine Reihe von speziellen Programmen. Windows hält eine solche Funktion ebenfalls bereit, in Windows 8 unter dem Begriff «Dateiversionsverlauf».

Online speichern

Ein Patentrezept für das regelmäßige Backup gebe es nicht, sagt Stephan Bäcker vom Computermagazin c't: «Das ist sehr kompliziert, weil jeder andere Anforderungen an ein Backup stellt. Hauptsache ist aber, überhaupt zu sichern.» Dies sollte auf einer externen Festplatte geschehen oder - noch besser - in einer der zahlreichen kostenlosen Onlinespeicher, wie Dropbox oder dem Media-Center von T-Online, empfiehlt der Experte.

Letzteres bietet kostenlos 25 Gigabyte Speicherkapazität. «Das ist für die meisten ausreichend», meint der Experte. Online-Speicher ließen sich in das System einbinden wie eine normale Festplatte. Ein großer Vorteil sei die Datensicherheit. Denn beispielsweise bei einem Brand würde auch die Sicherung auf der externen Festplatte im eigenen Haus verloren gehen.

Unbedingt verschlüsseln

Allerdings mahnt Bäcker zur Vorsicht. «Man sollte die Daten vorher auf jeden Fall verschlüsseln», rät er und empfiehlt dafür das kostenlose Programm BoxCryptor. Auf jeden Fall sei darauf zu achten, dass keine zusätzliche Software nötig ist, um später gesicherten Dateien im Dateimanager - wie etwa Windows Explorer - lesen zu können.

Von Softwarelösungen, die Dateien in sogenannte Container packen, hält er deshalb nicht viel. Denn um diese dann wieder sichtbar zu machen, benötige der Nutzer immer die Sicherungssoftware, wobei es zu Konflikten zwischen älteren und neueren Versionen der Software kommen könne. «Insofern ist jedes Programm mein Favorit, das die Daten so ablegt, dass ich sie im Explorer auch sehen kann», sagt Bäcker.

Regelmäßig sollte man eigene Dateien wie Dokumente, Fotos und Musik sichern. Videos eignen sich dagegen nicht fürs Backup in einer Cloud-Lösung wie dem Medien-Center, denn fast alle Anbieter setzten ein Limit von 2 Gigabyte für einzelne Dateien. Für Videos biete sich deshalb eine Sicherung auf einer externen Festplatte an. Regelmäßige Backups sollten auch Privatnutzer von E-Mails machen, die nicht auf einem externen Server etwa eines Freemail-Providers wie web.de, gmx oder Google gespeichert werden. Programme zu sichern sei dagegen wenig sinnvoll, weil diese im Fall eines Festplattencrashs ohnehin neu installiert werden müssten.

Einmal pro Woche reicht aus

Für die Häufigkeit der Backups gibt es keine allgemeingültige Regel. «Das kommt ganz darauf an, was der Nutzer auf seinem PC alles macht», sagt Tim Griese, Pressereferent des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Wer wichtige Dokumente wie Studien- oder gar Doktorarbeiten schreibe, solle am besten nach der Fertigstellung einzelner Abschnitte sichern. Damit es eben im Notfall nicht zu spät ist. Für die durchschnittliche Nutzung eines Computers gilt allerdings ein wöchentliches Backup als ausreichend.

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sca/loc/news.de/dapd

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