Rauchmelderpflicht Lebensretter im Miniformat

Gute Rauchmelder haben Sensoren, die schon vor der Rauchentwicklung erkennen, dass die Temperatur im Raum stark ansteigt. (Foto)
Gute Rauchmelder haben Sensoren, die schon vor der Rauchentwicklung erkennen, dass die Temperatur im Raum stark ansteigt. Bild: dpa

Claudia LöweVon news.de-Redakteurin
Sie sind etwa handtellergroß, aus Plastik und können im Ernstfall Leben retten: Rauchmelder. In zehn Bundesländern sind die Geräte bereits Pflicht. Weshalb Rauchmelder mit kleinem Aufwand viel bewirken können, lesen Sie bei news.de.

Nächtliche Wohnungsbrände haben in den vergangenen Jahren durchschnittlich 500 Menschenleben in Deutschland gefordert. Dabei sind die Flammen nicht Todesursache Nummer eins – über 80 Prozent der Opfer sterben an Rauchgasvergiftungen. Besonders das bei Bränden freiwerdende Kohlenstoffmonoxid (CO) ist gefährlich. Das hochtoxische Atemgift verhindert, dass Sauerstoff im Blut transportiert wird – ohne rechtzeitige Behandlung führt das zum Erstickungstod.

Besonders tückisch: Bei Kohlenstoffmonoxid handelt es sich um ein geruchs- und farbloses Gas. Vor allem bei nächtlichen Bränden ist die Erstickungsgefahr hoch, da der Geruchssinn im Schlaf vermindert ist. So können weder Rauchgase noch Kohlenmonoxid rechtzeitig wahrgenommen werden. Rauchmelder hingegen schlagen bereits bei kleinsten Rauchentwicklungen Alarm – die Minuten, bis sich ein Wohungsbrand entwickelt hat, können über Leben oder Tod entscheiden.

Deutschland: Flickenteppich bei Rauchmelderpflicht

Für Privathaushalte ist das Anbringen von Rauchmeldern bereits in zehn Bundesländern Pflicht. Allerdings variieren die Vorschriften je nach Bundesland: Neu- und Umbauten in Thüringen müssen seit Februar 2008 Rauchmelder haben, in Mecklenburg-Vorpommern war der 31. Dezember 2009 für alle Wohnungen Stichtag. In Hamburg und Schleswig-Holstein sind die Geräte seit Ende 2010 Pflicht. Wer in Rheinland-Pfalz wohnt, hat noch bis zum 12. Juli 2012 Zeit, sein Heim mit Rauchmeldern zu bestücken, für hessische Einwohner läuft die Frist bis Ende 2014, während Niedersachsen ein Jahr länger Zeit hat. Im Saarland sind Rauchmelder für Neubauten bereits seit 2004 Pflicht.

Wer für den Einbau von Rauchmeldern verantwortlich ist, variiert ebenfalls regional. Stellenweise sind die Mieter, andernorts die Vermieter angehalten, die Geräte anzubringen. Trotz Pflicht sind weder scharfe Kontrollen noch Bußgelder bei Nichtbefolgen zu befürchten. Kommt es jedoch zum Wohnungsbrand und die Versicherung soll für den Schaden aufkommen, haben diejenigen das Nachsehen, die trotz gesetzlicher Pflicht keinen Rauchmelder in der Wohnung haben. Hätte ein Rauchmelder größeren Schaden verhindern können, bleiben die Betroffenen möglicherweise komplett auf den Kosten sitzen.

Experten: Nicht auf Gesetzgebung warten

Wer in einem Bundesland ohne aktuelle Rauchmelderpflicht wohnt, sollte nicht warten, bis der Gesetzgeber aktiv wird. Feuerwehren und Brandschutzverbände raten zu einem Mindestmaß an Rauchwarnern in jeder Wohnung. Experten empfehlen die Installation in Fluren sowie Schlaf- und Kinderzimmern, jedoch nicht im Bad oder in der Küche. Hier können Wasserdampf und Essendunst für Fehlalarme sorgen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, findet im Fachhandel spezielle Thermomelder, die auf einen raschen Temperaturanstieg im Raum reagieren.

Rauchmelder sind bereits für wenig Geld zu haben und können einfach und schnell installiert werden. Demgegenüber steht der große Nutzen im Ernstfall: Durch den eindringlichen Alarmton – durchschnittlich 85 Dezibel, das entspricht dem Lärm eines LKW in voller Fahrt – werden Bewohner auch im Tiefschlaf gewarnt. Viele Rauchmelder machen sich bei niedrigem Batteriestand bemerkbar, sodass die Sicherheit lückenlos gegeben ist.

Die richtige Installation ist wichtig

Bei der Installation gibt es eingie Punkte zu beachten. Rauchmelder werden waagerecht an der Zimmerdecke angebracht, möglichst in der Raummitte und mindestens 50 Zentimeter von einer Wand entfernt. Luftschächte oder Zugluftquellen dürfen sich nicht in der Nähe der Geräte befinden. Eigenheimbesitzer sollten auch Dachböden und Keller mit den Geräten versehen, vor allem, wenn sich eine Heizungsanlage im Haus befindet. Diese kann bei unsachgemäßer Wartung und mangelnder Belüftung ebenfalls zur Gefahrenquelle werden.

Für Gehörlose gibt es zudem spezielle Geräte, die durch grelle Lichtblitze vor Rauch warnen. Nachts werden Hörbehinderte im Brandfall durch ein vibrierendes Element geweckt, das unter der Bettdecke platziert wird.

sca/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Thomas Klein
  • Kommentar 1
  • 04.07.2012 12:21

Für mich ist der Einsatz schon lange geklärt. Doch jede Vorschrift, die kein Nachweisführung verlangt, ist für mich - vornehm ausgedrückt- halbherzig. Der TÜV beim Auto ist doch geklärt. Ein Wohnungs-TÜV ist schon lange notwendig, meine ich. Rauchwarnmeldererfassungen und der E-Checks sind möglich. Hinweise: www.rauchmeldererfassung.org www.e-check.de

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