Internet De-Mail soll Papierbrief im Geschäftsverkehr ablösen

De-Mail soll Papierbrief im Geschäftsverkehr ablösen (Foto)
De-Mail soll Papierbrief im Geschäftsverkehr ablösen Bild: dpa

Bonn - Knapp 18 Milliarden Briefe werden in Deutschland jährlich versendet, die meisten Geschäftspost. Hier können Bürger und Unternehmen viel Geld sparen, hoffen die Befürworter der neuen De-Mail. Was Verbraucher über den neuen Dienst wissen müssen - ein Überblick.

Privat werden heute zwar so viele schriftliche Nachrichten ausgetauscht wie noch nie - aber kaum noch auf Papier. Stattdessen werden E-Mails und SMS verschickt oder Botschaften in Chats und sozialen Netzwerken. Wer noch den Drucker anwirft, einen Umschlag sucht, eine Briefmarke kauft und zum Briefkasten läuft, hat in den meisten Fällen etwas mit seiner Bank, der Versicherung, einem Anwalt oder der Schule seiner Kinder auszutauschen. Beim Brief gilt die Unterschrift als fälschungssicher - Manipulationen auf bedrucktem Papier hinterlassen Spuren. Und das Einschreiben ist der Beweis, dass ein Dokument angekommen ist.

Diese Vorteile sollen künftig auch bei der E-Mail zum Zuge kommen. Dafür hat die Bundesregierung mit Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden die De-Mail entwickelt, mit einem eigenen Gesetz. Es regelt zum Beispiel, wie das Versenden nachgewiesen wird, welche Sicherheitsstandards bei der Übermittlung gelten, dass Nutzer sich persönlich identifizieren müssen und nur zertifizierte Provider den Dienst anbieten dürfen.

Die Deutsche Telekom startet ihren De-Mail-Dienst am 31. August. Konkurrent 1&1, Betreiber von Web.de und GMX, will sein Startdatum und die Preise zeitgleich auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin bekanntgeben. Bereits in Betrieb ist das De-Mail-Angebot der Firma Francotyp-Postalia.

Interessenten müssen sich bei einem dieser Anbieter registrieren lassen. Der De-Mail-Account ist dann keine Alternative zur herkömmlichen Mail, denn über einige freie De-Mails pro Monat hinaus wird auch hier «Porto» verlangt - mit 39 Cent bei der Telekom aber deutlich weniger als für den klassischen Papierbrief. Bei Francotyp-Postalia richten sich die Preise nach der Größe der Mail. Für 39 Cent können Nutzer zwischen 50 Kilobyte und einem Megabyte große Dateien verschicken. Allerdings kann der Privatanwender De-Mail nur für die Kommunikation mit solchen Firmen oder Behörden nutzen, die das System am anderen Ende auch selbst einsetzen.

Wenn es um die Sicherheit geht, verweisen die Anbieter auf das De-Mail-Gesetz. Die Daten werden vom Browser des Anwenders bis zum Rechner des Empfängers verschlüsselt übermittelt. Beim Provider werden sie zwar für den Bruchteil einer Sekunde entschlüsselt, um sie auf Viren und andere Schadsoftware zu überprüfen. Das geschieht nach Aussage der Provider aber nach außen abgeschottet.

Wer will, kann außerdem ein Verschlüsselungssystem vom eigenen bis zum Empfängerrechner einsetzen. Die Anbieter weisen aber darauf hin, dass dies mehr Umstände mache und das Risiko berge, dass auch die Daten auf dem eigenen Computer nicht mehr zugänglich seien, wenn der elektronische Schlüssel einmal verloren gehe.

De-Mail-Registrierung bei der Telekom

De-Mail-Registrierung bei Gmx

De-Mail-Registrierung bei Web.de

De-Mail von Francotyp-Postalia

E-Postbrief der Deutschen Post

news.de/dpa

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