HTC Desire C Der Einhand-Bandit unter den Smartphones

Kleiner Preis, großer Könner? Diesen Anspruch erfüllt das Desire C von HTC nicht ganz. Mit dem Smartphone der Kompaktklasse telefoniert es sich zwar gut. Doch beim Surfen und der App-Nutzung gerät das kleine HTC ins Straucheln.

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Wie groß darf das Display eines SmartphonesStreng genommen handelt es sich um Mobiltelefone mit erweiterten Fähigkeiten - zum Beispiel für die Verwaltung von Kontakten, Terminen und Aufgaben (sogenannten PIM-Funktionen) - sowie multimedialen oder internetbasierten Anwendungen. Sie benutzen meist ein spezielles Betriebssystem, welches die Installation weiterer Programme erlaubt (Symbian OS, Windows-Mobile, Android). Der Begriff Smartphone wird oft synonym für Geräte anderer Gattungen verwendet, zum Beispiel Organizer oder PDAs mit Telefonfunktionen. sein, damit es noch gut zu bedienen ist? Das kann am Ende wohl nur der Nutzer selbst entscheiden. Doch das Desire C von HTC geht hier schon an die Grenzen dessen, was ein normaler Erwachsener ohne große Schwierigkeiten handhaben kann. Dafür ist im Hochformat jeder Punkt des 3,5 Zoll großen Bildschirms mit dem Daumen der Hand zu erreichen, die das Gerät festhält.

So kompakt wie das Display ist der gesamte Korpus des Smartphones: 10,7 Zentimeter hoch, 6 Zentimeter breit und 1,2 Zentimeter tief. Damit passt das Desire C schon fast ins Portemonnaie, zumindest aber in jede Handtasche.

Und weil das Gehäuse weitgehend aus außen gummiertem Plastik besteht, bringt der Einhand-Bandit unter den Smartphones nicht einmal 100 Gramm auf die Waage. Ein wertiges Gefühl in der Hand bleibt dabei aus.

Beim HTC Desire C sieht der Nutzer Rot

So viel Kompaktklasse hat jedoch kleine Haken: Die Sim-Karte einzulegen, erweist sich als Sisyphos-Arbeit. Beim Testgerät, das news.de vorlag, brauchte es spitze Fingernägel, um zunächst die Rückwand vom Korpus zu lösen. Auch der Akku musste mit spitzen Fingern herausgehebelt werden, damit der Steckplatz für die Sim-Karte überhaupt zu erreichen war.

Wer es einmal bis zum Innenleben geschafft hat, der sieht Rot. Nicht, weil das Gerät schlecht gebaut wäre, sondern weil das Smartphone-Innere in knalligem Rot gehalten ist. Schade, dass von diesem Kontrast - mit Ausnahme der Kamera-Umrahmung - an der schwarzen Version des Smartphones nichts zu sehen ist.

Ärgerlich: Das Testgeräte akzeptierte - im Gegensatz beispielsweise zum HTC One V - nicht jede Sim-Karte problemlos. Also Karte wieder raus und neu eingelegt. Bis dann die Verbindung mit dem zur Karte gehörenden Netzanbieter eingerichtet war, verstrichen einige Minuten. Zudem schwächelt das Desire C bei der Netzverbindung, die vor allem immer wieder abbrach, wenn das Geräte mitten im Raum auf einen Tisch gelegt wurde.

HTC Desire C schiebt eine ruhige Kugel

Beim Blick auf die inneren Werte lässt sich die Kompaktklasse dann ebenfalls nicht leugnen: Mit seinem 600-MHz-Prozessor gehört das HTC Desire C schon beinahe zum alten Eisen. Trotzdem läuft Androidein Betriebssystem als auch eine Software-Plattform für mobile Geräte wie Smartphones 4.0 als Betriebssystem relativ stabil. Dafür macht sich der langsamere Takt bei der Nutzung bemerkbar. Das Desire C braucht zum Teil zwei bis drei Sekunden, um Apps zu öffnen - und sei es nur die Nachrichtenfunktion. Polaris Office verlangt sogar lange fünf Sekunden Geduld. Mit diesen Werten hinkt das Smartphone deutlich hinter demDurchschnitther. Im Gegensatz dazu lässt sich die personalisierbare HTC-Sence-Benutzeroberfläche vergleichsweise flüssig nutzen.

Auch in Sachen Surfen lahmt das Gerät prozessorbedingt. Trotz schneller Wlan-Verbindung gab es immer wieder Ruckler beim Scrollen. Und es dauert zum Teil zwei Sekunden, bis beispielsweise Bilder von einer mobilen Nachrichtenseite geladen waren. Richtig ärgerlich wird es beim Versuch, per Pinch-to-Zoom eine Webseite bis auf ein lesbares Niveau zu vergrößern. Hier versagt das Smartphone in vier von fünf Versuchen völlig.

Das lässt sich von der Kamera nicht sagen. Tageslichtaufnahmen sind in Ordnung, auch wenn die Farbqualität nicht ganz stimmt. Zwielicht mag das Desire C nicht, das BildrauschenIst die Verschlechterung des digitalen bzw. elektronisch aufgenommenen Fotos durch Störungen, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt, dem Bildsignal, haben. Die störenden Pixel weichen in Farbe und Helligkeit von denen des eigentlichen Bildes ab. (Quelle: wikipedia.de) ist nicht mehr erträglich. Bei Dunkelheit geht gar nichts mehr - es fehlt schlicht ein Blitz. Videoaufnahmen lohnen sich ob der Qualität ebenfalls nicht.

Deutlich besser steht das Smartphone schon in Sachen Stromverbrauch da. Wer nicht ständig surft und Musik hört, sondern das Gerät häufiger im Stand-by-Modus und fürs Telefonieren nutzt, der schafft locker fünf Tage mit einer Akkuladung. Bei mittlerer Display-Helligkeit und intensivem Surfen reicht die Energieladung eines vollen Akkus für etwa elf Stunden.

Bei der Sprachqualität gibt es nichts zu meckern. Ein leichtes Hintergrundrauschen gibt es zwar, es fällt aber nicht ins Gewicht.

Fazit: Ein preiswertes Smartphone hat seinen Preis. Das zeigt das HTC Desire C deutlich. Für derzeit rund 170 Euro Anschaffungskosten dürfen Nutzer keine großen Sprünge erwarten - zumal nicht mit einem 600-Megahertz-Prozessor. Ein aktuelles Android 4.0 fordert seinen Tribut. Mit Vielsurfern ist das Gerät deutlich überfordert. Wer dagegen vor allem erreichbar sein und nur gelegentlich im Netz surfen will, kann hier - mit begrenztem Budget - einigermaßen über die Runden kommen.

Gerät: HTC Desire C
Hersteller:
HTC
Farbvarianten: Black, Polar White, Flamenco Red
Preis: rund 170 Euro
Lieferumfang: USB-Kabel, Power-Adapter, Headset

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loc/sca/news.de

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