Bessere DSL-Anbindung Schnelles Internet fürs flache Land

Mit einem Klick ins weltweite Netz - auf dem Land wird das Surfen im Internet meist zu einer Geduldsprobe. (Foto)
Mit einem Klick ins weltweite Netz - auf dem Land wird das Surfen im Internet meist zu einer Geduldsprobe. Bild: iStock

Wer in einer ländlich geprägten Region lebt und das Internet nutzen will, der braucht vor allem viel Geduld. Zwar hat sich die Versorgungslage in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert, oft dauert es für Privatpersonen und Unternehmen aber immer noch lange, von einer Website auf eine andere zu gelangen. Vernünftig surfen oder gar Arbeiten lässt sich so nicht.

Trotz aller Fortschritte steht es um den Ausbau schnellen Internets auf dem flachen Land erheblich schlechter als bundesweit oder in städtischen Gebieten. Leistungsfähige Breitbandanschlüsse und die Möglichkeit, verschiedene DSL Tarife zu nutzen, sind in den abgelegenen Gebieten Deutschlands eher die Ausnahme als die Regel. Zu den Schlusslichtern beim schnellen Internetanschluss gehört der Eifelkreis. In Thüringen sind aktuell noch rund 123.000 Haushalte in 477 Orten in puncto World Wide Web unterversorgt. Meist lohnen sich die nötigen Investitionen in die Infrastruktur für Telekom, Unitymedia und Co. nicht, weil die Zahl potentieller Kunden im ländlichen Raum deutlich geringer ist als in den urbanen Regionen.

Breitbandversorgung hat seinen Preis

Eine schnelle Anbindung ans weltweite Datennetz wird für viele Unternehmen zum Standortfaktor. Gemeinden, die bisher von einer ausreichenden Versorgung ausgeschlossen sind, gehen deshalb mehr und mehr dazu über, Hochgeschwindigkeits-Internet in Eigenregie aufzubauen. Politiker werben für öffentliche Mittel von Bund und Länder, um Glasfaserleitungen bis in die dünn besiedelten Landstriche verlegen zu können. Andere Kommunen setzen auf Satellitentechnik oder eine neue Funktechnologie.

Voraussetzung ist in jedem Fall, dass genügend Bürger ihr Interesse bekunden. Der Oldenburger Telefon- und Internetanbieter EWE-Tel erklärte, dass der Bedarf pro Jahr um das 1,5-fache zulege. Angesichts hoher Kosten ist eine Zustimmung der Bürgervertreter allerdings nicht immer vorhanden. In der Gemeinde Friolzheim im Nordschwarzwald konnte eine Investitionssumme von einer halben Million Euro für den Aufbau einer Breitbandversorgung nur mit denkbar knapper Mehrheit genehmigt werden.

Keine Alternative zum schnellen Internet

Medieninformationen zufolge will die Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2014 mindestens drei Viertel aller deutschen Haushalte in den Genuss schneller Netze kommen. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist das unumgänglich. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) geht davon aus, dass dieses Ziel für den Freistaat erreicht werde. Durch den Ausbau der Breitbandversorgung verfügen mittlerweile rund eine Million thüringische Haushalte über eine schnelle Datenautobahn.

loc/news.de

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