Twitter, Instagram Eiserner Kampf um die Fotorechte der Nutzer

Fotos von Nutzern an Werbefirmen verkaufen? Das hat bei Instagram-Nutzern einen Proteststurm ausgelöst. Nun rudert das Unternehmen zurück. Doch es wird weiter mit harten Bandagen gekämpft, denn nun ist auch Twitter mit einer Foto-App auf Smartphones unterwegs.

Mehr als 100 Millionen Nutzer hat Instagram laut eigenen Angaben. Bei den neuen Nutzungsrechten rudert das Unternehmen nun zurück. (Foto)
Mehr als 100 Millionen Nutzer hat Instagram laut eigenen Angaben. Bei den neuen Nutzungsrechten rudert das Unternehmen nun zurück. Bild: dpa

Nach heftiger Kritiker der Nutzer macht der Fotodienst Instagram einen Rückzieher bei geplanten Änderungen der Nutzungsregeln. Ein Mitgründer der inzwischen zu Facebook gehörenden Fotoplattform entschuldigte sich am Dienstagabend für unklare Formulierungen. «Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen», betonte Kevin Systrom in einem Blogeintrag. Das solle in einer neuen Version der Regeln auch ausdrücklich so festgeschrieben werden.

Außerdem sei die Befürchtung übertrieben, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, erklärte Systrom. «Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ.»

Die Instagram-Nutzer störten sich an einer neuen Regel, derzufolge Instagram Bilder und andere Daten der Nutzer Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom jetzt. «Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind.»

Instagram-Nutzer drohen mit Kontenlöschung

Instagram hat nach jüngsten Angaben mehr als 100 Millionen Nutzer und ist damit eine der führenden Fotoplattformen im Netz. Nach Veröffentlichung der neuen Regeln verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer die Behauptung, Instagram wolle Nutzerfotos verkaufen. Viele Kunden reagierten empört und kündigten an, ihre Konten löschen zu wollen.

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Der Kurznachrichtendienst Twitter verschärft unterdessen den Wettstreit mit Facebook um Fotos der Nutzer. Die neue Smartphone-App von Twitter bietet - wie Instagram - die Möglichkeit, Bilder mit einer Auswahl an Farbfiltern zu verändern.

Die Version für Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android war umgehend verfügbar sein. Die iPhone-Variante ließ hingegen fast einen Tag auf sich warten. Der Grund für die Verzögerung ist bislang unklar.

Fotos Geld wert wegen Standort-Daten

Die Twitter-Nutzer hatten bereits am Wochenende die Rivalität zwischen Twitter und Facebook zu spüren bekommen. Instagram schränkte die Twitter-Unterstützung stark ein. Seitdem werden über Twitter verbreitete Instagram-Bilder nicht mehr im allgemein Nachrichtenstrom der Nutzer angezeigt, sondern nur noch einzeln auf einer Seite der Foto-Plattform aufgerufen. Das macht es für Nutzer etwas unbequemer, sie sich anzusehen. Instagram will damit die Nutzer auf der eigenen Plattform halten.

Die Bilder sind für die Online-Dienste nicht nur wegen der damit verbundenen Reichweite wertvoll, sondern auch wegen der Standort-Informationen, die oft von Smartphone-Kameras mitgespeichert werden. Facebook hatte rund eine Milliarde Dollar für Instagram geboten, wegen der Kursverfalls der Aktie des weltgrößten Online-Netzwerks lag der tatsächliche Wert des Deals dann etwas darunter. Instagram hat inzwischen mehr als 100 Millionen Nutzer. Twitter kommt auf rund 200 Millionen aktive Mitglieder.

ham/news.de/dpa

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