Ifa 2012 Neue Konkurrenz von Hybrid-PCs

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Tablet oder Ultrabook? Bei der Antwort auf diese Frage mischt inzwischen eine neue Generation von mobilen Geräten mit. Hybriden sorgen dafür, dass sich unterwegs sowohl arbeiten als auch Spaß haben lässt.

Mobile Computer müssen in Zukunft vor allem eines sein: klein, aber trotzdem zum Arbeiten geeignet. Immer mehr Hersteller setzen deshalb auf Systeme, die sich jederzeit und überall mit einer Tastatur erweitern lassen. Arbeiten unterwegs, aber auch zur Unterhaltung bequem auf der Couch einsetzbar - das ist es, was Verbraucher wollen.

«Das ist die nächste Phase der Tablet-Revolution», sagt Sony-Manager Kunimasa Suzuki über das auf der Ifa präsentierte Xperia Tablet S. Ein Vierkern-Prozessor ist Standard, denn Apps sollen möglichst schnell starten und ihre Inhalte flott aufs Display bringen.

Ebenso spannend sind die ersten Tablet-Computer mit Windows 8 - das Microsoft-System erscheint am 27. Oktober. Und in einem schroffen Bruch mit seiner bisherigen Linie bringt der Software-Marktführer auch selbst ein Tablet heraus, mit der Modellbezeichnung Surface. Mit einer flachen Tastatur, die gleichzeitig als Schutzhülle dient, schlägt das Microsoft-Gerät die Brücke zum Laptop und liegt damit im Trend: Die neuen Windows-Tablets verschmelzen mit Ultrabooks, den besonders flachen und leichten Notebooks mit bestimmten Leistungsanforderungen, die von Intel aufgestellt wurden.

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Ultrabooks leiden unter Absatzschwäche

Die Hersteller von Ultrabooks ziehen so die Konsequenz aus der schleppenden Nachfrage - was nicht zuletzt an der Attraktivität der Tablet-Computer liegt. «Wer sich ein Tablet kauft, legt sich wahrscheinlich nicht noch ein Ultrabook zu», sagt Annette Zimmermann, Analystin bei Gartner. Das Marktforschungsunternehmen prognostiziert, dass die Ultrabooks in diesem Jahr gerade einmal fünf Prozent des Notebook-Marktes ausmachen - dabei ist das erfolgreiche Macbook Air von Apple eingerechnet. Erst mit sinkenden Preisen werde die Nachfrage anziehen.

Sony zeigt auf der Ifa ein Kombi-Gerät: Das Vaio Duo 11 lässt sich «im Handumdrehen von einem leistungsfähigen Ultrabook in ein praktisches Tablet verwandeln». Der fliegende Wechsel zwischen Tastatur- und Tablet-Modus hat aber seinen Preis: Das 18 Millimeter dünne Gerät mit einem Gewicht von 1,3 Kilogramm und 11,6 Zoll großem Touch-Bildschirm gibt es ab 1200 Euro; die Markteinführung ist für Ende Oktober geplant.

Auch der koreanische iPad-Herausforderer Samsung setzt nun auf Windows 8. Auf der Ifa präsentierte der Hersteller ein klassisches Tablet, das Ativ Tab, sowie ein Hybrid-Tablet, den Ativ Smart PC, mit abnehmbarer, magnetisch haftender Tastatur und zusätzlicher, drucksensitiver Stiftbedienung.

Verbraucher wollen vom Tablet mehr als Unterhaltung

Das neue Betriebssystem lässt sich auch Toshiba nicht entgehen - und integriert es auf einem Computer, der sich über den Touchscreen wie auch über die herausschiebbare Tastatur bedienen lässt: Das Satellite U920t hat einen 12,5 Zoll großen Bildschirm und wiegt 1,45 Kilogramm; es soll rund 950 Euro kosten.

Asus zeigt auf der Messe sein Tablet 810 mit Windows 8 und Intel-Prozessor sowie das Tablet 600. Beide Geräte folgen dem Transformer-Konzept von Asus mit ansteckbarer Tastatur, mit dem das Unternehmen schon früh auf den Hybrid-Trend setzte. «Es gibt viele Anwender, die das Tablet nicht nur fürs Konsumieren von Inhalten, sondern auch fürs produktive Arbeiten nutzen wollen», erklärt dazu Asus-Produktmanager Jörg Wissing.

«Ob sich Windows 8 im nächsten Jahr bei Tablet-Computern an Android vorbeischieben kann, muss man abwarten, weil Android doch sehr gut akzeptiert ist», sagt Asus-Manager Wissing. Die Entwicklung wird wohl vom Preis der Windows-8-Tablets beeinflusst. Alle Tablet-Hersteller kalkulierten ihre Preise sehr knapp, erklärt Wissing. Das sei bei der Erschließung eines Zukunftsmarktes aber üblich, da alle Hersteller daran interessiert seien, sich frühzeitig eine gute Position zu sichern.

Allerdings sind die neuen Hybrid-Geräte deutlich teurer als klassische Tablets. «Das ist leider kein Massenmarkt-Preis, wodurch der Absatz sicher nicht ins Unendliche gehen wird», sagt Marktbeobachterin Zimmermann. Spannend dürfte die Preisgestaltung für das Surface von Microsoft werden: Sollten die Vermutungen eines Preisrahmens von 200 bis 300 Euro zutreffen, sagt Zimmermann, würden «diese Hybride sicher sehr guten Absatz finden».

ham/loc/news.de/dpa

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