Verbraucherschutz Schluss mit der Internet-Abzocke!

Ein «Sofort kaufen»-Klick ist mit Kosten verbunden, das ist Nutzern klar. Weniger eindeutige Schaltflächen, die in Kosten münden, wie «Anmelden» oder «Weiter» sind nun verboten. (Foto)
Ein «Sofort kaufen»-Klick ist mit Kosten verbunden, das ist Nutzern klar. Weniger eindeutige Schaltflächen, die in Kosten münden, wie «Anmelden» oder «Weiter» sind nun verboten. Bild: dpa

Ab dem 1. August können Internetnutzer aufatmen: Ein neues Gesetz schützt bei Online-Käufen vor undurchsichtigen Abo-Fallen. News.de verrät, welche Gefahren trotzdem im Netz lauern und wie sie wieder aus der Kostenfalle herauskommen.

Ab sofort muss bei Online-Käufen ein gut sichtbarer Button mit der Aufschrift «zahlungspflichtig bestellen» oder eine Schaltfläche mit ähnlichem Inhalt angezeigt werden. Erst wenn dieser angeklickt wird, entsteht ein verbindlicher Kaufvertrag. Damit soll versteckten Abo-Fallen im Internet ein wirksamer Riegel vorgeschoben werden. Verbraucher müssen demnach erst dann zahlen, wenn sie die kompletten anfallenden Kosten und Vertragsinhalte ausdrücklich akzeptiert haben.

Bislang konnten sich Anbieter in einer Grauzone bewegen - mit einem unvorsichtigen Klick auf einen unverfänglichen Button hatten Internetnutzer einen Kaufvertrag oder ein Abonnement abgeschlossen, ohne das dies vorher eindeutig zu erkennen war. Kostenfallen waren mitunter auch als Klickflächen verschleiert, die Gratisangebote oder unverbindliche Gewinnspiele anpriesen - der Hinweis auf anfallende Kosten versteckte sich meist im Kleingedruckten.

Die neu in Kraft getretene Regelung ist in der Richtlinie für Verbraucherrechte der Europäischen Union festgeschrieben. Bis Juni 2014 gilt eine Übergangsfrist, innerhalb welcher Online-Händler ihre Webseiten entsprechend umgestalten müssen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner wertet die neue Richtlinie als wichtigen Schritt für den Verbraucherschutz.

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Raus aus der Abo-Falle - so geht's

Bis die neue Regelung flächendeckend umgesetzt ist, sollten Verbraucher online dennoch Vorsicht walten lassen. Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn Sie aufgefordert werden, Ihre persönlichen Daten einzugeben, um an üblicherweise kostenfreie Angebote wie Horoskope oder Tests zu kommen.

Mit dem vollständigen Namen, der Anschrift und dem Geburtsdatum können windige Unternehmen Rechnungen und Forderungsschreiben verschicken, die die meisten Verbraucher einschüchtert - neben den angedrohten Konsequenzen veranlasst auch Unwissenheit viele Abofallen-Opfer dazu, die Forderungen lieber zu begleichen, als Widerspruch einzulegen.

Wer bereits auf ein verstecktes Abo hereingefallen ist, sollte Zahlungsaufforderungen konsequent ignorieren. Selbst wenn ominöse Anbieter mit gerichtlichen Schritten drohen, sollten Sie ruhig bleiben und sich nicht in Panik versetzen lassen - vor Gericht landet tatsächlich nur eine verschwindend geringe Zahl der Fälle.

Flattert die erste Rechnung oder Mahnung ins Haus, empfehlen Verbraucherschützer, innerhalb von vier Wochen schriftlich zu widersprechen. Erwähnen Sie auch, dass Sie den angeblichen Vertragsabschluss nicht anerkennen. Wird Ihnen ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt, nutzen Sie das beliegende Formular, um innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einzulegen.

Oft tappen Kinder und Jugendliche in Abofallen – auch hier sollten Eltern sich schriftlich an die Abzockerfirma wenden und erklären, dass sie keine Zustimmung zum Vertragsabschluss gegeben haben. Sind Kinder unter sieben Jahren involviert, weisen Sie darauf hin, dass kein gültiger Vertrag geschlossen wurde.

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loc/som/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 2
  • 02.08.2012 16:55

Anmerkung: Diese Branche ist sehr wohl klagefreudig. Und das Schlimmste ist, dass die auch noch gewinnen. Aber die Anwälte kennen sich ja nicht aus, weil sie selbst nicht abgezockt genug sind, um der ebenfalls anwaltsunterstützten Machenschaft entsprechend zu entgegnen. Statt Prozesse sind Kriege zu führen und auf das negative Interesse gem. § 823 BGB - Schadensbeseitigung durch Vertragsbeseitigung - kann sich jeder berufen. Es gilt: Statt ignorieren, kämpfen.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 1
  • 02.08.2012 16:47

Schade, da ist IHM der Gesetzgeber zuvor gekommen. Einen davon hätte ER fertig gemacht, mit samt seinem Anwalt. Jetzt werden die wohl die Segel streichen.

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